Riesenmaschine

01.11.2006 | 19:13 | Anderswo | Fakten und Figuren

Urbane Urinale


Baugleich, in Brighton (Foto: elsie)
Ganz allgemein weiss man ja nicht, ob es so gut ist, ohnehin Unvermeidliches zum Trost ästhetisch zu verbrämen (vgl. Gefängnisse, "Reizwäsche"). Aber nicht deshalb wurden die in der Wiener Opernpassage angebrachte Pissoirs der Marke Kisses von der Grünen-Stadträtin Monika Vana kritisiert, sondern weil sie ein Bild der Frau als willige Schwanzlutscherin vermittelten (Quelle: taz-Blog). Mal abgesehen davon, dass auch Männer, diese notorischen Ferkel, sich nur im äussersten Notfall von Urinalen den Schwanz lutschen lassen, ist das ein bisschen ungerecht: Der Mystique Night Club in Bangkok bleibt trotz gleicher Urinalausstattung vom Zorn grüner Stadträtinnen verschont.

So lange die weltweite Pinkellandschaft ästhetisch so karg ausgestattet bleibt, kommen wir einer Antwort auf die eingangs angesprochene Frage jedenfalls nicht näher. Ausser Clark Sorensens Blumen und Muscheln und irgendwelchen Porzellankirchen und Ritterburgen gibt es kaum Alternativen zum klassischen Baumarktmodell. Wir müssen also zum wiederholten Male die Designer ermahnen, nicht so viele Weinaufbewahrungslösungen und Wasserhähne zu designen, sondern hin und wieder auch mal ein Urinal, eine geräumige Flasche oder wenigstens einen Baum zum Dranpinkeln. Bäume sind auch ganz schön.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Was ist eigentlich Bayerische Gesundheitsideologie genau?


Kommentar #1 von Lars Weisbrod:

Frau Passig, meinen Sie etwa das hier?

01.11.2006 | 19:41

Kommentar #2 von Sascha Lobo:

Ja! Hurra! Nur wenige Minuten nach der Veröffentlichung reagieren die ersten Designer! Langsamnis kann man ihnen nicht vorwerfen. Abgesehen davon habe ich im Geschlechterverständnis der Grünen-Stadträtin einen Meta-Bug entdeckt: Wer sagt denn, dass alle Lippen mit knallrotem Lippenstift drauf weibliche sein sollen?

01.11.2006 | 19:45

Kommentar #3 von billy koettbullar:

das problem von frau monika vana könnte sehr einfach behoben werden, indem man über jedem urinal ein schild mit der aufschrift "ich bin der paul. schiff mir ins maul" anbringt

01.11.2006 | 20:11

Kommentar #4 von Kniffi, die Ente:

Da kann man Mick Jagger ins Maul pinkeln. Ich bin dabei!

01.11.2006 | 22:02

Kommentar #5 von Weltenweiser:

Jetzt weis man wenigstens, wie gelbe Zähne entstehen.

02.11.2006 | 09:40

Kommentar #6 von Dr. Sand:

Da sind Bäume in ihrer ausgeglichenen Symbolkraft eben doch erotischer, hygienischer und dank uralter Umsetzungsprozesse besser geeignet, den aggressiven Saft im Frühjahr wieder in Chlorphyl zu verwandeln.

02.11.2006 | 10:11

Kommentar #7 von Balduin von Möllenhausen:

Weiss Frau Vana, dass beim Schwanzlutschen dem Manne im Normalfall kein Urin herausschiesst? Und wann kommen die Kloschüsseln in Mundform für den Stuhlgang?

02.11.2006 | 15:10

Kommentar #8 von Cor:

Juchuh!
Ich habe einen vorauseilenden Riesenmaschinen-Kommentar geschafft.
Den Kommentar, der da war, bevor das Thema dran war:
Folgt man diesem Link und dann dem im ersten Kommentar, landet man bei diesem Thema:
http://riesenmaschine.de/index.html?nr=20061101191335
schwer nachvollziehbar, aber wahr.

02.11.2006 | 20:19

Kommentar #9 von Titus Flavius Vespasianus:

Zumindest wissen wir jetzt, womit sich Reste der einst grünsten Bewegung aller Zeiten so die Zeit vertreiben; aber solln sie sich ruhig auf harmlosen Quatsch wie den Urinal-Feminismus verlegen, da können sie wenigstens nicht soviel Unheil stiften wie mit "grüner" Aussen-, Wirtschafts- oder, horrible dictu, Sozialpolitik. Ja also: erstmal finde ich es natürlich ganz toll, dass man es in Wien anscheinend geschafft hat, das Geschlecht eines Menschen von den Lippen abzulesen. Und das Im-Stehen-Pinkeln scheint klassische Feministinnen ja immer noch gewaltig zu beschäftigen. Was würde Frau Vana dann wohl zu dieser Installation sagen?
Da das aufrechte Pinkeln zumindest den Vorteil hat, nicht mit den tausenderlei siffigen
Hinterlassenschaften der, wenns auf die öffentliche Toilette geht, kaum Hemmungen kennenden und total die Sau rauslassenden Menschheit in Berührung kommen zu müssen, hier auch zwei Lösungen für Frauen (über die, besonders den "Shenis", sich Frau Vana ja vielleicht auch wieder prima aufregen kann):
Für weitere Marktbeobachtung ein durchaus ernsthaftes Weblog:
http://www.icbe.org/blog/?cat=3

02.11.2006 | 22:59

Kommentar #10 von Matt:

Manueller Trackback:
http://www.mattwagner.de/2006/11/letzte-geheimnisse-das-herrenklo-4.htm
Dort werden angesichts dieser Urinale bereits Kastrationsfantasien entwickelt.

06.11.2006 | 01:01

Kommentar #11 von Vicky:

[img]http://s6.directupload.net/images/080812/5468l5rm.jpg[/img]

12.08.2008 | 04:23

*  IN DER RIESENMASCHINE


*  ORIENTIERUNG



Werbung
Werbung Ratgeber

*  SO GEHT'S:

- bewusste Lichtführung

- Jambischer Senar

- Urzeit-Dinos

- 5. Gebot brechen

*  SO NICHT:

- nicht handeln auf'm Flohmie

- einen auf Genpoolshark machen

- Lagerfeuer mit Diamanten anzünden

- 6. Gebot brechen


*  AUTOMATISCHE KULTURKRITIK

"L Change the World", Hideo Nakata (2008)

Plus: 13, 83
Minus: 8, 30, 36, 66, 97, 99, 102, 113, 133, 136, 140, 145, 147
Gesamt: -11 Punkte


*  KATEGORIEN


*  ARCHIV