05.08.2006 | 16:54 | Anderswo | Supertiere
 Stahlkabel um die Beine, Softballschuss in den Nacken, Bumm. (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.) Wenn man von Berkeley nach Marin County fährt, über die Oakland Bay Bridge, sieht man die Frachtkräne über dem Hafen von Oakland hocken wie monströse Packtiere, bedrohlich und niedlich zugleich. Wo in Marin County früher Miwok-Indianer Austern knackten, befinden sich heute die Lucasfilm-Studios, in denen Lucas unter anderem die Frachtkräne und die Miwoks zu seiner Weltall-Seife veropert hat. Nimmt man nun an, dass die AT-ATs aus Star-Wars die Mütter der Manga Gundam-Kampfanzüge sind, dann sind die Frachtkräne von Oakland also die Urgrossväter des tonnenschweren LandWalker, den ein irrer japanischer Ingenieur nach Gundam-Vorbild in seiner Freizeit zusammengeschraubt hat, und den man jetzt für 3 Millionen Yen, oder rund 300.000 Euro, auch kaufen kann (Zusätzliches Video hier). Will man dem knuffigen Gerät dann aber seine unmittelbaren Vorfahren zeigen, muss man sich ein wenig Zeit nehmen, allein für die Überschlurfung der Baybrücke zum Beispiel braucht das Ding fünf Stunden. Dafür kann es dann aber auf der anderen Seite gleich ganze Serien von Schaumstoffbällen aus dem eingebauten Luftgewehr abfeuern. Take that, Frachtkräne.
04.08.2006 | 14:20 | Anderswo | Alles wird besser
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.) Wenn man Zellen mit China in Verbindung bringt, dann fallen einem zunächst nur gefolterte Dissidenten und Mondbären ein. Dies jedoch ist die Vergangenheit, denn die Zukunft von Chinas Zellen wird vom MIT gestaltet: Links abgebildet ist der Entwurf für das neue Institut für "Nanobiomedical Technology and Membrane Biology" in Chengdu, entstanden durch einen Zirkelschluss aus Architektur und Molekularbiologie. Von aussen sieht es aus wie eine riesige Zelle, während es von innen genau wie eine riesige Zelle aussieht, mit Mitochondrien, Endosomen und sonstigen lebensnotwendigen Features. Vermutlich sind sogar Ionenpumpen eingebaut. Vorhersehbarerweise nennen die Erfinder das Ganze "molekulares bioarchitektonisches Design" – schon allein um sich vom in Europa seit geraumer Zeit virulenten Biomorphismus abzusetzen – und sehen in ihrer und unserer Zukunft einen neuen Trend zum zellbiologischen Gebäude. Klar ist jedoch, dass die neue chinesische Zellwelle nur dann eine Chance hat, wenn sich zunächst mal jemand einen geschmeidigeren Namen oder wenigstens ein lustiges Akronym dafür ausdenkt. Vielleicht am Stammzellentisch.
03.08.2006 | 12:02 | Anderswo | Nachtleuchtendes | Vermutungen über die Welt
 Der Weed Burner von Brookstone (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Die Welt ist gross und voll mit seltsamen Dingen. Doch seltsam ist nicht gleich seltsam und was in Deutschland mit staunenden Augen betrachtet wird, zählt an anderen Orten mitunter zum banalen Alltagsrüstzeug – man denke an Vorsicht-Elch-Schilder (Schweden), 10-Liter-Popcornbecher (USA) oder Weihnachtspalmen (Südsee). Dass es auch umgekehrt geht, haben vor kurzem mehrere einschlägige US-Gadgetblogs (OhGizmo!, Uber-Review, Geek24) gezeigt: Sie feierten die schlichte und in jedem deutschen Provinzdorf bekannte Methode des Gasbrennereinsatzes gegen Gestrüpp in Gehwegplattenzwischenräumen als nigelnagelneuen Nerdspass. Wenn die wüssten, dass wir in Deutschland ganze Diskussionsforen mit solchen Fragen füllen und ohnehin längst die Fugenhexe entwickelt haben.
