Riesenmaschine

06.12.2007 | 16:37 | Alles wird besser | Papierrascheln | In eigener Sache

Riesenmaschine-Buch schöner als 995 andere

Was wir schon längst wussten, hat jetzt auch die Stiftung Buchkunst erkannt: Das von Martin Baaske gestaltete Riesenmaschine-Buch ist eins der schönsten Bücher des Jahres 2007. Unter 1056 Mitbewerbern wurden 61 Bücher ausgezeichnet und dürfen sich jetzt mit einem Aufkleber aus massivem Gold schmücken.

Aus diesem Anlass möchten wir einmal unsere Leser ermahnen, die das Buch zwar bisher 7331 Mal bei uns und wer weiss wie oft auf den Seiten des Heyne Verlags gratis heruntergeladen, aber insgesamt nur ungefähr 2 Mal gekauft haben. Das ist undankbar, und wenn es sich herumspricht, wird es in Zukunft genauso viele kostenlose Buchdownloadangebote geben wie bisher, nämlich null. Wer kann das wollen? Wir möchten RIESENMASCHINEBUCH niemanden ungebührlich WEIHNACHTEN beeinflussen und KAUFEN haben diesen KAUFEN Text daher KAUFEN lediglich mit unaufdringlichen subliminalen Botschaften KAUFEN! ausgerüstet.


13.11.2007 | 17:33 | Alles wird besser | Sachen kaufen | In eigener Sache

Ein Führer für Geschenke (und andersherum)

Noch sechs Wochen bis Weihnachten – Anlass und Gelegenheit, sich wieder verstärkt den uralten, fundamentalen Menschheitsfragen zu widmen, die im besinnungslosen Trubel des Jahreslaufs allzu schnell unter den Tisch fallen, nämlich: "Was soll ich dieses Jahr zu Weihnachten verschenken?", sowie: "Was soll ich mir dieses Jahr zu Weihnachten wünschen?" Diesmal wird es so leicht fallen wie noch nie, die richtigen Antworten zu finden, denn es gibt mit dem brandneuen, exklusiven Shoposkop eine bequeme Möglichkeit, den Persönlichkeitstyp des zu Beschenkenden sowie geeignete Geschenkvorschläge zu ermitteln. Das Shoposkop wurde von führenden Wissenschaftlern der Zentralen Intelligenz Agentur entwickelt, von Riesenmaschine-Chefgrafiker Martin Baaske illustriert, es operiert nach der eigens erfundenen Rated Tagging Method und irrt sich nie.

Machen wir einfach einmal einen Testdurchlauf, indem wir ein Weihnachtsgeschenk suchen für – nun, wir wollen es der Maschine nicht zu einfach machen, deshalb wählen wir probehalber einen durch und durch unsympathischen Menschen, für den uns überhaupt kein Geschenk einfällt. Wir suchen also – wie gesagt, es handelt sich nur um ein Experiment, eine Versuchsanordnung, um die Leistungsfähigkeit des Shoposkops zu prüfen – ein passendes Weihnachtsgeschenk für Adolf Hitler.

Das Shoposkop lässt uns mit diversen Schiebereglern und Koordinatensystemen spielen, wobei wir fünfzehn kurze Fragen zur Person zu beantworten haben. Nichts leichter als das: Der Betreffende wollte schon immer etwas mit Menschen machen, aber auch mit Medien. Er geht nicht aus dem Haus ohne Taschenmesser. Lieblingsfarbe: Braun. Ein klares Nein zu den Aussagen "Weniger ist mehr" sowie "Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geliehen", ein ebenso klares Ja zum Satz "Was uns nicht tötet, macht uns hart". Andere Fragen sind kniffliger: Was findet er wichtiger, Kunst oder Sport? Beides ungefähr gleich, soweit wir informiert sind. Und ist er mehr nett oder mehr sexy? Hm, eindeutig nichts von beidem. Aber beim Schnick-schnack-schnuck entscheidet er sich doch wohl für den Stein.

