11.11.2005 | 14:32 | Anderswo | Zeichen und Wunder
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.) Wahrscheinlich gibt es irgendwo irreführende Statistiken, die auf der Basis verschämter Antworten zu vollkommen verzerrten Ergebnissen kommen und suggerieren wollen, dass es Leute gibt, die das Internet zu etwas anderem nutzen als zum Pornosurfen. Zum Glück gibt es diese wunderschöne Anleitung aus einem Hotel in Xi'an, in der einem mittels einer "Internet Operationing Instruction" erklärt wird, wie man seinen Computer mit dem hotelzimmereigenen Anschluss verbinden kann, um so ins Internet zu gelangen, das hier zu einem "sexframe" gehört. In dieser Anleitung wird nicht lange um den heissen Brei geredet. Als erstes soll man seinen on-line neighbor "entern", vorher geht gar nichts. Dabei soll man, verwirrenderweise, entscheiden, zu welchem "sex", Geschlecht, man gehören will. Ist das nicht schon klar, nachdem man geentert hat? Das Herzstück des Ganzen ist allerdings die Forderung, sich zum Sexframe zu bekennen. Man soll nämlich die Vereinbarung des INTERNETS (in Grossbuchstaben, es gibt nur eines, man soll kein anderes neben ihm haben) doppelklicken, die besagt, dass das INTERNET zum "sexframe" gehört. sexframe wiederum in Kleinbuchstaben, wahre Macht muss nicht protzen.
Wenn man alle Schritte befolgt hat, darf man guten Endes "formally" ins Sexframe, nein, Internet gehen. Wobei man in China den Vorteil hat, dass zum Beispiel viele Bloggerseiten gesperrt sind und man so nicht aus Versehen unvorbereitet mit den Befindlichkeiten fremder Menschen konfrontiert werden kann.
Dieser Beitrag ist ein Update zu: Vietnam II: Broken English
11.11.2005 | 12:20 | Anderswo | Was fehlt
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)"Window Seat" von Gregory Dicum erklärt anhand von Satellitenfotos die Landschaft Nordamerikas, die man theoretisch vom Flugzeug aus sehen könnte, wenn man einen Fensterplatz hätte, schönes Wetter herrschte und es draussen nicht dunkel wäre. Kleinliche Amazon-Rezensenten bemängeln, dass Satellitenfotos ja wohl nicht aus Flugzeughöhe aufgenommen werden, aber wir haben ein ganz anderes Geflügel, wenn schon nicht mit Gregory Dicum, so doch mit der deutschen Verlagslandschaft zu enthaaren: Warum wurde diese Buchidee seit Erscheinen des Buchs Anfang 2004 nicht schon längst schamlos geklaut als Inspirationsquelle für ein ganz anderes, eigenständiges Buchkonzept zum Thema "Europa von oben" genutzt? Und das in Zeiten, wo man sich überlegen muss, ob man zu Fuss zum Supermarkt an der Ecke geht oder doch lieber fliegt, weil das billiger ist? Müssen wir denn alles selber machen?
10.11.2005 | 23:18 | Anderswo
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Normalerweise lassen wir uns ja keine Charity-Veranstaltung entgehen; wir klettern für Pandabären auf den CN Tower, wandern für Amyotrophe Lateralsklerose, ziehen uns für die Krebsforschung aus, laufen rückwärts gegen Brustkrebs oder denken uns was ganz anderes Bescheuertes aus. Es gibt einfach sonst kaum Events, die soviel Freundlichkeit und Gemeinsinn ausstrahlen, dass man fast kostenlos den Welthass in neue, bizarre, nie für möglich gehaltene Bahnen lenken kann. Plötzlich hasst man auch Behinderte und kleine niedliche Felltiere, bestimmt irgendein wichtiges soziologisches Phänomen, das für die Weiterentwicklung der Menschheit von grosser Bedeutung ist. Aber gestern ist uns dann doch eine neue Dimension in der Charity-Saga entgangen, denn im Boat-Club in Toronto wurde, um Geld für das Rote Kreuz zu sammeln, sechs Stunden lang "Ace of Spades" von Motörhead gespielt, ohne Pause, keine Coverversionen, 768mal "Ace of Spades" in Folge. Wir vermuten, dass man hinterher zum erbitterten Heavy-Metal-Kritiker wird, vielleicht wird man endlich mal die alten Black-Sabbath-Platten rückwärts abspielen, und "Headless Cross" für das halten, was es ist, nämlich ein zutiefst unchristliches, seelenfeindliches Werk, aber belegen können wir das leider nicht.
09.11.2005 | 16:10 | Anderswo | Zeichen und Wunder | Vermutungen über die Welt
Noch mehr Seltsamkeiten aus dem seltsamen Land Südkorea. So stirbt der Koreaner beispielsweise gleich zwei Mal. Zurückzuführen ist das auf die ganz spezielle Art der hiesigen Bestattung. Die Koreaner lassen sich nämlich nicht einfach so in einem Grab verscharren, sondern ziehen es vor, unter einem rund einsfuffzich Meter hohen, kreisrunden Hügel zu verwesen. Erst wenn dieser Hügel nach rund 100 Jahren in sich zusammengesunken ist und das Grab damit nicht mehr erkennbar, sei der koreanische Mensch, so heisst es, auch wirklich ganz hinüber. Früher liess man sich in Korea vorzugsweise auf einem Berg im Wald begraben. Heute wird, wie dieses Bild von der Autobahn Jinju – Kwangju zeigt, eine erhöhte Position am Rand der Autobahn bevorzugt. Warum, das ist bis heute nicht geklärt. Eventuell lieben es die koreanischen Zombies, sich in den hundert Jahren ihres zweiten Sterbens an den Verkehrstoten zu delektieren, die auf den Schnellstrassen anfallen.
Fest steht jedenfalls, dass man in dem kleinen, beinstumpfförmigen Land ein eher relaxtes Verhältnis zum Tod hat, selbst wenn er unerwartet und massenweise eintritt. Nicht zuletzt beweist das dieser Klopapierspender, den die Riesenmaschine in einer Toilettenkabine auf einer Raststätte vorfand, die ebenfalls an genannter Autobahn liegt. Was das nun wieder bedeuten soll? Die allzu nahe liegende Antwort geben sie sich bitte selber. Minder assoziationsbegabte Zeitgenossen klicken hier.
Dieser Beitrag ist ein Update zu: Asien Spezial: Korea & Vietnam
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"Populärmusik aus Vittula", Reza Bagher (2004)
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