Riesenmaschine

07.05.2007 | 20:05 | Alles wird besser | Essen und Essenzielles | Papierrascheln

Kochen ohne alles


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Als Fachleute für theoretische Gadgetverherlichung und praktische Besitzlosigkeit freuen wir uns, dass der O'Reilly-Verlag unaufgefordert unsere Aussteuer um ein Exemplar des "Kochbuch für Geeks" von Mela Eckenfels und Petra Hildebrandt erweitert hat. Dieses sehr vorteilhafte Werk ist in drei Teile gegliedert, deren erster und für uns einzig interessanter, "Larval Stage", das Leben ganz ohne Küche behandelt. Frühstücksdrinks, Kochen mit heissem Wasser und einem Gefrierbeutel, bis hin zum letzten Schritt "Verspeisen" wird hier jedes Detail unmissverständlich und zielgruppenorientiert erklärt ("Direkt aus dem Beutel essen oder vorher in Geschirr umfüllen"). Beigelegt ist ein praktisches Periodensystem für Lebensmittel, dem man entnehmen kann, dass Hackfleisch (Ordnungszahl 1) nicht so lange geniessbar bleibt wie Salz (Ordnungszahl 108). Einziger Nachteil: Vornedrauf hätte ruhig ein Nagetier sein dürfen.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Der ganz heisse Reis


06.05.2007 | 19:29 | Alles wird besser | Papierrascheln

Radio jetzt als Buch


Auch bald als Buch (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Schon wieder eine Hammermeldung von Technovelgy: Jun-ichiro Watanabe, angestellt offenbar bei Hitachi, hat ein elektronisches Buch erfunden, das ein Radio ersetzt. Und den Web-Browser. Und die TV-Fernbedienung. Man blättert einfach durch die Sender und wenn man genug hat, klappt man das Radio zu.

Darüber können einige Verrückte vom MIT natürlich nur irre lachen, denn sie haben schon vor zehn Jahren ein elektronisches Buch erfunden, das ein anderes Buch ersetzt. Bzw. alle anderen Bücher, denn es lädt einfach jedes gewünschte Werk in das elektronische Buch aus vielen hundert elektronischen Seiten. Allerdings existiert diese Innovation bisher nur auf Papier.


28.04.2007 | 20:22 | Nachtleuchtendes | Sachen kaufen | Papierrascheln

Bücherzimmerpogrom


Gemütliche Diskussion über die Werke von Günter Grass. (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Wenn sich früher Bücher und andere Schriftstücke keiner grossen Beliebtheit erfreuen konnten, dann flogen sie kurzerhand ins Feuer. Entweder daheim in den Kamin oder unter freiem Himmel in rauschende Flammen, nicht selten umrahmt von Trubel und Volksfesten. Weil uns aber die Nazis öffentliche Bücherverbrennungen verleidet haben, wird heutzutage an grossen offenen Feuern nur noch gesoffen und gegrölt. Jetzt kann man sich die klassische Rezensionsatmosphäre aber immerhin wieder ins eigene Studierzimmer holen, nämlich mit dem neuen scheiterhaufenförmigen Firetable von fuego. Nun fehlen nur noch Fire-Schreibtische, mit deren hervorstechender Feuersbrunst man jedes drückenden Papierbergs Herr zu werden vermag.

Ruben Schneider | Dauerhafter Link | Kommentare (2)


15.04.2007 | 00:19 | Fakten und Figuren | Papierrascheln

Nothing beats rock


Foto: Meme!, Lizenz
Das ist natürlich Unsinn, Papier schlägt Stein, eine wenig intuitive Regel, die auf die chinesische Antike zurückgeht. Und sonst würde ja jedes Spiel unentschieden Rock zu Rock ausgehen, wie in der Seinfeld-Folge "The Stand-In". Wie man wirklich Rock-Paper-Scissors (RPS) spielt, das legt seit Mitte des 19. Jahrhunderts der World RPS Club in Toronto fest – ehemals in England gegründet, um die Ausübung von RPS "for honour" zu garantieren, diente das Kinderspiel doch ansonsten zur Beilegung von ernsthaften gesetzlichen Zwistigkeiten, für die sich sonst keine Lösung finden liess. Oder für die man sich sonst umständlich hätte duellieren müssen. Im Orient lief der Vorgang interessanterweise andersherum ab, und Streitigkeiten bei RPS führten zur Erfindung von ganz neuen Kampfsportarten. Man erkennt daran, dass es Sinn macht, die taktischen Feinheiten des nicht-transitiven Spiels zu beherrschen. Im Mittelpunkt der RPS-Strategie stehen die zahllosen Gambits, dreistufige Wege zum Sieg, beispielsweise "The Avalanche" (3x Rock), ein "relentless and devastating offensive manoevre", für Anfänger vielleicht nicht zu empfehlen. Und wenn man das alles beherrscht, so wie Superstar Bob "The Rock" Cooper, vermeidet man nicht nur körperliche Auseinandersetzungen, nein, man gewinnt möglicherweise auch viele tausend Dollar bei der RPS-Weltmeisterschaft und zahlreichen anderen internationalen Turnieren. Oder zumindest Ruhm und Ehre, zum Beispiel am 14. April beim Turnier der Kappa-Sigma-Fraternity des MIT. Moment, das war ja gestern.


31.03.2007 | 09:50 | Sachen kaufen | Papierrascheln

Wider das Warten


Auf dieses Faltset haben wir grade noch gewartet. Ungeduldig. (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Ständig muss man auf irgendwas warten. Den Bus, den Gerichtsvollzieher, den Tod eines Haustiers, zum Beispiel eines Fisches. Darauf, dass das Gehirn den über Tag angefallenen Müll abräumt. Darauf, dass die Sopranos endlich anfangen, zuende zu gehen. Würde man die Wartezeit aller Menschen aneinanderkleben, sie reichte von der Erde bis zum Saturn und wieder zurück eine lange Luftschlange aus vertaner Zeit, die im Weltraum verweht. Dabei ist das ja Quatsch. Weil morgen zwar alles besser sein wird – selbst gestern wird morgen besser sein, denn so sind die Gesetze des universellen Fortschritts eben gedrechselt – aber morgen ja auch kommt, wenn man gar nicht drauf wartet, sondern stattdessen zum Beispiel einen doofen Brunnen baut oder Uhren suchen geht am Strand.


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