02.08.2006 | 10:27 | Anderswo | Alles wird besser
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.) (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.) (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.) Neues aus Lüdenscheid: Nach langem Hin und Her wurde im Zuge der Neugestaltung des Rathauses auch der Rathausplatz renoviert und passend zur iPod-weissen Rathausfassade mit hellem chinesischen Granit ausgekleidet, der sich allerdings als überaus empfindlich erweist. Insbesondere nach Markttagen wie heute häufen sich Obst- und Gemüseflecken, die bleibende Spuren hinterlassen: "Kirsch- oder Aprikosenkerne, achtlos fallen gelassen von Kunden, die an den Ständen probiert haben. Heruntergefallenes Obst, unabsichtlich zertreten. Abgeknickte Blüten und Blätter. Oder auch Blumenerde: An Markttagen ist das einfach so, liegt all das auf dem Boden herum – nicht nur in Lüdenscheid", fassen die Lüdenscheider Nachrichten gestern das Ärgernis ebenso atemlos-dramatisch wie ratlos-lakonisch zusammen. Schon wird diskutiert, ob die Lüdenscheider künftig wenigstens die Schuhe ausziehen sollen, wenn sie die "gute Stube" der Kreisstadt betreten.
Derweil schreitet unter der Erde die Verhübschung mit Siebenmeilenstiefeln voran. Das Forum-Parkhaus unter dem ehemaligen Wellenbad, das zunächst eine Grossraumdisko werden sollte, nun jedoch einen Kinderspielplatz beherbergen wird, wurde von Künstlerhand umgestaltet. Jede Säule trägt eine eigene künstlerische Handschrift, die einen grübeln macht, was an anonymen und kargen Parkhäusern so schlimm war.
Die eigentliche Basisinnovation stammt jedoch vom Lüdenscheider ÖPNV. Die örtliche Verkehrsgesellschaft MVG hat kurzerhand eine zusätzliche Einnahmequelle erschlossen, indem sie die Namen der Bushaltestellen an örtliche Gewerbetreibende verkloppte, und das deutlich günstiger als zum Beispiel anderswo in NRW – für eine Einrichtungsgebühr von 99 Euro und eine Monatsmiete von 59 Euro pro Haltestellenpaar heissen die Stopps nun nach Autohäusern, Steuerberater-Praxen, Optikern und Heilpraktikern, oder nach dem einzigen McDonald's am Ort. Der Bürgerprotest angesichts der Vermarktung des öffentlichen Raumes hielt sich bislang im Rahmen. Anders als Lenin hat die Reclaim the Streets-Bewegung es bislang anscheinend nicht bis Lüdenscheid geschafft.
01.08.2006 | 19:30 | Anderswo | Alles wird besser | Essen und Essenzielles
 Ersatzbild für dieses nicht rechtefreie BildMountain View ist eine schöne Stadt, vermutlich, die Leute scheinen einigermassen wohlhabend zu sein, das Wetter geht voll okay und auch die in den USA streng verbotene Kriminalität kann nicht vollkommen aus den Fugen geraten sein, wenn die Polizei von Mountain View auf ihrer Startseite einen grossen, alarmroten Button stehen hat, dass sie noch immer Hinweise für einen ungelösten Mordfall von 2004 sucht. Dieses beschauliche 70.000-Einwohner-Städtchen wird in diesen Minuten noch famoser, weil die ortsansässige Firma Google die komplette Stadtfläche verwlant, zugänglich für kein Geld. Da, wie Google selbst zugibt, das Signal in den Häusern etwas schwächeln kann, kann der geneigte Mountainviewtemalteke sich ein verstärkendes WiFi-Modem kaufen, es ans Fenster kleben und sich noch mehr freuen als bisher.
Diese Lösung könnte eine gute und richtige sein, nämlich, dass diejenigen, die mit dem Internet Geld verdienen, einen W-LAN-Groschen zahlen, damit alle Menschen kostenloses Funknetz haben. T-Online wird das am Anfang nicht ganz so toll finden, vielleicht, aber hey, wenn mehr Menschen im Netz sein können – vielleicht haben sie dann nicht mehr nur schmale 1,7 Milliarden Page Impressions im Monat.
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IN DER RIESENMASCHINE
ORIENTIERUNG
SO GEHT'S:
- kleine Zähne
- Stand der Gnade
- Saunadorf
- Politiker wegen des Namens wählen
SO NICHT:
- Stief-Ferrari
- janusköpfige Welle
- Unentschlossenheit (aber nicht immer)
- mittelgrosse Saunastadt
AUTOMATISCHE KULTURKRITIK
"Parde", Jafar Panahi (2013)
Plus: 5, 21, 35, 45, 122, 142, 157 Minus: 14, 38, 98, 132, 160, 161 Gesamt: 1 Punkt
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