Riesenmaschine

14.05.2008 | 14:23 | Nachtleuchtendes | Alles wird besser

Der Reichsflugscheibenfilm ist da!

Der Mond, machen wir uns nichts vor, ist unbeliebt. Kein Wunder, er ist aus Käse, riecht streng und ruft nie zurück. Der Grund dafür ist aber nicht, dass der Mond von blinden, blöden Kräften der Natur gemacht wurde und nicht von – sagen wir – einem betrunkenen Rudel Internetbewohner. Er sähe nämlich sonst aus wie eine niedliche Katze, der ein Cola-Geysir aus dem Mentos spritzt, das sie statt eines Auges hat, und wäre noch viel unbeliebter. Wer heutzutage dem Irrglauben, viele Narren seien klüger als ein einzelner Narr, noch anhängt, braucht aber nicht auf den Katzenmond zu warten, er kann sich anhand des Wikiromans von Penguin bequem vom Gegenteil überzeugen. Leider kann er sich jedoch sofort danach mit dem am 6. Mai veröffentlichten Trailer von Iron Sky vom Gegenteil dieses Gegenteils einwickeln lassen, die Welt ist nämlich komplizierter als der Mond. Iron Sky ist ein Film über die Rückkehr der aus der Antarktis auf den Mond geflüchteten Nazis, kollektiv gedreht von den Bewohnern des Internet, mittels einer wikiartigen Produktionswebseite. Mit diesen Mitteln hätte man womöglich sogar den Mond selbst so hingekriegt, dass er nach was aussieht.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Wunderwaffen: der Haunebu II


18.12.2007 | 02:14 | Supertiere | Alles wird besser

Mit dem Hunde gemalt


Der Künstler betrachtet sein Werk. (Foto: jules_t) (Lizenz)
Kleine Künstler sind nicht immer besser als grosse, es sei denn, sie haben sich mit grünen Flüssigkeiten klein getrunken, dann sind sie natürlich toll. Kleinkünstler sind schlechter als Grosskünstler, andererseits aber wort(ver)spiel(t)er/innen, was natürlich auch toll ist. Kurz, beziehungsweise klein: es ist kompliziert mit der Kunst, der Grösse und ihrer Bewertung. Lässt man aber Qualitätsfragen beiseite, ist die Lage klarer: es wirkt ein Evolutionsdruck auf Künstlerkörper, der sie kleiner und kleiner werden lässt. Es begann mit Elefanten, Menschen, Pferden (die nicht nur Malen, sondern auch Beissen) und Affen. Dann fanden vor einigen Jahren Künstlerkatzen eine Nische und füllten sie flugs durch Reinstolzieren und Drinrumliegen aus, als nächstes krabbelten pinselnde Insekten auf den Plan, und jetzt wachsen Bakterienkulturen auf den Leinwänden der Welt. Das könnte die Grippe meines vierjährigen Neffen zwar vermutlich besser, aber wir wollten Qualitätsfragen ja beiseite lassen.


29.08.2007 | 23:59 | Supertiere

Heisse Hörnchenschwänze


Wer nicht durch Steine gucken kann, sieht hier nicht mal kalten Schwanz. (Foto: Kai Schreiber)
Hat man sich soeben erst voneinander verabschiedet, und erfährt man dann hintenrum, dass einem jahrelang Falsches vorgegaukelt wurde, beziehungsweise erfährt man, dass einem hintenrum jahrelang Falsches vorgegaukelt wurde, dann halten sich Faszination und Empörung die Waage. Wie kannst Du nur, kalifornisches Erdhörnchen? Wir waren Freunde, warfen Dir Nüsse zu und Du tanztest für uns auf den Wanderwegen. Aber kaum haben wir den Staat verlassen, erfahren wir aus der Hörnchenpresse dies: dass, wenn Du mit dem erigierten Schwanz wedelst, Du darin eine geheime Botschaft versteckst, aber nicht immer, und nicht für jeden. Nicht für uns und nicht für die Bullennatter, zum Beispiel, aber kommt die Klapperschlampe angekraucht, dann heizt Du den Hörnchenhintern hoch, dann glüht Dir der Schweif vor zusätzlicher Durchblutung, denn die Klapperschlampe ist ja was Besseres als wir, die Klapperschlampe sieht Infrarot, eine Superschlampe ist das, schon verstanden Hörnchen, wir gehen ja schon, beziehungsweise bleiben weg. Was soll man schon von jemandem erwarten, der Spermophilus mit Vornamen heisst. Wir haben Dich aber trotzdem lieb, kalifornisches Glühhörnchen, und sind sogar ein bisschen stolz auf Dich, aus der Ferne. Ein Infrarotschwanz! Worauf Du so alles kommst.


