Riesenmaschine

28.04.2006 | 15:48 | Berlin | Anderswo | Alles wird schlechter | Listen

Das Grauen hat einen N@men


Berlin: Normal schlecht

Auch Berlin: Lächerlich schlecht

Zingst an der Ostsee: Irrwitzig schlecht
Das Internet! Lobt und preist es, was hat es uns alles an herrlichen Dingen gebracht. Wir lernen Menschen kennen, die exakt die gleiche Störung haben wie wir, wir können mit ihnen weiterkommunizieren, wenn sie nach Belutschistan umziehen, wir können bloggen, von wo wir wollen und dabei auch noch bis zu 4,37 Euro am Tag mit Adsense verdienen! Aber ach, wo das Internet auf die richtige Welt stösst, beherrschen Verwirrung und Dummheit zu grossen Teilen die Szenerie. Das lässt sich besonders an den Namen von Internet-Cafés ablesen. Doofe Namen von Geschäften sind im Moment ja hip und gehen wie gestohlen Brot. Insofern freuen wir uns, den Anstoss für eine neue Liste geben zu können. Fortsetzung demnächst auf Spiegel Online.


31.03.2006 | 13:22 | Was fehlt | Listen

Automatic or the people


Innenraum: ungepflegt
(Zitat aus einem Sachverständigen-Gutachten)
ABD, ABS, ABV, ADS AFS, ALB, ALC, AMK, ANB, ANC, APS, APS, APS, AQS, ARD, ARP, ARS, ARS, ARS, ASA, ASC, ASL, ASR, ATB, ATC, ATC, ATC, ATF, ATL, AUC, BAS, BBF, BFD, BIB, BKV, BMR, BPC, BVA, CAC, CAL, CAS, CBC, CDC, CDI, CFI, CGI, CMS, CNS, CSR, CVT, CWS, DDS, DFC, DIS, DNS, DPF, DSC, DSG, DSR, DWA, EAQ, EBM, EDS, ESD, ESP, ESR, EWS, FAP, FIS, FSI, GPS, HBA, HHC, ICC, ICE, MFA, MPI, MSR, PDC, RDS, SPA, SSW, TCS, TDI, TMC, TPM, TRA, VDC, WSG, aber hat auch nur ein einziger verdammter Hersteller das Mülleimerproblem im Auto gelöst?


14.02.2006 | 16:04 | Supertiere | Listen

Nicht Riesenmaschine lesen kostet 32.000 Euro


Satan weidet weder Buntspechte noch Bachforellen
Nicht Riesenmaschine lesen kann teuer werden! Diese Erfahrung musste gestern abend Kandidat Rafael in der RTL-Sendung "Wer wird Millionär?" machen. Bei 32.000 erreichten Euro hatte der Kulturmanager aus Bad Mergentheim seine drei Joker verbraten und sollte für 64.000 Euro die Frage beantworten, welches der vier Tiere Laubfrosch, Siebenschläfer, Buntspecht oder Bachforelle ein Bilch sei.
Während andernorts zeitgleich Chinesinnen schmerzhaft aufs olympische Eis knallten, verzichtete der ahnungslose Engländer ebenso schmerzlich auf die Beantwortung der Frage und damit auf ein geschätztes Jahreseinkommen (als Kulturmanager) bzw. Abendhonorar (Jauch). Sein Pech: Hätte er regelmässig die Beiträge in der offensiv und bekennend nagetierverherrlichenden Riesenmaschine verfolgt, wäre er lachend in den sechsstelligen Bereich vorgedrungen. Petitesse am Rande: Noch vor der Frage kündigte er nach Erreichen der 16.000 Euro-Gewinnschwelle an, sich von diesem Betrag lediglich eine neue "Maus" für seinen Computer kaufen zu wollen. Dies war dem Nagetiergott offensichtlich nicht Huldigung genug.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Mehr über Nagetiere


01.02.2006 | 12:06 | Anderswo | Listen | Zeichen und Wunder

Gottesbeweis


Guyana, Land der weissen Wolken, Bustouristen und Strommasten (Foto: ciroduran / (Lizenz)
Gott würfelt nicht. Er arbeitet systematisch, wie die tief im Inneren des Riesenlexikons Wikipedia schlummernde Wunder-Kategorie Guyanese Actors beweist. Demnach hat Gott drei Schauspieler in dem südamerikanischen Land Guyana (769.000 Einwohner) erschaffen, und zwar, weil er es so wollte, in exakt alphabetischer Reihenfolge. Zunächst William Austin, später Norman Beaton und schliesslich Shakira Caine. Dass Gott noch nicht weiter ist, muss daran liegen, dass ihm die Erschaffung der ersten weiblichen Schauspielerin Guyanas so viel Mühe machte. Erst musste er nämlich dem sehr guten Schauspieler Michael Caine einen Kaffee-Werbespot (Maxwell House) mit der ehemaligen Miss Guyana zeigen. Noch in derselben Minute verliebte sich der grosse Mann in das Weib, und heiratete es etwa fünf Sekunden später. Hätte Caine das nicht getan, wäre Gott schon bei "B" stecken geblieben, denn Frau Caine hiess zuvor Baksh.

Danach war Gott sehr müde. Er ist es heute noch. Nur deshalb konnte er auch noch nicht die 150 guyanischen Schauspieler in seine Enzyklopädie einarbeiten, die im Jahr 2004 wie aus heiterem Himmel in dem Film Guiana 1838 des indischen Regisseur Rohit Jagessar auftauchten. Zurzeit arbeitet Gott daran, die Leute in eine ordentliche alphabetische Reihenfolge zu bringen, weshalb er sich auch nicht um jeden anderen Blödsinn (Kosmos) kümmern kann.