Schon können wir auf den Auswertungsbutton klicken, und das Shoposkop teilt uns sofort das Resultat mit: Adolf Hitler, so erfahren wir, ist "der naturverbundene Kitschkopf". Das trifft den Nagel ebenso auf den Kopf wie die nachfolgende Charakteranalyse: "Man ist, was man hat! Das Leben ist zu kurz um es ernst zu nehmen! Und Spass kennt keine Stilvorgaben und keine Regeln. (...) Sie wissen was gut ist. Und dass Sie das wissen, das dürfen gerne alle wissen." Eine luzideres Psychogramm haben auch sechzig Jahre Faschismusforschung nicht erbracht.

Und die Hauptsache: Das Shoposkop schlägt sechs konkrete Geschenkideen vor, aus denen wir wählen können. Gut, die RayBan-Sonnenbrille kann man sich wohl eher nicht so vorstellen, auch das Businesssocken-Geschenkset ist vielleicht nicht das Richtige, aber hier: Das Geniesserset Churchill. Perfekt, das nehmen wir. Ein paar weitere Klicks, und das Ding ist gekauft. Weihnachten kann kommen.

Klaus Cäsar Zehrer | Dauerhafter Link | Kommentare (11)


01.11.2007 | 20:36 | Alles wird besser | Papierrascheln | In eigener Sache

Betreutes Lesen mit der Lesemaschine

Über zwei Jahre haben die Autoren der Riesenmaschine schweigend unter einem drakonischen Regelwerk harte Fronarbeit verrichtet: Wer "Ich" sagt, muss im härenen Hemd auf den Knien um die Maschine rutschen, und die Lektüre von Quellen oder überhaupt fremden Texten ist allen Mitarbeitern strikt untersagt ("Lesen heisst zum Satan beten.") Aufgrund von Protesten aus dem Maschinenraum gibt es seit heute die Lesemaschine, ein von Jochen Schmidts "Schmidt liest Proust"-Blog inspiriertes Blog für betreutes Lesen. In der Lesemaschine lesen unterschiedliche Personen unterschiedliche Bücher und kommentieren sie; alle anderen lesen mit oder auch nicht, genau weiss man das ja nie in diesem Internet. Gelesen werden zunächst "Krieg und Frieden" (Jörn Morisse), "Meine wichtigsten Körperfunktionen" (Bettina Andrae), "Mecki im Schlaraffenland" (Jan Bölsche), Descartes' "Meditationen" (Ruben Schneider), "The Power Broker" (Kai Schreiber), "The Road to Reality" (Aleks Scholz) sowie alle anderen Bücher (Kathrin Passig). Zahlreiche weitere Leser haben sich bereits angekündigt und werden im Laufe der nächsten Wochen zugeschaltet. Wir danken Jochen Schmidt für die freundliche Überlassung der Idee und Stefan Englert von intradat.com für die Domain lesemaschine.de, die ursprünglich der Bewerbung vollautomatischer Weinerntegeräte dienen sollte.


05.09.2007 | 18:51 | Essen und Essenzielles | In eigener Sache

Lean Mean Bean Machine


Serviervorschlag
Die in irgendeiner Stadt ansässige lobenswerte Firma nugg.ad stellt ein ungemein superes Produkt her oder bietet eine Dienstleistung feil, wir brauchen das nicht nachzurecherchieren, denn wir haben – auf dem Umweg über Sascha Lobo – von der ausgezeichneten Firma nugg.ad eine Jelly Belly Bean Machine geschenkt bekommen, fertig gefüllt mit acht Unzen Jelly Belly Beans. Da es nicht so häufig vorkommt, dass man uns Produkte einfach so schenkt, z.B. warten wir bis heute auf unser mehrfach angefordertes Rezensionsexemplar eines sündteuren Noise-Reduction-Kopfhörers, katapultiert dieser Akt die hervorragende Firma nugg.ad automatisch unter die Top 10 internationalen von der Riesenmaschine gutgeheissenen Unternehmen. Zweifellos ist das, was man dort herstellt, weltverbessernder als jeder Emissionsausgleich und nützlicher als ein kurbelbetriebenes Universalladegerät.

