Riesenmaschine

21.03.2007 | 12:59 | Supertiere | Alles wird besser

Mückenentmackung


So gehts natürlich auch. (Foto: blmurch) (Lizenz)
Die Welt ist voller nutzbarer Dinge, und voller anderer Dinge, die die nutzbaren Dinge nutzen. Menschliche Körper sind nutzbar für zum Beispiel den Toxoplasmose-Erreger, Bandwürmer, Fernsehjournalisten, Trichinen und für Malariaerreger. Das ist ein unerfreulicher Zustand für die Inhaber dieser Körper, die zwar Eigenbedarf anmelden möchten, aber manchmal schon gar nicht mehr können, weil der Untermieter zum Beispiel ihr Gehirn gegessen hat (Fernsehjournalisten) oder ihr Essen wegisst (auch Fernsehjournalisten). Man möchte daher die Verbreitung solcher Körpernutzlinge in der Regel einschränken, aber die Biester sind leider bewaffnet, und zwar mit Vektoren. Diese Vektoren verschaffen ihnen Zugang zu den Wirtskörpern, und wer den Vektor abschaffte, machte so auch dem Nutzniesserling das Leben schwer.

Malaria beispielsweise befällt Stechmücken, die dann wiederum Menschen infizieren, und anstatt Menschen gegen Malaria zu impfen, könnte man also auch einfach aus Gentechnik malariafeste Mücken bauen und vor Ort ausrollen. Und tatsächlich wurden solche Mücken jetzt auch gebaut, und setzten sich in nur wenigen Generationen gegen herkömmliche Zink-Kohle-Mücken durch, wenn man sie mit malariösen Mäusen – sogenannten Malariäusen – fütterte. Zwar hilft das erstmal nur gegen Mausmalaria, und von einem Feldversuch zur Malariamückenverdrängung sind wir noch weit entfernt. Der erste Schritt aber ist jetzt getan. Wenn jetzt auch noch Katzen, Kot, Einschaltquoten und Schweine durch ungefährlichere Varianten ersetzt werden, ist zumindest die obige Liste von Plagen in ihre Schranken gewiesen und Leser dieses Artikels können aufatmen. Oder Vogelgrippe kriegen.


21.03.2007 | 00:16 | Anderswo | Alles wird besser

Die Feuerwehr frisst ihre Kunden


Das dämonische Lachen der Maschinen wird das letzte sein, das ihr hört. (Foto: davemorris) (Lizenz)
Dinge, die man auch einfach durch menschlichen Einsatz handhaben könnte, von komplizierten Geräten erledigen zu lassen, ist an sich eine tolle Idee. Geräteerfinder und Gerätebauer stehen dafür in Lohn und Arbeit, und die Maschinen selber sind von der Strasse und kommen nicht auf dumme Ideen. Es sei denn natürlich, die Tätigkeit ist selber eine dumme Idee und ereignet sich auf der Strasse, wie hier zum Beispiel das Aufsammeln und Scheinverzehren toter oder bewusstloser Menschen durch japanische Feuerwehr-Rettroboter. Aber andererseits: wer, wenn nicht die Maschinen, sollte sowas wohl machen wollen? Gut also, dass es das jetzt auch gibt. (Technovelgy via UberReview via Ubergizmo via Idiottoys via Japan.)


19.03.2007 | 14:24 | Supertiere | Alles wird besser

Kampfseestern Galactica

Normalerweise bauen wir Maschinen, die sich was bei der Natur abschauen. Autos zum Beispiel sind im Prinzip Walfische mit Rädern, Stereoanlagen sind einem Schwarm Wellensittiche nachempfunden und Taschentelefone simulieren Dosen mit einem langen Draht dazwischen. Aber manchmal kommen die Gerätebauer auf Ideen, die so praktisch sind, dass man sie gleich in die Natur einbauen möchte. Dieser Seesternroboter zum Beispiel ist in der Lage, sich ein Selbstbild zu machen, es bei Bedarf zu ändern und der Wirklichkeit anzugleichen, und sich dann seinem Selbstbild entsprechend zu verhalten. Wer weiss, was für ein glorioses goldenes Zeitalter anbräche, wenn Menschen sowas Tolles auch könnten.


19.03.2007 | 03:31 | Fakten und Figuren

Fortschritte der Schrittforschung


Wir wollen gar nicht wissen, wo unsere Leser da wieder hingucken. (Foto: elisfanclub) (Lizenz)
Männer sind ja bekanntlich für Mars, Frauen für Milky Way, zumindest haben wir uns das grade so ausgedacht. Auch sonst sind die Geschlechter ziemlich verschieden, Frauen haben Handtaschen und Stelzen an den Schuhen, Männer bauen Atomraketen und stecken sich Gurken in die Hose. Es ist nicht leicht, die beiden zu verwechseln. Jetzt ist es sogar noch ein bisschen schwerer, weil eine Augenbewegungsstudie entdeckt hat, dass Männer allem und jedem erstmal in den Schritt gucken, egal ob Mensch, Wolf oder Pflanze. Das ist natürlich weder eine überraschende Erkenntnis, noch kann man nutzlose, blinkende Geräte aus ihr bauen, aber auch der kleinste Fortschritt verdient ja, dass man ein bisschen draufstarrt.


16.03.2007 | 12:08 | Berlin | Anderswo | Fakten und Figuren

Weltstadt mit Klaps


Ik bin eine Berliner Skulptur. Ik crazy thing, ik.
(Foto: adrian_s) (Lizenz)
Eine der Rubriken der Nachrichtenagentur Reuters heisst "Oddly enough", und entsprechend geht es da auch zu. Im Augenblick werden zum Beispiel eine Pizza für 1000 Dollar, ein Lastwagenfahrer, der sich als General durchschwindelt und ein Serienunterhosendieb (Video!) vorgeführt, zu Unterhaltung und mildem Grusel des sensationshungrigen Publikums. Wenn einem das noch nicht genug Zeitvertreib ist, kann man sich alle Meldungen dieser Rubrik des letzten Monats beschaffen, und auf ihre Herkunft beleuchten. Und findet Berlin (13), New York (10), London (6) und Tokio (4) auf den vorderen Plätzen. Nein, diese herrlich verrückten Berliner, man mökte glatt selbs einer sine. Aber wenn man sowas laut sagt, wird man ja erschossen, und zwar in Dallas (1).


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