07.10.2005 | 01:44 | Berlin | Alles wird besser
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Bauchladenbetreiber haben es schwer. Nicht nur, dass ihnen der Verkauf von orthopädischen Fussstützen und Bäumen nach §56 (Abs.1,1d und Abs.3) GewO verboten wird, nein, sie müssen auch die ganze Zeit stehen. Nun gibt es Menschen, die amtsärztlich bestätigt gar nicht stehen können, aber trotzdem ihr Menschenrecht auf Bauchladenbetrieb ausüben wollen. An dieser Stelle drückt der Gesetzgeber offenbar ein Auge zu: Auf dem Alexanderplatz in Berlin stehen nicht nur die hier erfundenen Bratwurst-Bauchläden namens Grillwalker, sondern sitzt seit einiger Zeit auch ein Grillroller (siehe Abbildung). Eine schöne Gesetzesvolte der unbeabsichtigten Behindertenbevorzugung, die vielleicht hilft, die hohe Arbeitslosenquote unter Behinderten zu senken. Und während normale Grillwalker zu zweit arbeiten, weil sie sich abwechseln müssen, kann der Grillroller problemlos eine komplette Schicht durchbraten. Man sieht: Die ach so vielgelobte Standhaftigkeit ist nicht immer von Vorteil.
05.10.2005 | 19:04 | Alles wird besser | Was fehlt
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Spiegel Online berichtete bereits über den Klingenkrieg zwischen den Nassrasierern Gillette und Wilkinson. Soeben hat Gillette nach Wilkinsons Vierklingen-Modell einen Fünfklingen-Rasierer angedroht, denn – klar! – viel rasiert viel und wahrscheinlich auch besser. Ihrer Expertise für Lineare Zukunftsentwicklungen folgend, hat die Riesenmaschine nun eine Gegenreaktion für Wilkinson antizipiert und damit erstmals auf Produktebene in die noch ungeschehene Zukunft eingegriffen. Per Mail ist bereits eine bisher einseitige Verhandlungsbeziehung zu Wilkinson aufgebaut worden, intern prüfen wir sowohl den Rechteverkauf an der Entwicklung als auch eine Kooperation mit Google wegen des zukunftssicher geplanten Namens Wilkinson Qua[n(i) = n(i-1) * 1/delta t) mit n=Anzahl Klingen]ro.
04.10.2005 | 13:00 | Sachen kaufen
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Jajaja, denkt die sensationsgeile Meute jetzt, schon wieder narrt ein bekiffter 15jähriger Photoshopper die Blogwelt. Aber worauf kann man sich verlassen, wenn nicht auf die ebenso intensive wie investigative Recherchefähigkeit des Fachmagazins für jüngere Gegenwartskunde, den Playboy? Eben dieser berichtet in der letzten Ausgabe von der italienischen Autoschmiede Covini, die mit ihrem C6W frech das Vierraddogma in Frage stellt. Ein so überraschender Schachzug, dass einem das Warum im Halse stecken bleibt, und das ist auch ganz gut, denn woran es auch immer bisherigen HiEnd-Sportwagen mangelte – zu wenig Räder zählten offenbar nicht dazu. Von den technischen Daten her bietet der C6W lediglich die schmale Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h bei vernachlässigbaren 380 PS (zum Vergleich: Ein schnöder Power Grill hat ja bereits 345 PS). Es bleibt also die Sechsrädrigkeit als blosses, aufsehenerregendes Marketingfeature. Und so erklärt sich auch die Überschrift, die wir schamlos vom Playboy abgeschrieben haben.
03.10.2005 | 19:04 | Sachen kaufen | Vermutungen über die Welt
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Sollte ich ein Lebensalter nennen, indem ich durch erhöhte Dämlichk Einseitigkeit aufgefallen bin, so würde ich meine Teenager-Zeit wählen. Nach einer Kurzumfrage unter Erwachsenen ist das wohl kein Einzelfall, sondern eher die Regel. Umso schwieriger scheint es für Desginer, vernünftige Möbel speziell für Teenager zu entwickeln. Da Design-Wettbewerbe zusätzlich verschärfend wirken, weil oft die Kreativitäts-Keule auf Teufel komm raus geschwungen wird, ist es kein Wunder, dass die teenage furniture competition von designboom das brachte, was sie brachte. Auf jedem dritten Möbel prangen Graffiti-Motive, jedes zweite Möbel hat mit Rumhängen und Musik hören zu tun. Der Gewinner, rumble seat von James Owen (USA), ist ein Lautsprecher, bestehend in erster Linie aus einem Subwoofer, auf dem man auch sitzen und sich den Bass direkt in den Steiss hämmern lassen kann. Der zweite Preis ging an ein modulares Regal namens Stiege von Jan Hartmann und Hartmut Ringel, auf dem die Frontseite bewusst leer gelassen wurde, damit mit man Graffiti draufmalen kann. Es scheint also ebenso schwer, abseits der Klischees Jugendmöbel herzustellen, wie abseits der Klischees Jugendlicher zu sein. Wenn schon nicht Vielfalt, dann zeigt sich doch wenigstens ein deutlicher Trend unter Jugendmöbeldesignern: Neben dem Gewinner-Musikhocker wurden auch dieser Musiksessel, dieses Musiksofa, dieses Musiksofa, dieser Musiksessel, dieses Musiksofa, dieser Musiksessel und diese Soundsofalandschaft eingereicht. Ich freue mich, dass die internationale Designerschaft ähnlich eindimensional über Jugendliche denkt wie ich.
02.10.2005 | 17:44 | Sachen kaufen
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)In der sehr trockenen Kalahariwüste im südlichen Afrika dauert es lange, Wild zu jagen. Weil in Wüsten ansonsten wenig Proviant zu finden ist, benutzten die Jäger dort früher die Pflanze Hoodia Gordonii, die Hunger und Durstgefühle unterdrückt. Der Wirkstoff dieser Pflanze, P57, wird inzwischen in Lolliform angeboten, dem Power Pop, von dem der Hersteller gleichzeitig verspricht, mehr Energie zu geben und Fett zu verbrennen: Ein echter Durchbruch in der Lolliforschung – endlich Süssigkeiten essen und dabei abnehmen! Darüber hinaus soll die Pflanze auch noch als Aphrodisiakum wirken, es handelt sich bei der Hoodia Gordonii also um eine Pflanze, die einen Gutteil der Zivilisationsunzulänglichkeiten des Menschen in Schach zu halten vermag. Beim Genuss von Produkten wie den Lollis sollte man aber nicht daran denken, dass die Hoodia auch Aas Blume genannt wird, weil ihre Blüten nach verwesendem Fleisch riechen. Obwohl das ja auch den Appetit vertreibt.
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IN DER RIESENMASCHINE
ORIENTIERUNG
SO GEHT'S:
- Ju
- Krankenbesuch
- etwas zusammenbrettern
- auf- und abmüpfen
SO NICHT:
- Astronomischer Atlas im Handschuhfach (Citypläne fehlen)
- zur Herzverpflanzung mit dem Bus
- Fokker
- Krakenbesuch
AUTOMATISCHE KULTURKRITIK
"Here Alone", Rod Blackhurst (2016)
Plus: 11, 35, 64, 80, 121, 153, 159 Minus: 1, 2, 99, 102, 137, 166, 171, 184, 209, 215, 216, 217 Gesamt: -5 Punkte
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