25.07.2005 | 23:35 | Alles wird besser | Sachen kaufen
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Das ging schnell: Kaum eine Woche, nachdem wir beklagen, dass man immer noch einen ganzen Elektroladen mit sich herumtragen muss, um überall alles tun zu können, lesen wir anderswo von diesem unscheinbaren Ding, das, soweit ich das verstehe, in Kombination mit ein paar winzigen "itips" tatsächlich alles aufladen kann, Laptop, Handy, MP3-Player, Kamera, alles und zwar gleichzeitig. Das Beste: Dieses Gerät kann man sogar kaufen.
Dieser Beitrag ist ein Update zu: Sogar Solar
25.07.2005 | 12:40 | Alles wird schlechter | Sachen kaufen
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Seit Jahrhunderten gilt der Besitz der eierlegenden Wollmilchsau als gralsgleiches Ziel aller menschlichen Bestrebungen. Insofern sollten Gadgethersteller dringend daran arbeiten, dass man weniger Geräte mit sich herumträgt und nicht mehr. Diesen Trend verkennt Motorola gekonnt mit der Mischung aus Sonnenbrille und Bluetooth-Handyfreisprechanlage RAZRwire von Oakley, präsentiert im Übrigen auf einer sagenhaft langsamen, weil schlecht programmierten Flash-Microsite, die man bitte keinesfalls anklickt (Link nur der Ordnung halber gesetzt). Das Konzept folgt dem beliebten und guten Designtrend der Bifunktionalität, hat aber einen entscheidenden Fehler. Eine Spontanumfrage unter namhaften Riesenmaschine-Autoren ergab, dass Sonnenbrillen zu den meistverlorenen Gegenständen überhaupt gehören. Ihre Lebensdauer liegt meist unter sechs Wochen und damit unter aller Sau. Die häufigsten Ursachen sind Verlust durch Verlieren und Verlust durch Draufsetzen. Das nachvollziehbar schmucke Robocop-Gefühl der RAZRwire ist also auf Dauer kaum bezahlbar. Ausserdem ist der allerletzte Satz, denn ich je hören oder sagen möchte: "Hast Du ein Motorola-Ladegerät da? Meine Brille ist alle".
25.07.2005 | 03:41 | Anderswo | Sachen kaufen | Essen und Essenzielles
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Die Antwort lautet: in Berlin nur im KaDeWe. Es ist ja so, dass man sich öfters neuen Einflüssen aussetzen soll, um nicht zu verCDUen. Ein wunderbarer neuer Einfluss ist die Erforschung von exotischen Lebensmitteln, zum Beispiel Früchten. Früher als Kind hatte das live vom Baum Gepflückte noch eine Thrillkomponente (giftig oder nicht?), heute ist auf dem Markt alles mehrfach durchgetestet. Trotzdem kommt beim Essen neuer Früchte grosser Spass und Spannung auf: wie schmeckt wohl eine Frucht mit dem bakterioiden Namen Sapotille? Kann man eine Netzannone bedenkenlos essen oder hat sie eine Firewall? Fruit'n'Fun für die ganze Familie. Das Foto zeigt eine Mangostan, die nur zufällig so ähnlich heisst wie der Exotenklassiker Mango. Dafür schmeckt sie um Klassen, nein ganze Schulen besser. Sie ist, das steht auch in der Beschreibung der schönen, aber doofnamigen Seite passion4fruit.com, die leckerste Frucht der Welt. Sie schmeckt wie eine Mischung aus Pfirsich und Mandarine mit Kernen, denen das Aroma von frischem Obstkuchen innewohnt. "Lecker", sagen jetzt alle, und "eCommerce schön und gut, aber Früchte im Internet bestellen, soweit kommt's noch! Ich will doch riechen, tasten, drücken, bevor ich eine fremde Frucht adoptiere! Wo bekomme ich denn ein solches Obst?" Die Antwort: siehe oben.
