26.07.2005 | 04:50 | Fakten und Figuren | Zeichen und Wunder | Vermutungen über die Welt
 Wer diesen Hund sieht, ist reif für Level 2 der Hundesuche. (Foto: perdita) (Lizenz) Wissen Sie, was da links zu sehen ist? Falls nicht, stoppen Sie doch mal die Zeit, die Sie brauchen, bis Sie's sehen; wir plaudern einfach so lang ein wenig. Wir haben das Tier damals natürlich in Minutenschnelle entdeckt, wie es unseren enormen geistigen Kapazitäten entspricht. (Na, haben Sie's schon?) Beziehungsweise genauer gesagt, wie es den Kapazitäten nicht entspricht, denn renommierte Forscher haben jetzt herausgefunden, dass Marmelade Fett ent weder schlau sein beim Erkennen hilft noch schnelles Erkennen schlauer macht. Ein zugegeben verwirrend subtiles Ergebnis, an dem auch die Riesenmaschine noch kaut. Gut, dass das jetzt wohl keine Schande mehr ist. Vor allem aber eine willkommene Gelegenheit, mit Ihren Augen eitel Schindluder zu treiben.
Und das im Bild links oben versteckte, haben Sie's endlich gefunden?
(Die Schlangen sind von Akiyoshi Kitaoka, der grüne Punkt aus der Sammlung Michael Bach, und der ewige Biker von George Mather)
20.07.2005 | 17:09 | Fakten und Figuren | Papierrascheln
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)"Wenn die Medien träumen, träumen sie ein flottes, träges, hysterisches, universales Kleinbürgertum, das auf ewig mit der Synchronisation von politischer und sexueller Ökonomie beschäftigt ist." So schreibt in Deutschland nur einer, und das ist Georg Seeßlen. Das Zitat entstammt aber nicht der rühmlichen Sommerloch-Titelgeschichte der Jungle World "Bilder für die Massen", in der Seeßlen über das prekäre Verhältnis von Comic und Kino extemporiert, sondern dem Bonus-Track "Die Ordnung der Bilder" in dem in fünf Kapiteln mal eben so eine "ästhetische Ökonomie der Medien im Kapitalismus" in die Welt gestemmt wird. Wenn jemand in Deutschland so etwas machen kann, dann ist es ... aber das erwähnte ich ja bereits.
19.07.2005 | 13:24 | Alles wird besser | Fakten und Figuren
Das der britischen Regierung nahestehende Wissenschaftsinstitut Foresight hat sich Gedanken über die Zukunft der Drogen gemacht. Der Bericht unter dem Titel "Drugs Future 2025" geht davon aus, dass der Gebrauch von Drogen, Stimulanzien und Psychopharmaka in zwanzig Jahren "so normal sein wird, wie die morgendliche Tasse Kaffee", so ein Sprecher bei der Vorstellung. Wie das en Detail aussehen könnte, haben die Forscher in einer mustergültigen Szenariostudie ausgearbeitet. Die Szenarien für 2025 heissen "High Performance", "Neighbourhood Watch", "Dispense with care" und "Treated Positively" und man möchte lieber nicht wissen, was das Forscherteam sich währenddessen eingepfiffen hat...
(Dank an Matthias Dietz für den Hinweis)
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
18.07.2005 | 13:29 | Alles wird besser | Fakten und Figuren
Dass nichts auf der Welt so mächtig sei wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist, wusste schon Victor Hugo. Kaum ist die Welt der Riesenmaschine ein paar Wochen am Draht, kündigt das Hamburger Trendbüro in seinem Newsletter an:
Das Hamburger Trendbüro und die Design- und Architekturausstellung ENTRY 2006 starten das neue Internetportal DesignKlicks.Unter designklicks.spiegel.de können sich Trend- und Designinteressierte auf die Suche nach einer neuen Ästhetik begeben.
