Riesenmaschine

17.07.2005 | 14:42 | Berlin | Alles wird schlechter

Supatoplevelchecker Dotberlin

Wie Heise meldet, möchte die dotBerlin GmbH die Top-Level-Domain .berlin einführen lassen. Auf der dotBerlin-Website, die ja wohl ein schlechter Scherz ist die an Ausführlichkeit ein wenig zu wünschen übrig lässt, wird das Projekt näher erläutert: "Ziel der dotBerlin GmbH ist die Einführung und der Betrieb der neuen Domain-Endung .berlin." Ach so! Ja, dann sind wir natürlich auch dafür! Wir freuen uns schon auf die TLD .hellschen-heringsand-unterschaar.


17.07.2005 | 13:38 | Alles wird schlechter | Vermutungen über die Welt

Shave the truth


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Ist das alles wirklich wahr? Das fragt man sich natürlich ziemlich oft beim Studium neuer Beiträge in der Riesenmaschine. Die Antwort lautet: Ja und nein, aber es spielt keine Rolle. Nach Ralph Keyes leben wir in der "Post-Truth Era" (zwar mitten im US-Wahlkampf, aber noch nicht in Deutschland erschienen), in der Lüge und Wahrheit dermaßen ununterscheidbar sind, dass am Ende ohnehin niemand mehr weiß, wo hinten und vorne ist. Zwar ist es immer noch unstatthaft, richtig ehrlich zu lügen, aber stattdessen steht uns ein gewaltiges Arsenal an Euphemismen zur Verfügung, von denen einige mittlerweile im "Oxford English Dictionary" gelandet sind. Ein paar besonders schöne Beispiele aus der Grauzone zwischen Lüge und Wahrheit: "erweiterte Wirklichkeit", "kreative Anreicherung", "Parallelwahrheit", "angereicherte Wahrheit", "strategische Falschangabe", "Wahrheit lite". Die tägliche Schwindelei beginnt mit "Es geht mir gut." und endet mit "Wir haben die Massenvernichtungswaffen gefunden."; die Palette der Ausreden reicht von "Ich habe es ja nur gut gemeint." bishin zum ultimativen "Und überhaupt, was ist diese Wahrheit eigentlich?". Genau das werde ich auch erwidern, sollte jemand eine kleine Wahrheitsverbiegung in irgendeinem Posting finden.

Aleks Scholz | Dauerhafter Link


17.07.2005 | 13:25 | Alles wird besser | Was fehlt

Hosenbeinforschung II – Kardan


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Das untenstehende Problem ist selbstverständlich längst gelöst – zumindest theoretisch. Der Prophet muss nicht mehr zum Berg, weil der Berg einfach abgeschafft wurde. Will sagen, Kette und Zahnkranz wurden durch einen Kardanantrieb ersetzt. Alle beweglichen und damit öligen Teile befinden sich in einer abgeschlossenen Kapsel. Kettenriss, Ritzelstress, Zahnkranzkrampf, das alles gehört der Vergangenheit an und ich könnte noch tagelang Loblieder singen, wenn man das dazu noch wunderschöne, minimalistische Fahrrad in Deutschland besorgen könnte. Aber ach, man kann nicht. Der dänische Hersteller Biomega ist telefonisch nicht zu erreichen, die relativ umfangreiche Berliner Händlerliste auf der Seite ist getürkt, bzw. in diesem Fall wohl gedänt, denn keiner der Händler wusste von seiner Erwähnung. Vielleicht ist das auch besser so alles, denn ein Kurzinterview mit dem Verantwortlichen von Manufactum, wo das Rad einst für kurze Zeit angeboten wurde, ergab eine nur geringe Käuferzufriedenheit.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Aus der Hosenbeinforschung


17.07.2005 | 04:34 | Alles wird schlechter | Was fehlt | Sachen anziehen

Aus der Hosenbeinforschung

Seit 1878 gibt es jetzt den Kettenantrieb am Fahrrad, Tausende von fahrradtechnischen Innovationen hat die Welt seither erlebt, aber eins der grundlegendsten Probleme bleibt ungelöst: Wie lässt sich ohne Coolnesseinbußen das rechte Hosenbein vor Schwärzung und Aufgefressenwerden schützen? Hochkrempeln geht natürlich nicht, wer fluoreszierende Klettbänder oder stählerne Hosenbeinklemmen trägt, der benutzt auch Ärmelschoner und Tintenkiller, und Hosenbein in die Socke stopfen ist nur Menschen erlaubt, die die Ohren unters Toupet stecken. Die in den letzten Jahren gern mal in Hosenbeine eingelassenen Seilzüge schaffen keine nennenswerte Linderung. Eine Verstärkung aus LKW-Plane an der entscheidenden Stelle, Hosenhersteller aufgepasst, wäre schon mal ein gewisser Fortschritt. Aber vermutlich erübrigt sich jede Überlegung zu diesem Thema schon sehr bald wieder bis auf weiteres, denn vorige Woche war in den H&M-Regalen bereits das zu sehen, vor dessen unausweichlicher Wiederkehr Zukunftsforscher seit Jahren warnen: Enge Hosen.


17.07.2005 | 01:57 | Supertiere | Sachen kaufen

Gummi-Bär


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Dass der Besitz von Gummigegenständen (außer zum Radieren) einen tendenziell wirken lässt, als hätte man nicht alle Gummitassen im Gummischrank, sieht man an den Latexnoppenrucksäcken und -Feuerzeugen der 90er Jahre so überdeutlich, dass ich Bettwäsche aus Gummi gar nicht erst anzuführen brauche. Aber ein Bärenfellvorleger aus Gummi! Die Diskrepanz zwischen Gummi und Bär, zwischen Tauschwert und Gebrauchswert und vermutlich auch zwischen Preis und Leistung ist so absurd, dass mein Widerstand erlahmt. Wo kann ich bestellen? Ach ja, wie üblich in der reinen und unschuldigen Welt des Designs: nirgends.


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"Bite", Chad Archibald (2015)

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Gesamt: -6 Punkte


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