Riesenmaschine

17.07.2007 | 04:18 | Zeichen und Wunder | Vermutungen über die Welt

Lederlügen


Leder Adelt, Berlin-Charlottenburg / Lederwaren Umsonst, Regensburg
In diesen schweren, ach was, hervorragenden Zeiten, in denen es immer schwieriger wird, konkret Vorhandenes und nicht nur rein Virtuelles zu verkaufen und nicht nur zu verleihen (wir berichteten), beschreitet der Lederhandel neue Wege. Vermutlich untersagen irgendwelche Gesetze, auf den schlecht laufenden Lederladen unverfrorene Lügen wie "Leder ist praktisch", "Lederhosen machen schön" oder "Lederkombis sind das Allergrösste überhaupt" draufzuschreiben. Ein Schlupfloch entsteht durch die Möglichkeit der freien Namenswahl – warum sich nicht einfach in "Hermann Adelt", "Klaus-Dieter Umsonst" oder wenigstens "Sarah-Louise Sommerschlussverkauf" umbenennen?


16.07.2007 | 12:24 | Was fehlt

Big-Brother-Zoo


Falsch: Wenig kundenorientiertes Rumhängen
(Foto: Yuv@L, Lizenz)

Richtig: Interessante Streifen, aufmerksame Haltung
(Foto: piglicker, Lizenz)
War es wirklich gut, das Wohlfahrtsstaatsprinzip auf den Zoo zu übertragen, kann man hinnehmen, dass alle Zootiere unabhängig von ihrer tatsächlichen Leistung entlohnt werden? Dass die langweiligen, immer nur stinkend herumliegenden Raubkatzen und die hospitalistischen Eisbären und Elefanten quersubventioniert werden durch die Arbeit der Erdhörnchen, Seekühe und Nasenbären? Andere, bessere Welten sind durchaus denkbar, zum Beispiel könnte man den Besuchern am Eingang Credits zuteilen, die sie in possierliche Tiere investieren. Futterzuteilungen finden auf der Basis eingenommener Credits statt – in freier Wildbahn haben schliesslich auch nur Tiere Bestand, die entweder süss aussehen oder Essbares produzieren. Langweilige Tiere wählen sich damit entweder selbst aus dem Zoo heraus und in die ewigen Jagdgründe, oder sie lernen rechtzeitig, an gut sichtbarer Stelle interessante Verhaltensweisen an den Tag zu legen. Pinguine wären die neuen Ölmilliardäre unter den Zoobewohnern, die Evolution würde auch mal für sinnvolle Zwecke genutzt, und Zoos wären endlich mehr als nur sinnlose Tierquälerei.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Im Verbenzoo


15.07.2007 | 22:30 | Alles wird schlechter | Fakten und Figuren

Flugzeuge in keinem Bauch

Automobil und Flugzeug sind die Verkehrsmittel des vergangenen Jahrhunderts, so wie Eisenbahn und Dampfschiff die des vorgegangen sind. Es wird hier daher nur selten über sie berichtet.

Der 787 "Dreamliner", den Boeing kürzlich vorstellte, wird sich auf dem Rollfeld kaum von einem A300 einer Schäbigfliegerlinie unterscheiden und enthält die Innovation eines Schoko-Wuppis. Was nützen grosse Fenster, wenn die wenigen Glücklichen, die in einem Twin-Aisle-Liner einen Fensterplatz haben, ohnehin wieder über den Flügeln sitzen? Gibt es somit gar nichts Interessantes über Flugzeuge zu berichten?


Tiefe des Abgrunds der Hässlichkeit: 12.000m Reiseflughöhe. (Foto: 42809587@N00) (Lizenz)
Wenigstens gibt es einen neuen Superflieger, mit dem die Teile des Dreamliners unter anderem aus Italien eingeflogen werden. Die Zweckmässigkeit, Flugzeugteile per Flugzeug zu transportieren, entspricht in etwa der Junk-DNA im menschlichen Genom. Die aufgeblähte 747, die dafür zum Einsatz kommt, jedoch demonstriert das ganze Elend der Luftfahrtindustrie.

Zu forden wären flügge Flugzeuge, die nur Fensterplätze haben, Gulfstreams beispielsweise. Klimaschutz wird durch die einsetzende Verknappung erreicht und ausgeglichen durch Fortschritte im Riech-Fühl-Internet. Und bei entsprechenden Investitionen in Teledildonics wird sowieso niemand mehr fliegen. Das Fortbewegungsmittel der Zukunft ist gar keines.


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Gesamt: 11 Punkte


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