Fotografen, Designer, Architekten, bildende Künstler und andere Kreative sind aufgerufen, hier ihre Arbeiten und gestalterischen Visionen zu veröffentlichen, im gesellschaftlichen Wertekosmos einzuordnen und von den Nutzern der Seite bewerten zu lassen.
Insbesondere die Bewertungs-Funktion zieht ganz im Sinne der "Schwarmintelligenz" neue Erkenntnisse aus der Expertise der Mehrheit, denn jeder Besucher der Seite ist zugleich auch Jurymitglied. Damit wird das Portal zu einer Börse, die zeigt, welche Ästhetik auf die größte Nachfrage stößt und sich zu einem ernstzunehmenden Trend entwickelt.
DesignKlicks visualisiert jedoch nicht nur aktuelle Ästhetik-, Design- und Bildsprachetrends, sondern dient in der weiteren Interpretation auch als Seismograph für sich verändernde gesellschaftliche Werte. Damit steht Entscheidern im Werbung, Produktentwicklung und Design ein neues, innovatives Tool für ihre Arbeit zur Verfügung.
Eine unmittelbare Konkurrenz für die Riesenmaschine dürfte daraus jedoch kaum erwachsen. Um die ambitionierte Kartografierung der ästhetischen Welt bewerkstellen zu können, ist die in die SPIEGEL-Maske eingepasste Website in Wall-to-wall-Flash gestaltet, was selbst für Menschen mit guter Internetanbindung beachtliche Ladezeiten nach sich zieht. Die Benutzerführung und Funktionalität ist derart kryptisch und verstiegen, dass nur Menschen mit einem auch sonst ausgeprägten Hang zur Business-Esoterik daran Gefallen finden dürften. Dennoch scheint die unter dem Label "Schwarmintelligenz" gepushte Collaborative-Filtering-Funktion auf wundersame Weise blendend zu funktionieren. So ist der unangefochtene Spitzenreiter in puncto neuer Ästhetik bzw. Bildsprachetrends derzeit ein zugegeben schon etwas älteres Bild von Helge Schneider aus dem Film "Texas". Wer hätte das gedacht?! Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Entscheider im Werbung, Produktentwicklung und Design tatsächlich an diesem neuen, innovativen Tool orientieren. Wir wünschen einstweilen viel Erfolg.
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
15.07.2005 | 12:14 | Fakten und Figuren | Papierrascheln
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)"Was kommt nach Wellness?" fragt ein Werbeflyer des Zukunftsinstituts, der heute mit der Post ins Haus flatterte. Und gibt auch gleich die Antwort, nämlich: "Der Selfness Trend" (Matthias Horx, 80 Seiten, 90,- Euro). Wir dürfen darunter wohl etwas Ähnliches verstehen, wie das, was Michel Foucault im dritten Band von "Sexualität und Wahrheit" als "Die Sorge um sich" fasst. Dass diese in unseren Tagen nur allzu begründet ist, macht eine beigefügte Grafik unter dem Titel "Krisen als Übergänge – die zyklische Biografie" deutlich. Jetzt verstehe ich auch, warum mir in letzter Zeit immer so schwindelig ist ...
... 82 83 84 85 86 [87] 88
|
IN DER RIESENMASCHINE
ORIENTIERUNG
SO GEHT'S:
- grau (außer an Mäusen)
- konkludentes Handeln
- Eleganz der schönen Form
- Melodica
SO NICHT:
- Cordon bleu (schon der Name!)
- Literaturattrappen
- Jürgen Sparwasser nimmt Tubastunden
- Mundharmonika
AUTOMATISCHE KULTURKRITIK
"Road Games", Abner Pastoll (2015)
Plus: 3, 5, 35, 42, 67, 104, 119, 122, 135, 144 Minus: 1, 3, 8, 14, 33, 35, 198, 209 Gesamt: 2 Punkte
KATEGORIEN
ARCHIV
|
|