Riesenmaschine

18.08.2005 | 00:08 | Sachen kaufen

Pump My Ride


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Unzweifelhaft die beste Fahrradluftpumpe der Welt ist dieses namenlose Gerät, das vor langer Zeit von Manufactum vertrieben wurde, und zwar zum Manufactum-untypischen Preis von damals ungefähr 11 DM. Vermutlich handelt es sich um das hier abgebildete Produkt der taiwanesischen Firma Tri Rex, was auch erklären würde, warum sich Manufactum als Förderer der einheimischen Wirtschaft wieder von ihr abgewandt hat.
Löblich ist erstens die Gestaltung. Andere Fahrradpumpen sehen aus wie Abwasserrohre oder Egel, diese ist aus eitel Metall und erinnert an eine Querflöte. Zweitens kommen dank des Verbindungsschlauchs zwischen Pumpe und Fahrrad auch Personen mit etwas kleineren Händen (nämlich Frauen) sehr gut damit zurecht, weil man sie nicht mühsam einhändig an den Reifen pressen muss. Drittens lässt sich dieser Verbindungsschlauch nach Gebrauch im Griff der Pumpe verstauen, was nutzlos, aber toll ist. Und viertens kostet sie auch heute noch fast kein Geld. Mit Glück kann man sie bei manchen Fahrradhändlern, z.B. bei Froschrad in Kreuzberg entdecken.
Ich werde für diesen Beitrag übrigens weder von Tri Rex noch von Froschrad lebenslänglich mit Fahrradpumpen versorgt; das wäre auch zwecklos. Weil das taiwanesische Wunderding nämlich fünftens ewig hält.


17.08.2005 | 19:47 | Anderswo | Alles wird besser

Claim des Jahres I: Toyota Prius

Vielleicht spricht es ja für die Angelsachsen, dass sie in ihrem Sprachschatz über ein Wort wie "sophisticated" verfügen, für das es im Deutschen keine adäquate Entsprechung gibt. Vielleicht prägt die schiere Existenz eines solchen Wortes ja das Bewusstsein bis tief in die Waren- und Werbekultur hinein. Vielleicht sorgt es dafür, dass die Amis doch noch zu Bewusstsein gelangen und ihre SUVs eintauschen gegen so hervorragende Fahrzeuge wie den hybridangetriebenen Toyota Prius, der zumindest in Kalifornien längst ein echter Verkaufserfolg ist. (Vielleicht liegt das aber auch wiederum am raffinierten Promi-Marketing, das reihenweise Hollywood-Stars dazu bringt, in dem Auto herumzukurven.) Die Anwartschaft für den Claim des Jahres hält jedenfalls der ebenso magisch-schillernde wie logisch vertrackte aktuelle Prius-Claim von der US-Website, der gleichermaßen auch für die Riesenmaschine stehen könnte:

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17.08.2005 | 16:44 | Anderswo

Von den Machern von "Die Pest": "Die Cholera".


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Die alte Hanse Hamburg hat etwas sehr Sympathisches mit Berlin gemeinsam: sie hat kein Disneyland. Einige Versuche strandeten in Form von Heide-, Hansa- und Eselpark weit vor den Toren der Stadt. Der Engländer jedoch war es, der vor einigen Jahren me not, you not, das Grusel- Erlebnis-Kabinett Hamburg Dungeon in die City flanschte. C-Klasse-Schauspieler dürfen hier den großen Brand, die Pest, Zeter und Mordio nachspielen, im Dunkeln und mit viel Plastilin am Kopf. Menschen mit doofen Kindern dürfen sich das anschauen und es – vermutlich – scheiße finden. Wie einem großen Plakat am Baumwall zu entnehmen ist, wartet der "live Gruselschocker" nun mit einer neuen Attraktion auf: "Hamburg Dungeon. Neu: die Cholera TM von 1892." Die Cholera als Trademark. Ich bin gespannt aufs Merchandising: Knuddelabwasser, Plüschgedärm und Durchfall zum Anziehen.


17.08.2005 | 15:07 | Alles wird besser | Sachen kaufen | Essen und Essenzielles

Verleiht Stüüüüüüützen!


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Es gibt sie, diese Tage, an denen der noch zu metabolisierende Restalkohol und die Erinnerungen an die Verfehlungen der Vornacht schwerst an Physis und Psyche zehren. Diese Tage, an denen selbst halbliegender Konsum aller New-Order-Schallplatten hintereinander weg nicht ausreicht, das Mütchen zu kühlen. Diese Tage, an denen man gebelpt und erschlagen durch die Stadt schleicht und sich nur eines sehnlich wünscht: Wachheit. Die Lösung ist nah: Airmen Beans. Im Mouthfeeling an Veilchenpastillen gemahnend, im Geschmack an einen vernünftigen Espresso, noch dazu stetig auf angenehme Art und Weise die Mundschleimhaut netzend, zu guter Letzt den Magen beruhigend. Ein Lebenselixier der ersten Güte in einer ansprechenden Verpackung. Und billiger als Koks ist es auch.


17.08.2005 | 14:10 | Anderswo | Alles wird besser | Sachen anziehen | Zeichen und Wunder

Back to No Future



Seit H.G. Wells erstem Roman (1895) ist die Menschheit auf der Suche nach der Zeitmaschine. Jetzt hat die Riesenmaschine sie gefunden. Die Maschine sieht aus wie ein normales Flugzeug, das nach Peking fliegt. Dort angekommen, steht es dem Passagier frei, zwischen einem Aufenthalt in der frühen Neuzeit (Hutong-Siedlungen) oder der übernächsten Zukunft (New Central Business District) zu wählen. Mit etwas Glück (auf Aushänge achten) katapultiert es ihn auch direkt zurück ans Ende der Siebziger Jahre, wo er einer echten Punkbewegung beim Aufbrechen zusehen darf.
Punks und Punkbands gibt es zwar schon seit rund zehn Jahren in China, doch anders als im Westen wirkt Punk hier immer noch so, als sei Malcolm McLaren gerade gestern erst eine irre Idee gekommen. Unsere Riesenzeitmaschinenbilder zeigen ein Open-Air-Konzert vom letzten Wochenende, das auf dem Gelände des "Maple Leaf"-Autokinos im Pekinger Osten stattfand. Zwölf Gruppen traten auf, darunter auch ein paar lustige Skin-Bands (im Bild "Mi San Dao"). Linke Skins, versteht sich, so wie ganz, ganz früher eben.

Christian Y. Schmidt | Dauerhafter Link | Kommentare (2)


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"Finsterworld", Frauke Finsterwalder (2013)

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