24.07.2005 | 12:04 | Anderswo | Sachen kaufen
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Auf dieses interessante ebay-Angebot unter der Bezeichnung "Stainless Steel BBQ Grill" machte uns heute die FAS aufmerksam. Die Produktbeschreibung des gegenwärtig bei 305 US-$ taxierten Designobjekts lautet: "This is the first in our line of Stainless Steel BBQ Grills. Our research and development team (not pictured) spent twenty minutes on the design. It uses all wood or Charcoal, and the prices are very reasonable."
Sehr gut möglich, dass die wirklich richtungsweisenden Designinnovationen der Zukunft unter Rezessionsbedingungen in der produktiven Umnutzung und Umdeutung vorgefundenen Inventars des Alltags liegen – Stichwort: Favela-chic. Frohgemut eröffnen wir ein neues Suchfeld und zitieren zur Einnordung noch einmal aus Michel de Certeaus "Kunst des Handelns" (1988, S. 13), wo die Theorie des produktiven Konsums durch Aneignung und Umnutzung erstmals ausformuliert wird:
"Das Gegenstück zur rationalisierten, expansiven, aber auch zentralisierten, lautstarken und spektakulären ist eine andere Produktion, die als 'Konsum' bezeichnet wird: diese ist listenreich und verstreut, aber sie breitet sich überall aus, lautlos und fast unsichtbar, denn sie äußert sich nicht durch eigene Produkte, sondern in der Umgangsweise mit den Produkten, die von einer herrschenden ökonomischen Ordnung aufgezwungen werden."
23.07.2005 | 16:35 | Sachen kaufen | Papierrascheln
Die Tatsache, dass Christina Aguilera ihren neuen Song mit dem intelligenten Titel "Hello" exklusiv an Mercedes verkauft hat, nimmt der Wirtschaftsteil der ZEIT zum Anlass, in einem ziemlich langen und durchaus gehaltvollen Riemen mal grundsätzlich über das Thema "Branded Entertainment" nachzudenken und festzustellen, dass globale Unternehmen ihre Marken mit der Popkultur fusion- und so gleichermaßen Werbung wie Medienindustrie revolutionieren. In diesem Zusammenhang kommt auch ein BMW-Marketingchef namens Torsten Müller-Ötvös zu Wort, der erkannt hat und androht: "Die Entertainmentindustrie war schon immer die größte Marketingmaschine der Welt. Das werden wir uns zu Nutze machen."
Nichts anderes predigen wir den lieben langen Tag. Und nichts anderes haben die vielgescholtenen Adorno/Horkheimer schon in den 40ern gepredigt und in ihrem Kulturindustrie-Kapitel notiert: "Kultur heute schlägt alles mit Ähnlichkeit. Film, Radio, Magazine machen ein System aus. Jede Sparte ist einstimmig in sich und alle zusammen. ... Indem unterm Zwang des Systems jedes Produkt Reklametechnik verwendet, ist diese ins Idiom, den 'Stil' der Kulturindustrie einmarschiert."
Die eifrigen Rechercheure von der Zeit waren zudem so freundlich, ein paar Filmbeispiele zu sammeln, die jedoch größtenteils weniger eine neue aufregende Qualität im Verschmelzen von Kommerz und Kultur beweisen, sondern die langweilige alte Qualität von -Gähn!- Testimonial-Kampagnen.
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IN DER RIESENMASCHINE
ORIENTIERUNG
SO GEHT'S:
- Faszination der Blumen und Ornamente
- Komplett-Kompott
- Feuerzeuge in Handgranatenform
- Erdmännchen
SO NICHT:
- Preisgelder versteuern müssen (außer Lebenswerk)
- Spermienknödel im Badewasser
- Magentahaut
- Komplett-Komplott
AUTOMATISCHE KULTURKRITIK
"The Guard", John Michael McDonagh (2011)
Plus: 37, 48, 123, 143, 151 doppelt Minus: 13, 111, 116, 183 Gesamt: 2 Punkte
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