Riesenmaschine

02.08.2005 | 23:09 | Fakten und Figuren | Zeichen und Wunder

Fahrstuhlhacking


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Wenn man in einen Fahrstuhl steigt und mehr als fünf Stockwerke überbrücken muss, kann man sich nach dem bisher kaum bekannten Gesetz Murphys über Fahrstuhl-Plagen sicher sein, dass siamesische Drillinge mit Schreikrampf ebenso einsteigen werden wie eine Flatulenz-Selbsthilfegruppe mit Keuchhusten. Das muss nun nicht mehr sein, denn in den meisten Aufzügen, etwa denen von Otis, gibt es eine geheime Tastenkombination: drückt man den Etagen-Knopf gleichzeitig mit dem Tür-Schließen-Button, so fährt der Aufzug ohne Stopp durch. Diese für Hochhausbewohner essentielle Information haben wir von The damn Blog erfahren, jedoch nicht selbst getestet. Und das werden wir auch nicht tun. Denn die bloße vermutete Existenz dieses Hidden Features lässt uns hoffen, dass da draußen nicht nur staubtrockene Ingenieursfratzen ihr Werk tun, sondern auch Menschen mit Witz und Punk. Wir würden es also keinesfalls erfahren wollen, wenn es ein Fake wäre.


02.08.2005 | 16:27 | Fakten und Figuren | Zeichen und Wunder

Balance of Coke


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Nein, dieses Bild ist kein Fake, weder mit Photoshop noch mit Knete oder Draht. Im Gegenteil: try this at home. Man nehme eine handelsübliche Coke-Dose, einen glatten Untergrund und trinke etwa zwei Drittel der Dose aus (ein wenig im Mund behalten, falls zuviel abgetrunken wurde). Dann stelle man die Dose vorsichtig auf die Kante und behalte ihr schwankendes Taumeln im Auge. Dann steht sie. Geld zurück bei Nichtgelingen! Der Trick eignet sich besonders zum Beeindrucken angetrunkener Personen (Serviervorschlag: um einen Kuss wetten) und sollte dann mit etwas scheinhypnotischem Armwedeln verbunden werden. Gänzlich ungeeignet hingegen sind Bierdosen, weil sie anders geformt sind und Red Bull Dosen, weil von der widerlichen Plörre ja wohl niemand zwei Drittel trinken möchte.


02.08.2005 | 00:23 | Zeichen und Wunder

Ceci n'est pas une Ferrari


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
"Ein Auto muss man zuerst träumen" hat Enzo Ferrari einmal gesagt und damit wohl das schlimme Wort vom Traumauto in Umlauf gebracht. Man kann ein Auto aber auch einfach malen. Das hat die Künstlerin Tatjana Doll mit ihrer Bildserie von zehn in Öl gemalten Ferraris in Originalgröße getan. Richtig interessant wird der Autotraum aber erst, wenn man diese Bilder dann wieder in Bewegung setzt. Der Berliner Videokünstler Philipp Geist hat also gefilmt, wie Dolls Bilderautos vom Lager in einen Laster verladen, wieder entladen und in den Ausstellungsraum getragen werden. Das daraus entstandene Video hat er mit dem satten Originalmotorensound der roten Boliden unterlegt. AUTOSPOT (Lautstärkeregler aufdrehen und anschnallen!) heißt das bestechende Werk, von dem, so Geist bei der Premiere am vergangenen Wochenende, Ferrari-Chef Jean Todt so begeistert war, dass er sich umgehend eine Kopie besorgte. Zu recht, denn so gut wurde der Mythos Ferrari selten in Szene gesetzt.


01.08.2005 | 05:37 | Selbstversuche | Zeichen und Wunder

Sündenpfuhl


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
In zehn Tagen wird nach langer Verzögerung auch in deutschen Kinos "Sin City" anlaufen, ein Film, über den anderswo bereits alles gesagt wurde. Weil "Sin City" zu 90% aus Gewaltdarstellung besteht (obwohl stark stilisiert oder, wie manche gar behaupten, subtil), räumt der Film reihenweise Ratings ab, die knapp am Verbot vorbeischrammen. Endlich gibt es somit mal wieder einen Grund, die schon lange nicht mehr gehörte Debatte über die Verantwortung des Mediums für den Konsumenten (oder so ähnlich) loszutreten, oder anders ausgedrückt: Werden wir denn am Ende alle verrohen? Im Falle von "Sin City" erhält die Diskussion neuen Zündstoff, denn jemand in Australien hat einem anderen die Nasenspitze abgebissen, und zwar im Rahmen einer Diskussion über die "Qualität und Gewaltdarstellung" des Filmes. Verroht uns also das Medium oder die Diskussion über die Verrohung des Mediums? Verwirrend. Namhafte Riesenmaschinenautoren haben, einfach um sicherzugehen, dem Film mehrfach vorab betrachtet und hinterher ganz genau das Verhalten der "Konsumenten" beobachtet. Einmal zog sich ein junger Mann gleich nach der Vorführung in aller Öffentlichkeit fast komplett aus, ansonsten aber geschah nichts Bemerkenswertes. Aufgrund dieser empirischen Erhebungen neigen wir dazu, auf das anstehende alberne Gerede mit dem Satz zu antworten, den Mickey Rourke auf dem elektrischen Stuhl seinen Peinigern entgegenwirft: "Ist das alles, was ihr zu bieten habt, ihr Weicheier?"


29.07.2005 | 22:08 | Anderswo | Alles wird besser | Zeichen und Wunder

Rundum-Versorgung

Wenn man in eine neue Stadt zieht, ist es beruhigend, wenn man sich wohl versorgt weiss.
In Wien gilt der G'spritzte als Grundnahrungsmittel und wird anscheinend staatlich subventioniert, das ist ja schon mal gar nicht unschmuck und guter Kaffee ist auch allerorten zu bekommen. So weit, so bekannt, so gering der freudige Ausflippfaktor.
Dass diese Stadt jedoch die Sicherheit bietet, sogar bei ausserhalb der Ladenöffnungszeiten auftretenden körperlichen Gebrechen umgehend und sprechstundenfrei Abhilfe zu verschaffen, ist nachgerade unerhört (sic!) positiv. Leider ist der Automat ausser Betrieb, was der Frohness aber nur bedingt im Wege steht. Man ist hier schliesslich auf dem Balkan.
Bis zum Dialyse-Drive-thru dürfte es nur noch ein Katzensprung sein.

Anna-Sophie von Gayl | Dauerhafter Link | Kommentare (1)


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