Dieses Jellybeanspendiergerät wollen wir nun wiederum an einen Leser weiterreichen. Die Preisfrage lautet: Für die Rechte welcher vier Musikstücke in diesem Trailer hat das Geld anscheinend nicht mehr gereicht? Wegen einer allgemeinen Postwegbringschwäche, über die unsere T-Shirt-Besteller und Preisausschreibengewinner Bescheid wissen, kann der Preis diesmal ausschliesslich von Selbstabholern aus Berlin gewonnen werden. Sorry, Leser in Tokio!


22.08.2007 | 17:32 | Berlin | Alles wird besser | In eigener Sache

9to5 – Wir nennen es Arbeit

Die ortlose Riesenmaschine erprobt ab morgen drei Tage lang erstmals das Konzept "Redaktionssitz", und zwar im Radialsystem V bei 9to5 – Wir nennen es Arbeit. Dort werden die kleineren unter unseren Autoren (also schon mal nicht Sascha Lobo) in einem winzigen, von Martin Baaske noch zu gestaltenden Pappkarton auf Kinderstühlchen kauern und Beiträge schreiben. Der Wetterbericht ist gut, wir werden es daher überwiegend nicht Arbeit, sondern "Herumlungern auf Liegestühlen" sowie "Unternehmen von Spreerundfahrten auf Dampfschiffen" nennen. Vor Ort können auch die noch übrigen Riesenmaschine-T-Shirts sowie (kommender Jahreszeitentrend "Herbst"!) bisher unveröffentlichte Riesenmaschine-Kapuzenpullover erworben werden.

In der Kernzeit zwischen 21:00 und 5:00 finden dort auch allerhand Vorträge und Workshops statt, z.B. mit Tom Hodkinson ("How to Be Idle") und Regine Debatty (We Make Money Not Art). Aus Eitelkeit und Platzmangel seien hier nur die Veranstaltungen aufgeführt, an denen Riesenmaschine-Autoren beteiligt sind: Am Freitag ab 22:00 Supatopcheckerbunny und Hilfscheckerbunny in "Berlin Bunny Lecture Economy", ab 2:30 Kathrin Passig mit dem Arbeitsvermeidungsworkshop "Putting the Pro in Procrastination", ab 4:00 Kathrin Passig und Sascha Lobo mit "Wie ich die Dinge geregelt kriege – ohne einen Funken Selbstdisziplin", am Samstag ab 16:00 Holm Friebe und Philipp Albers in "Was wäre ein linker Neoliberalismus" sowie um Mitternacht Kathrin Passig, Bettina Andrae und Klaus Cäsar Zehrer in der Lesung "Subventionen selbstgemacht", bei der jeder Zuhörer 5 Euro Eintritt erhält. Wer da nicht dabei ist, wird es lange bleiben.

Wer in den Kommentaren zu diesem Beitrag am glaubhaftesten darlegen kann, dass er/sie etwas ungemein Uneinträgliches Arbeit nennt und dringend eine dreitägige Kur mit Sonne, Liegestuhl und WLAN benötigt, bekommt ein Dreitagesticket geschenkt (kostet sonst 50 Euro). Zweiter Platz: ein Abendticket (kostet sonst 20 Euro) und als Trostpreis gibt es ein T-Shirt mit der Aufschrift "In Wirklichkeit bin ich viel wichtiger als Holm Friebe" (unbezahlbar).


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"The Last King of Scotland", Kevin Macdonald (2006)

Plus: 9, 15, 39, 42, 52, 63, 65, 77, 79, 88
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