01.10.2005 | 14:53 | Nachtleuchtendes | Alles wird besser | Sachen kaufen
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Hier sehen wir nicht den tausendsten USB-Schlüsselanhänger und dafür sollten wir schon mal sehr dankbar sein. Noch dankbarer sollte nun der verwirrte, aber nichtsdestoweniger freundlich begrüsste outdoor-affine Teil der Leserschaft sein, denn bei diesem Gerät handelt es sich um das fabulöse Swedish FireSteel, von dem wir durch ProductDose erfuhren. Zieht man die magnesiumhaltige Metallklinge langsam über den Stahlstab, entstehen extrem helle Funken mit Temperaturen bis zu 3.000° Celsius – mehr als halb so heiss wie die Sonnenoberfläche. Wer damit in der Wildnis kein trockenes Gebüsch anzünden kann, dem wird auch ein Napalmflammenwerfer nicht weiterhelfen können. Das Swedish Firesteel wirft übrigens auch Funken, wenn es nass ist und von der Funktionsweise her theoretisch sogar unter Wasser. Wir können uns zwar kaum vorstellen, warum und was man unter Wasser anzünden wollte. Aber bei diesen Outdoor-Freaks weiss man ja nie.
30.09.2005 | 13:34 | Zeichen und Wunder | Vermutungen über die Welt
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)In einem Teil von "Back to the Future" spricht der junge Biff Tanner mit dem alten Biff Tanner. Es geht dabei nur ums Autoanlassen und um Sportwetten – jedem ist klar, was an dieser Stelle versäumt worden ist! Man hätte Jugendsünden in der Wurzel bekämpfen (oder fördern) können, man hätte den Generationenkonflikt mit sich selbst austragen können! Während im Film die Chance weitgehend vertan worden ist, kann man zumindest einen Teil dieses Dialogs mit sich selbst wirklich erleben. Lifehacker informiert uns über die (schon drei Jahre währende) Existenz von FutureMe. Auf dieser Mailplattform kann man eine Mail an sich selbst in der Zukunft schreiben, die zu einem frei einstellbaren Datum tatsächlich versandt wird. Der kurzfristige Nutzen dürfte eher im Erinnerungsbereich liegen ("Heute Zahnarzt, Du Schisser!"), der langfristige Nutzen hingegen ist noch gar nicht unbedingt klar. Denn wer weiss schon, was er seinem Alten Ego in sagen wir 20 Jahren mitteilen will? Und welche Mailadresse er dann hat? Alles in allem also eine hübsche Idee, die etwas unausgegoren daherkommt. Vielleicht verbirgt sich dahinter aber auch eine Guerilla-Werbemassnahme der Klonsekte der Raelianer: Die Zukunft endet bei FutureMe nämlich 2035 – exakt zur von Rael vorhergesagten Ankunft der ausserirdischen Elohim, die über den Umweg der Apokalypse eine ganz neue Zukunft erschaffen werden. Zufall?
29.09.2005 | 17:36 | Alles wird schlechter | Sachen kaufen | Vermutungen über die Welt
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)In der verstorbenen Literaturzeitschrift "Der Rabe", genauer im maritimen Raben schreibt der sehr lustige Joseph von Westphalen im totkomischen Essay "Das Tretboot", dass man sich nicht über etwas lustig machen solle, über das jeder spotte, das sei keine Kunst. Im Prinzip hat er damit völlig recht, es gibt jedoch Grenzen, denn für gewisse Sportgeräte besteht gewissermassen Spottpflicht. Hier ist zunächst die Gazelle Silhouette zu nennen. Das im Schweizer TV vom bekannten Tony Little angepriesene Fitnessgerät lässt sich durch die Abbildung in seiner ganzen Erbärmlichkeit leider nur erahnen. Man muss gesehen haben, wie Arme und Beine in irrwitziger Geschwindkeit hin- und herzischen, um zu erahnen, dass wir hier vermutlich die technische Speerspitze einer Sekte vor uns haben, deren Ziel die Vernichtung der Menschheit durch eine letale Lächerlichkeitsdosis ist.
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Nicht weit hinterher steht das Produkt Exycle, nur soll hier offenbar neben der Lächerlichkeit eine zweite Vernichtungsmethode angewandt werden: Die Unfallgarantie im Strassenverkehr. Den, das oder die Excyle hat Riesenmaschinen-Leser Toni entdeckt – dankeschön. Natürlich wissen wir zu würdigen, dass die Fitness-Industrie alle möglichen (und auch unmögliche) Anstrengungen unternimmt, um mit immer neuen wirren Produkten die immer gleichen verwirrten Zielgruppen zu erreichen. Trotzdem wagen wir an dieser Stelle, dem Leser explizit mitzuteilen, was er bereits ahnt: Ein halbes Jahr regelmässiges Joggen oder Radfahren verbraucht wesentlich mehr Kalorien als einmal auf der Strasse zu "excyclen", von Kindern ausgelacht zu werden, schamgerötet mit der absurden Lenkerkonstruktion gegen einen Baum zu fahren und dann monatelang im Krankenhaus zu liegen.
