Riesenmaschine

29.06.2005 | 13:45 | Anderswo | Sachen anziehen

der Pyjama der Katze

Vermutlich kein neues Phänomen, aber eines, das a) hierzulande doch eher unbekannt ist und b) echtes Potenzial hat: Wie man einer Flickr-Suche nach den Tags "pajamas" und "Shanghai" entnehmen kann, trägt der Bewohner Shanghais seinen Schlafanzug gern tagsüber auf der Straße spazieren. Das ist so absurd, rätselhaft und unpraktisch, dass unklar ist, wie Berlin-Mitte bisher ohne diesen Trend zurechtkommen konnte. Entschuldigt mich kurz, ich schlüpfe schnell in was Bequemeres.


17.06.2005 | 22:31 | Anderswo | Alles wird besser

Kichernde Mülltonnen


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Endlich ist es soweit – Gebrauchsgegenstände werden umgänglicher: In Cambridge installierte die Künstlergruppe Greyworld jetzt Parkbänke und Mülltonnen, die singen, wenn die Sonne scheint, sich bewegen, sprechen, kichern und glucksen. Dabei spulen sie nicht etwa ein vorher festgelegtes Repertoire ab, wie die einst in Berlin installierten sprechenden Mülleimer, deren kommunikative Fähigkeiten leider nicht wesentlich besser sind als die von Pantoffeltierchen. Nein, jede der interaktiven Bänke und Mülltonnen hat soziale Bedürfnisse, ihre eigene Persönlichkeit, und wird sich im Laufe der Zeit weiterentwickeln. Andrew Shoben von Greyworld: "You'll find that one bench may be particularly attracted to a particular bin. They will chuckle and giggle sometimes or make rude noises." Es ist, man muss es zugeben, nur ein kleiner Schritt auf dem Weg zu einem wirklich gleichberechtigten Dialog zwischen Mensch und Ding, bei dem man auch mal mit der Biotonne einen trinken gehen könnte, aber immerhin ein Anfang. Schade, dass Douglas Adams das nicht mehr erleben kann.


17.06.2005 | 03:56 | Anderswo | Alles wird besser | Sachen kaufen

Zed's dead, baby


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Ob es sich bei diesem Phänomen überhaupt um einen Trend handelt, ist noch nicht geklärt – vielleicht strampeln die Kanadier ja schon seit 25 Jahren mit ungebrochener Begeisterung auf diesen chopperartigen Fahrrädern mit den fetten Hinterreifen herum, vielleicht tun sie es auch erst seit letztem Jahr, und vermutlich ist das Ganze sowieso gar kein kanadisches, sondern ein nordamerikanisches Ding. Fest steht lediglich, dass sie es 2005 tun, und zwar gar nicht selten, denn diese Räder gehören zumindest in Toronto zum Stadtbild und verschönern es derart, dass sich die deutschen Fahrradfahrer bitte umgehend von ihren Liege- Holland- und Manufactumrädern abwenden und die 599 US$ für das herrliche "Schwinn Sting-Ray Spoiler" oder ein anderes Fahrrad der Sting-Ray-Serie springen lassen. Got no motor running! Head out on the highway!


16.06.2005 | 16:59 | Anderswo | Alles wird schlechter

Wege aus der PISA-Krise


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Der District Redlands in Kalifornien reagiert modern und vorbildlich auf die schlechten PISA-Ergebnisse: dort wird Playstation-Unterricht eingeführt (Quelle: wired). Auf dem Sportlehrplan steht zunächst das Spiel Dance Dance Revolution, das über die eye toy-Kamera gespielt wird.

Der Screenshot zeigt, dass dieses Spiel auch einen gesellschaftlichen Beitrag leistet, weil es die Jugend angemessen auf die verwirrende, bekloppte Welt vorbereitet. Die USA finden damit Schritt für Schritt zu ihrer früheren Vorbildfunktion für Deutschland zurück: zum einen wählt man geschickt mit Playstation ein Fach, in dem die allermeisten Schüler a priori fabelhafte Noten haben werden. Zum anderen wird das Spiel mit "DDR" abgekürzt. Auf diese Weise würde in Deutschland auch die Entdramatisierung der jüngeren Vergangenheit durch blosses Rebranding gewährleistet.


16.06.2005 | 01:11 | Anderswo | Was fehlt

OOOMS


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Warum produzieren Designstudios eigentlich immer nur Prototypen und Vorzeigebildchen für ihre Website? Bei OOOMS gibt es die begehrenswertesten Dinge – nur leider nicht zu kaufen. Zumindest fehlt jeder Hinweis auf einen Vertrieb der vergoldeten Büroklammern, als Stromverteilerkästen getarnten Papp-Behausungen für Stadtnomaden, klassisch gemusterten Porzellan-Buttplugs, Schränkchen, deren Schubladen sich niemals gleichzeitig schließen lassen und total unnützen Holzklötze. Designer! So geht das doch nicht! Wir wollen das alles haben oder doch zumindest theoretisch haben können, falls wir mal dringend goldene Büroklammern brauchen. Kapitalismus, Kommerz, Angebot, Nachfrage, ist das so schwer zu begreifen? Dann müsstet ihr auch nicht mehr nebenbei im Callcenter arbeiten, um euer Designerhobby zu finanzieren.


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