Christian Y. Schmidt | Dauerhafter Link | Kommentare (3)


26.01.2006 | 10:33 | Anderswo | Alles wird besser | Listen | Zeichen und Wunder

Wunderwaffen: nichttödliche Waffen


smell you later, perpetrator (Foto: J Wynia)
Es ist allgemein bekannt, dass Angehörige der U.S. Streitkräfte bisweilen umständehalber gezwungen sind, das 5. Gebot zu brechen. Weniger bekannt sind ihre umfangreichen Bemühungen, den Beruf des Soldaten in der Ausübung lebensfreundlicher zu gestalten. Und zwar mit Hilfe von Non-Lethal Weapons (NLW).

Nichttödliche Waffen sind, wie jeder Krawallprofi oder -amateur mit schmerzverzerrtem, zahnluckertem Grinsen und gebrochenem-Daumen-rauf bestätigen wird, nicht nur viel weniger tödlich als tödliche Waffen, sondern bereiten auf aktiver Seite in der Anwendung oft mehr Freude als das altmodische Zielen und Ballern mit anschliessendem Herumbluten und optionalem Gedärmesortieren. Zum Nutzen aller erdenken und entwickeln deshalb Ingenieure, Waffenhersteller, Sicherheitsspezialisten und verrückte Wissenschaftler Möglichkeiten, den Gegner mit einer unangemeldeten Schaumparty mit schnell aushärtendem Schaum zu überraschen oder ihm zuvorkommend Mikroben in den Tank zu kippen, wenn der Zucker gerade alle ist. Ihn herrlich retro wie Spiderman mittels sogenannter entangler einzuwickeln oder ihn Jackass-style mit tieffrequentem Schall zur spontanen Darmentleerung zu zwingen. Teenager, die man – so geboten es oft erscheint – nicht einfach umbringen darf, werden mit nur für sie hörbaren hochfrequenten Tönen vergrämt. Exzentriker mit Hang zum Superschurkentum lassen gegnerische Fahrzeuge durch in die Strasse eingelassene Airbags umkippen (das Fraunhofer-Institut arbeitet daran, nachdem man Airbags zur Abwehr von Asteroiden und Büroschlaf für untauglich befunden hat) oder lassen – einfach, genial und slightly offtopic – den Anführer der feindlichen Streitmacht mit einem Hologramm zu Tode erschrecken.

Das ist jedoch noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Wie das Sunshine Project enthüllt, denkt man innerhalb der Kategorie nichtletaler chemischer Kriegsführung, deren Produkte in so klangvolle Unterkategorien zerfallen wie Calmatives, Incapacitants, Irritants, Malodorants, Marking Agents, Convulsants (um nur einige zu nennen) und in Strassenhandel und Veterinärpraxis gut eingeführte Substanzen wie Ketamin umfassen auch bereits seit Jahren über pheromonbasierte Kampfstoffe nach, die den Gegner wahlweise für Ungeziefer und Nagetiere oder, in der Steigerung, für den eigenen Kameraden besonders attraktiv machen sollen (harrassing, annoying and bad guy identifying chemicals (...) one distasteful but completely non-lethal example would be strong aphrodisiacs, especially if the chemical also caused homosexual behaviour."). Man ahnt, dass (Anti-)Kriegsfilme in Zukunft nicht mehr das sein werden, was sie einmal waren.

Produkte der NLW-Forschung kommen nicht nur im Krawall- oder Kriegsfall zum Einsatz. Marking oder Tagging Agents markieren die nicht ganz so billigen Teile bei H&M genauso effektiv wie den Dieb, und Weihnachtsbaumwilderer in den USA machen Bekanntschaft mit Malodorants, im speziellen Fall mit einer Art synthetischer Fuchspisse, die erst bei Raumtemperatur ihr volles Aroma entfaltet. Mit ähnlichen Mitteln sollen in Zukunft auch Skifahrer dazu bewegt werden, die auffällig treffend und sinnfällig benannten Pistenmarkierungen zu respektieren.

Als Mutter der modernen olfaktorischen Kriegsführung gilt ein bereits 1944 in den USA entwickelter Gestank, den französische Widerstandskämpfer mittels Zerstäuber auf deutsche Offiziere auftragen sollten, um sie zu beschämen und zu demoralisieren. Die auf den Namen Who, me? getaufte Stinkbombe war militärisch ein Griff ins Klo, die Krauts offenbar immun. Die Substanz bewährt sich jedoch im zivilen Einsatz bis heute unter dem Namen "U.S. Government Bathroom Malodor" – als gültiger Standard, gegen den Raumerfrischer und Deodorants in der Testphase anstinken müssen.

Seit 1966 beschäftigt man sich vor dem Hintergrund des Misserfolgs von "Who, me?" damit, dass die Nase andernorts möglicherweise anders laufen könnte und erstellt Geruchsreaktionsprofile ethnischer Gruppen, um culturally specific malodorants zu ermitteln. Der mit nichttödlicher Sicherheit erfolgte Nichteinsatz von fried bacon bombs und left hand smell grenades im Irak deutet jedoch darauf hin, dass man in der Sache seitdem nicht wesentlich weiter gekommen ist. Dabei wäre man sicher aktuell auch hierzulande interessiert an nichttödlichen, landesspezifischen, gasförmigen Antworten auf beliebte Fragen wie Who beat the hun 5-1?.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Wunderwaffenwoche in der Riesenmaschine

Natascha Podgornik | Dauerhafter Link | Kommentare (6)


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