19.07.2007 | 20:23 | Supertiere

Geckel


Muscho, die Klebschimbride (Abb. ähnlich).
(Foto: rore / Lizenz)
Hybriden sind hip, Schimären schick. Die Tomoffel, der Tomak, der Spork, der Ebär und die meisten Zitrusfrüchte lümmeln entspannt auf den Couchbetten in unseren Wohnküchen. Die Jostabeere bereichert unser Leben ungemein. Man möchte an die Decke oder die Wände hoch gehen vor Freude über all die zusammengeschraubten kleinen Monster, aber leider kann man das ja nicht, weil Füsse zwar stinken, aber nicht kleben, jedenfalls nicht genug. Zwar könnte man sich das beim Gecko abgucken, dessen Füsse nicht stinken, aber dafür prima kleben, aber bisherige geckoartige Versuchsklebstoffe funktionierten nicht, wenn sie nass wurden und verloren ihre Klebkraft viel zu früh. Enttäuschend! Wenn man nun aber die Fusshaare des Gecko mit etwas überzieht, das dem Protein ähnelt, mit dem Muscheln sich an Steine anmuscheln, dann, ja, dann hätte man den bei Nature publizierten Hybridklebstoff, mit dem man unter Wasser und an Land die Wände hochgehen kann, bis zu tausend Schritte weit. Geckel nennen die Erfinder ihren Hybridkleber, für den deutschen Markennamen schlagen wir aber Muscho für die Unterwasservermarktung vor, und Geckuschel für obenrum.


05.07.2007 | 02:29 | Supertiere | Fakten und Figuren

Ökonomie der Nachäffchen


Was hat der Aufkleber davon, dass er wie eine Fliege aussieht? Weitere Forschung ist nötig. (Foto: skyfaller) (Lizenz)
Das Kopieren, um mal bei uns selbst abzuschreiben, ist eine jute Jabe Jottes und regiert die Welt. Beziehungsweise regiert es den täuschend echten Nachbau, den Gott uns vor ein paar tausend Jahren untergejubelt hat. Eins der vielen Beispiele dafür ist die Mimikry-Verteidigung in der Biologie. Harmlose Tiere, die aussehen wie gefährlichere oder ungeniessbare Kollegen, profitieren dabei vom Verteidigungsaufwand der Konkurrenz, ohne sich selbst eine Armee leisten zu müssen. Schwebfliegen zum Beispiel profitieren schamlos vom Wespenstachel. Wohl jeder hat sich allerdings schon mal kopfschüttelnd gefragt, warum die ansonsten eher aggressiv eigennützige Wespe gegen diesen billigen Nachbau nichts unternimmt. Je mehr harmlose Nachbauten schwirren, desto mehr müssten doch Vögel das Risiko einzugehen bereit sein, gestochen zu werden. Denkt man, und hält die Schwebfliege drum für einen Parasiten, der der armen Wespe schadet, aber man irrt. Denn wie eine neue Studie jetzt nachweist, schadet die Mimikry wehrhaften Tieren auch dann nicht, wenn die Nachäffchen sich selbst keinerlei eigene Verteidigung leisten. Zwar steigt tatsächlich die Anzahl der Angriffe auf beide Spezies zusammen, aber ein Teil davon richtet sich wiederum gegen die Mimikry-Spezies, und insgesamt profitieren beide von diesem Deal, um so mehr, je wehrhafter die Nachäffchen sind. Seid also mehr wie andere, Leser! Seid wie die Schwebfliege, seid wie die Wespe.


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