28.09.2005 | 17:43 | Berlin | Alles wird schlechter | Vermutungen über die Welt
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Bei Lesern, die unvorbereitet die Riesenmaschine aufgeschlagen haben und aus dem Nichts mit der sehr ekeligen Überschrift konfrontiert wurden, möchten wir uns entschuldigen. Das Klammerwortspiel aber ist Symbol für den Trend in Werbung und Medien, auch noch das schlechteste Wortspiel mitzunehmen. Selbst, wenn es überhaupt nicht passt. Es ist sowieso schon fragwürdig, ob eine stark fischorientierte Fast Food-Kette eine Kooperation mit einem Waffeleis unter dem Namensdach "2 Höhepunkte" eingehen sollte. Dann aber auch noch "fisch verliebt" dazuzuschreiben, ist nicht nur eine verbale Zumutung, sondern erklärt auch die schlechte Qualität des Fotos (Augenkrämpfe).
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.) (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Das Deutschlandradio lässt von einem höheren Niveau aus ähnlichen Scheiss fallen: "Über Beuys. Über Girls. Überall." Man hört förmlich durch, wie in der Präsentation der Werbeagentur die Rede war von der "entertainy-intellektuellen Wirkung der Homophonie Beuys-Boys" und vom "Dreisprung, der das 'Über' fast antifreudianisch zur Vorsilbe degradiert". Dazu die "Brand Values Kultur (Beuys), Menschliches (Girls), empfangbar in ganz Deutschland (Überall)". Toll.
Der eigentliche Auslöser der sch(m)erzhaften Überschrift aber liegt in einer Gaststätte im Berliner Zoo und ist eine Serviette. Darauf steht "GastZoonomie", eine Wortspielstilblüte in voller Pracht, die wie der Ton einer 20 cm entfernten Schiffshupe auch dann noch wehtut, wenn die Ursache entfernt wurde. Schlimmer als alle schlechten Wortspiele selbst ist aber, dass ihre Verwendung notorischen Kulturpessimisten Material in Hülle und Fülle gibt, auf dass sie ihre weinerlichen Feuilletons zum Meckermekka (argh!) ausbauen können.
28.09.2005 | 11:02 | Alles wird besser | Vermutungen über die Welt
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Neues von der Front virtueller Welten. Bei LiveScience entdecken wir eine Kugel, die den Simulatormarkt mit voller Wucht ins Herz treffen dürfte. VirtuSphere ist eigentlich ein 360°-Hamsterrad, das sich in alle Richtungen drehen kann und so insbesondere Kampfsimulationen für die moderne Infanterie ermöglicht. In der üblichen Monitorbrille werden die üblichen Polygone auf übliche Art und Weise zu den üblichen Schlachtfeldern zusammengesetzt, auf denen der Soldat dann wie üblich umbringen üben kann. Die kriegswichtigen Anwendungen sind aber trotz der leichten Überpräsenz soldatischer Models auf der Website von VirtuSphere nicht die einzige Anwendung. Vielmehr ist geplant, auch in den Spielemarkt einzudringen, die stets zu allem E-Quatsch bereiten Fitness-Studios nicht zu vergessen und auch Museen mit virtuellen Ausstellungen zu versorgen, in denen man trotzdem rumlaufen muss. Wir wissen nicht, ob die VirtuSphere ausreichend gut funktioniert, da man uns trotz freundlicher Bitte kein Rezensionsexemplar zusandte. Wenn das aber der Fall ist, dann würde es sich um den ersten ernstzunehmenden Angriff auf das Holodeck-Monopol der Firma Star Trek handeln. Grundsätzlich gegen Monopole aller Art eingestellt, weil sie die Weiterentwicklung hemmen, wünschen wir dabei natürlich Glück.
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IN DER RIESENMASCHINE
ORIENTIERUNG
SO GEHT'S:
- Knallharte Bratwurstaction
- Aschermittwoch
- 60ies metaretro (so grade noch)
- zu Hause bleiben (im Sommer)
SO NICHT:
- Bronzo, der böse Informant
- raue Winde
- zwei Unendlichkeiten (unnötig)
- mit Stirnlampe in die Mundhöhle
AUTOMATISCHE KULTURKRITIK
"Monsters vs. Aliens", Rob Letterman/Conrad Vernon (2009)
Plus: 1, 8, 49, 80, 93, 125, 126 Minus: 10 Gesamt: 6 Punkte
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