Riesenmaschine

26.10.2006 | 04:52 | Fakten und Figuren

Blutsaugen ausgerechnet


Foto: JLplusAL
Nur wenige Menschen glauben an blutsaugende Artgenossen, wir haben schliesslich genug Scherereien mit Mücken und Zecken. Für die Minderheit liefert Prof. Costas Efthimiou aus Florida passend zu Halloween das ultimative Mittel gegen Vampire, und zwar weder Knoblauch noch Brücken, sondern einfache Mathematik. Gäbe es Vampire wirklich, so rechnet er vor, hätten sie innerhalb weniger Jahre sämtliche Menschen angebissen und damit in Vampire verwandelt, so dass sehr schnell nicht genug Nahrung für alle Vampire verfügbar wäre. Schon nach dreissig Monaten, so die Rechnung, würden sich 536.870.912 Vampire auf der Erde herumtreiben, vorzugsweise in grusligen Ländern wie Österreich und Usbekistan vermutlich. Gäbe es also Vampire, wäre die Menschheit schon lange ausgerottet. Zombies gibt es übrigens auch nicht, genausowenig wie Geister, sagt jedenfalls die Wissenschaft. Vermutlich gibt es nicht mal Tonbandstimmen. Fucking scary.


24.10.2006 | 12:17 | Nachtleuchtendes | Alles wird besser

Eine kurze Geschichte des Pillen-Endoskops


Herkömmliches Verfahren: Nostalgie pur
(Foto: Yuya Tamai)
Bilder vom Darminnern verströmen eine ähnliche Faszination wie der Mundgeruch von alten Hunden: Man kommt dem Tod ein deutliches Stück näher. Leider war Darm-Fernsehen bisher eine Art Pay-TV, ekelhaft aufwändig und brechreizerregend. Darum begann im Jahr 2004 eine der wenigen wahren Erfolgsgeschichten dieser Zeit, als die israelische Firma Given Imaging Ltd für die Entwicklung eines Endoskops in Pillenform mit dem Technology Innovation Award des Wall Street Journals ausgezeichnet wurde. Eine handliche Kapsel namens PillCam wird verschluckt, gleitet unbemerkt durch den kompletten Verdauungstrakt und sendet von ihrer Reise tausende widerliche Urlaubsfotos nach Hause, also nach draussen. Schon wenig später jedoch entbrannte der kapitalistische Wettbewerb um das Fernsehen von der Zersetzung: Auf der "Digestive Disease Week" 2005 in Chicago präsentiert der japanische Konkurrent Olympus eine Endoskoppille, die nicht nur über einen Propellerantrieb verfügt, sondern auch irgendwo da drinnen auf Kommando Substanzen freisetzen kann (zum Beispiel Natronlauge). Wenig später hört man davon, dass Entwickler in den USA die Kamerapille gar mit Beinen zum Herumlaufen versehen wollen. Given Imaging is not amused, schlägt aber zurück: Anlässlich der gerade laufenden "United European Gastroenterology Week" in Berlin präsentiert die Firma die dritte Auflage der PillCam, mittlerweile in Europa genehmigt und bereits gestählt in zahlreichen Grabenkämpfen mit Polypen aller Art. Wer sich eher für den eigenen Darm als für Irak interessiert, kann jetzt endlich die wichtigen Nachrichten bequem vom Sofa aus empfangen, anstatt dabei vornübergebeugt und halbnackt in einem desinfizierten Labor zu stehen, mit einem dicken schwarzen Schlauch im Maul. Ausserdem kann man die Kapsel natürlich auch an anderen feuchten dunklen Stellen hinterlegen.


