Riesenmaschine

02.08.2005 | 20:29 | Alles wird besser | Sachen kaufen

Mobile drinking


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Die meisten heutigen Hobbies haben sich über die Jahre deutlich technisiert oder überhaupt erst gebildet: flickrn, musikhören, Cybersex. Kaum Weiterentwicklungen gab es dagegen beim Premiumhobby Saufen: hier ist abgesehen von der Alcopop-Steuer die letzte einschneidende Neuerung von 1516. Kein Wunder, dass es da zu bisweilen lächerlichen Übersprungshandlungen kommt. So wie dieser Flachmann in Form eines Handys. Wer also ohne langwierige Umschulung vom Plakativsäufer zum Latenzalkoholiker werden möchte, kann das für schmale 23,95$ tun. Wir sind sehr gespannt auf die Entwicklung des ersten Bluetooth-Tools (remote drinking).


01.08.2005 | 22:51 | Alles wird schlechter | Sachen kaufen

Von Markt- und Zahnlücken


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Was ist wohl auf dem nebenstehenden Bild dargestellt? Ein neuartiges Krokodil mit gelbem Zahn? Eine Wäscheklammer mit ergonomischem Griff? Oder aber eine spezielle Zange zum Herausziehen von Milchzähnen? Natürlich alles Unsinn, denn es handelt sich um etwas ganz Einfaches, nämlich um eine spezielle Zange zum Herausziehen von Milchzähnen. Wieder mal ist das eine so dermaßen offensichtliche Erfindung wie seinerzeit "Tisch" oder "Haus", dass man sich tagelang an die Stirn schlägt vor lauter Ärger, nicht selber darauf gekommen zu sein. Man könnte heute ein Patent besitzen, für eine spezielle Zange zum Herausziehen von Milchzähnen! Einziger Trost: Auch die Hersteller der herkömmlichen Geräte für denselben Zweck (Faden und Türklinke, kräftige Ohrfeige, hartes Brot) wurden kalt erwischt.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Zahnlos glücklich


01.08.2005 | 01:54 | Sachen kaufen | Sachen anziehen

Vom Triband zum Armband


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Jeder vernünftige Technologiekonzern sperrt ein paar Drogensüchtige in irgendeine 60er Jahre Science-Fiction-Filmkulisse, gibt ihnen Buntstifte und Papier und vermarktet das Ganze in der Presse als "Future Lab" oder "Design Lounge". Nokia hat eine solche Einrichtung selbstverständlich auch, praktischerweise in den Niederlanden, wo mit halluzinogenen Pilzen und Haschisch zwei beliebte Design-Drogen legal sind und wahrscheinlich sogar von der Steuer abgesetzt werden können. Die neuste Entwicklung aus den vernebelten Kammern des Handyherstellers ist ein Bluetooth-Armband namens Strap-Up, das ohne weitere Erklärungen sicher den hier genannten Wettbewerb gewönne. Die weiteren Erklärungen folgen jedoch: es handelt sich um ein Gerät, das direkt mit dem eigenen Handy und darüber mit der ganzen Welt kommuniziert. Vermutlich mit Hilfe gyroskopischer Mikrokreisel kann der geneigte User Bewegungsabläufe im Armband speichern, die bei Ausführung automatisch SMS, Bilder und Töne versenden. Während eines Meetings muss also nicht mehr langwierig eingetippt werden "Ich kann gerade nicht SMSen, ich bin in einem Meeting", sondern man kann ganz simpel den Arm schnell hin und her, hoch und runter schleudern und schon versendet sich die Message von ganz allein. Aber auch die direkte Umgebung des Trägers wird kommunikativ versorgt. Die ruckartigen Bewegungen mit einem bunt blinkenden und polyphon piependen Armband zeigen weltweit an: Achtung, ich bin ein Vollidiot.


01.08.2005 | 00:37 | Alles wird schlechter | Sachen kaufen | Vermutungen über die Welt

Au Weialess


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Irgendwo da draussen sitzen ein paar dutzend Ingenieure zusammen und haben diesen Wettbewerb laufen: "Wer verbluetoothed & verwirelessed die beklopptesten Gegenstände?" Nachdem der Mann von Motorola gerade erst die Führung mit der Bluetooth-Brille übernommen hatte, muss er sie jetzt schon wieder an die Fujitsu-Vertreter abgeben. Die haben einen wireless-Computer an einen Einkaufswagen montiert, der unter anderem mit einem Supermarktnavigationssystem aufwartet, das einem jederzeit den Weg zum nächsten Knäckebrot zeigen kann. Dazu kommt ein Preischeck-Barcode-Scanner und vor allem das beliebte Kochrezepte-Feature, das ja, etwa bei Marketing-Communities, Portalen und Ähnlichem seit 1998 stets als Killerapplikation fungiert, wenn einem gar nichts mehr sonst einfällt. Ebenfalls speichert der Computer den eigenen Einkaufszettel, den man ihm vorher auf den üblichen verschiedenen elektronischen Wegen zukommen lassen konnte. Und seien wir ehrlich – wie gross war schon lange der Wunsch in uns allen angesichts der Papiereinkaufszettelplage, an dieser Stelle endlich eine digitale High-End-Lösung zu finden? Die winzigen, rein theoretischen Unannehmlichkeiten und Gefahren wie Einkaufswagenabsturz, Akku-Leere oder Datenmissbrauch über die einzuführende Kundenkarte sind allenfalls für die üblichen notorischen Fortschrittfeinde überhaupt erwähnenswert. Äusserst erwähnenswert wäre dagegen die Antwort auf die Frage, was für einen Alltagsgegenstand dereinst der Gewinner des oben genannten Wettbewerbs herstellen wird. Eventuell ein Bluetooth-Gebiss. Das würde ja auch vom Namen her passen.


30.07.2005 | 20:29 | Supertiere | Sachen kaufen

Endlich: Fasching auch bei Smogalarm


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Bisher war es ja so, dass man allein wegen der weitverbreiteten Einfallslosigkeit der Mundschutzhersteller gezwungen war, diese Drecksluft um einen herum ungefiltert einzuatmen. Was wir uns alle schon lange wünschen: Endlich geschützt atmen und dabei nicht aussehen, als wäre man einer Krankenhausserie aus den 60ern entsprungen. Sondern stattdessen vielleicht wie ein Tiger, ein Schwein oder ein Gorilla. Diesen Herzenswunsch vieler Millionen Mitbürger hat die Firma "Compact Impact" netterweise erkannt und verkauft deshalb seit kurzem den Mundschutz mit tollen Tiermotiven. Dass man im selben Laden auch noch eine lebende Alge als Anhänger fürs Handy bestellt, versteht sich dann wohl von selbst.


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