16.08.2005 | 02:45 | Alles wird schlechter
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Menschen, die nicht schlafen können oder die auf Eurosport nachts nackte Mädchen erwarten, kennen den Flowbee aus den ohnehin muffigen 90er Jahren gut. Damals ist in Dauerwerbesendungen dieses Produkt angeboten worden, das auf mitleiderregendste Art verspricht, jeden Friseurbesuch überflüssig zu machen. Die Funktionsweise ist exakt so traurig, wie man es anhand der Fotografie vermutet. Man schliesst den Flowbee an den Staubsauger an und schon dreht sich eine Rotor-Klinge, die die angesaugten Haare auf die gleiche Länge stutzt. In der Riesenmaschine hätte der Flowbee allein schon aufgrund seines Alters nichts verloren – wenn wir hier nicht einen prototypischen Tiefpunkt der Do-it-yourself-Welle vorfinden würden. Nie wird ein erniedrigenderes Gerät erfunden werden können. Man spart acht Euro für den Friseur, wenn man dafür mit einem schmutzigen Staubsaugerende durch seine Haare fährt. Sogar jemand, der mit dem Lauf einer Pistole zum Zwecke des finalen Schusses über den Kopf stoppelt, hat mehr Würde übrig als ein Flowbeeuser. Der Flowbeekonzern wurde in seiner Monopolstellung bezüglich sogbetriebener Haarschneide-Staubsaugeraufsätze in letzter Zeit massiv durch den RoboCut-Konzern angegriffen; auf der Website werden begeisterte Kunden aufgefordert, Berichte zu beschreiben, wie schlimm sie durch den RoboCut (der eine sehr lustige deutsche, Babelfish-generierte Website hat) ausgetrickst wurden. Auf der anderen Seite hat auch der RoboCut seine Vorteile, die schon durch den Namen deutlich werden: RoboCut Familienhaarschneider und Hundetrimmer mit HairLine Styling Zubehör. Man gerät tatsächlich ins Wanken, nicht wahr?
15.08.2005 | 00:50 | Supertiere | Vermutungen über die Welt
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Wer in der ewigen Diskussion um das hässlichste Tier der Welt noch immer die langweiligen Evergreens Nacktmull (der übrigens die höchste Inzestquote unter allen Tieren hat) und Matamata-Kröte bringt, zeigt nurmehr, dass er sich nie um das Meer gekümmert hat. Vor allem die Tiefsee birgt eine Unzahl von unfassbar unschönen Tieren, was eigentlich nur durch eine sympathisch laxe Handhabung der Natur bei der Schöpfung zu erklären ist. "Da ist eh kein Licht, was soll ich da jetzt ästhetisch aufwändig herumschöpfen", wird sich die durchaus phantasiebegabte Tiefseefauna gedacht haben. Und Recht hat sie, denn die scheußlichen Abgrundfaszinosen erfüllen dazu noch einen wichtigen Zweck für alle anderen Lebewesen. Wer sich etwa den nebenstehenden Anoplogaster ansieht, dessen knackhässlicher Name bereits das verspricht, was das Bild dann übererfüllt, der findet für die nächsten Stunden alles und jeden unglaublich schön. Tiefseefische sind visueller Alkohol und tragen so zur Arterhaltung anderer minderhübscher Arten und Menschen bei. Danke dafür, Anoplogaster und Angrenzende.
14.08.2005 | 16:34 | Berlin | Sachen anziehen
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)"Witzige Krawatten" – ein Oxymoron erster Güte, das einem die Bitterkeit bürgerlicher Belustigungsbekleidung beibringt. Im berüchtigten Berliner Kaufhaus Schrill, das mit vollem Recht so heißt, gibt es eine ganze Armada von Krawatten, die jedem Liegeradfahrer zur kleidenden Ehre gereichen. Man ist sich im Kaufhaus Schrill nicht zu schade, ein größeres Sortiment Metallkrawatten anzubieten, dazu weitere Motivkrawatten, von denen die meisten Gestaltungstantiemen-Zahlungen an den Leibhaftigen persönlich vermuten lassen. Nun sind sowohl Gagkrawatten (wie auch Liegefahrräder) Dinge, auf denen sich sehr leicht herumhacken lässt – dass es gleichwohl nach wie vor notwendig ist, kann man an der nebenstehenden Stadtplankrawatte sehen, die es in den Ausführungen Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Stuttgart und Kackdacklingen gibt. Nein, Kackdacklingen ist natürlich gelogen. Würde aber passen.
13.08.2005 | 21:44 | Was fehlt | Papierrascheln
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Liebende auf Distanz haben in diesen Zeiten grosse Vorteile, wo man SMS to Skype per Mail via WAP-Handy qua MMS eine Voicemail von überall auf dem Planeten für überall auf dem Planeten hinterlassen kann (ausser E-Plus bei mir im Schlafzimmer). Ein neuer Liebesbrief-Trend begegnet dem Mangel an persönlicher Intimität, den die elektronischen Botschaften oft mit sich bringen. Man schickt sich inzwischen gescannte, handschriftliche verfasste Liebesbriefe. Die sind obendrein fast vollkommen abhörsicher, bei einigen Menschen für Unbefugte bzw. Ungeübte sogar absolut überhaupt nicht zu entziffern. Auf einen Workaround, der die früher gepflegte Sitte ersetzt, einen ordentlichen, sehnsüchtigen Liebesbrief mit diversen körpereigenen Aromen zu versehen, warten wir jedoch noch.
12.08.2005 | 11:33 | Was fehlt | Sachen anziehen
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Wasserwagenmanschettenknöpfe, Uhrenmanschettenknöpfe, Kompassmanschettenknöpfe, Thermometermanschettenknöpfe, Abakusmanschettenknöpfe, Lichtschaltermanschettenknöpfe, Lupenmanschettenknöpfe, Roulettetischmanschettenknöpfe und Sanduhrmanschettenknöpfe. Es erfüllt einen mit großer Befriedigung, einer Menschheit anzugehören, die so vielfältige, großartige, polyfunktionale Manschettenknöpfe hervorbringt. Alle sind hochwertig aus rhodiumbeschichtetem Silber gefertigt und kosten im Schnitt irre viel, sind aber immerhin zu kaufen. Woran die Damen und Herren von Cufflinks.com jedoch noch nicht gedacht haben, ist die nächste Stufe. Der Manschettenknopfmanschettenknopf, der Metamanschettenknopf.
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IN DER RIESENMASCHINE
ORIENTIERUNG
SO GEHT'S:
- Freude schöner Götterfun
- Zwitschergevögel
- Fischexkremente absaugen
- Perlgenopptes
SO NICHT:
- Beinahefäkalhumor (inkonsequent)
- Die "Schraubenmutterstube" in Helsinki macht dicht
- pudelnasser Dackel
- Biometrie als Schulfach
AUTOMATISCHE KULTURKRITIK
"Jack Brooks: Monster Slayer", Jon Knautz (2007)
Plus: 7, 12, 111, 112, 115 Minus: 118, 140, 147 Gesamt: 2 Punkte
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