20.10.2006 | 11:57 | Nachtleuchtendes

Krümel von Halley


Halley heute, welche Religion denkt er sich gerade aus? (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Selten trifft man Bären in den Wäldern Kanadas, aber ihr Kot liegt überall und kündet dampfend von ihren täglichen Geschäften. Noch seltener hat man Gelegenheit, den Kometen Halley am Himmel zu verfolgen. Wir erinnern uns: Halley war der Himmelskörper, der uns jahrhundertelang vorgaukelte, der Stern von Bethlehem zu sein, bevor man in einem spektakulären Schauprozess herausfand, dass er versehentlich einige Jahre vor der Geburt Jesu durchs Heilige Land rammelte. Wer von uns vor 20 Jahren zu jung oder zu uninteressiert an Kometen war, wird es schwer haben, Halley jemals zu sehen, denn im Jahr 2061, wenn er wiederkommt, sind wir alle bereits tot. Praktisch jedoch: Genau wie die Schwarzbären wirft Halley abundan etwas hinten raus. Es riecht nicht, zieht keine Fliegen an und ist jedes Jahr im Oktober, wenn wir die verlassene Flugbahn Halleys kreuzen, als Sternschnuppenschwarm da oben im Himmel zu sehen. Genaugenommen scheinen die Sternschnuppen aus der Nähe von Beteigeuze zu kommen, eine verstohlene Referenz des alten Kometen an den verstorbenen Douglas Adams. Und weil diese Halley-Restmüll-Show zur Zeit gerade anläuft und am Samstag ihr Maximum erreicht, also nur einen Tag vor dem Welttag des Stotterns, sei hier kurz darauf hingewiesen.


19.10.2006 | 12:11 | Alles wird besser | Sachen anziehen

Krankheiten jetzt auch simuliert


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
In Zeiten, in denen es weltweit immer weniger Krankheiten gibt (hoffen wir mal), ist es nur folgerichtig, dass man sich zunehmend Gedanken macht, wie man heranwachsenden Menschen altmodische Gebrechen erklären kann. Die jungen Dinger kennen doch ausser Hangover, ADHD und Rechtsradikalismus keine körperlichen Schäden mehr. In diese Lücke fällt äusserst passend der vor wenigen Tagen in England anlässlich des Weltarthritistages vorgestellte Anzug zur Simulation von Osteoarthritis. Gut, er sieht nicht besonders elegant aus, aber dafür erzeugt er das arthritistypische Gefühl eingerosteter Knochen verbunden mit starken Schmerzen bei jeder Bewegung, und zwar auch wenn man gar keine Arthritis hat (daher 'Simulation'!). Für Simulanten bei der Musterung eignet er sich wegen seiner Unhandlichkeit zwar kaum. Jedoch ist es so nur noch eine Frage der Zeit, bis der erste Mensch mit fortgeschrittener Arthritis den Mount Everest besteigt. Wenn man erst auf die echte Krankheit warten müsste, wäre man am Ende ja viel zu alt für sowas.


17.10.2006 | 12:17 | Vermutungen über die Welt

Die Form des Ganzen


Das Universum ist eine Scheibe;
seine Mutter kann nicht kochen. (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Italienische Wissenschaftler geben bekannt, dass das Universum vermutlich nicht aussieht wie eine Kugel, sondern eher wie ein Ei. Dies folge, so sagen sie, aus der Analyse von Daten des WMAP-Satelliten, der zur Zeit wichtigsten Quelle für präzise Daten aus der Frühzeit des Kosmos. Schön und gut. Aber Moment mal. Konnte man nicht neulich irgendwo nachlesen, dass es sich beim Weltall eher um eine Art mittelalterliche Trombone handelt? Und zwar basierend auf denselben Satellitendaten? Und behaupten nicht ganz andere, wiederum mit Hilfe der WMAP-Daten, dass das Universum wie ein Dodekahedron, also ungefähr wie ein Fussball (ohne Ventil) daherkommt? Das jedoch, so sagen andere, sei Unsinn, das Universum sähe weder aus wie ein Fussball, noch wie ein Donut oder ein Bagel. Und schliesslich wieder andere behaupten, es sei einfach nur sehr gross. Mitten in diesem heillosen Durcheinander meint unser Lieblingskosmologe Richard Gott der Dritte, das Universum sei womöglich auch seine eigene Mutter. Wie diese Mutter aussieht, verrät er uns allerdings nicht.


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