Riesenmaschine

27.03.2007 | 11:32 | Supertiere | Fakten und Figuren

Sokratten


Sollte man so mit metakognitiven Sophonten umspringen? Wohl kaum. (Foto: mupwangle) (Lizenz)
In der Antike wusste man so manches nicht. Man wusste nicht, wie man aus Mais Chips macht, man wusste nicht, dass man Blei nicht trinken darf, aber immerhin ahnte man, dass man nichts wusste. Dieses Wissen um den eigenen unerfreulichen Geisteszustand nennt man bekanntlich Metakognition, und unser Wissen um die Metakognitionsfähigkeiten der Antike entsprechend Kilometakognition. Als Megakognition hingegen bezeichnet man die allerneueste Erkenntnis, dass sogar Wanderratten, von denen Sokrates nichts wusste, weil sie damals noch in China wohnten, die Metakognition beherrschen, und in der Lage sind, sich nur dann eine Frage stellen zu lassen, wenn sie auch die Antwort wissen. Nagetiere, eben.


27.03.2007 | 01:58 | Nachtleuchtendes | Vermutungen über die Welt

Trouble am Geysir


Magnetisch scheinbar gebremst
(Courtesy NASA/JPL-Caltech)
Saturn ist weiterhin von Wolken bedeckt. Von aussen betrachtet, wirkt er reglos, und niemand weiss, wann und wie oft es auf ihm Tag oder Nacht wird. Das Einzige, was aus Saturn herausragt und von seinem inneren Leben zeugt, ist sein Magnetfeld. Im Gegensatz dazu ist Enceladus, Saturns schneeweisser Minimond, ein Ausbund an Lebendigkeit. Enceladus dampft heftig. Durch Löcher in seinem Eispanzer qualmt er hinaus in die kalte Welt und spuckt dabei auf Saturns Magnetstreifen, eigentlich dazu auserkoren, sich mit dem Gasriesen regelmässig im Kreise zu drehen. Niemand vergnügt sich, wenn er mit Eisdampf (was es alles gibt) bespuckt wird, so weicht Saturns Magnetfeld zurück vor dem geifernden Trabanten, und hält sich nicht an den Takt, den sein Erzeuger vorgibt. Weswegen des Planeten Tageslänge, von der man annahm, das Magnetfeld würde sie durch pflichtbewusste Drehung verraten, nach wie vor im Ungewissen liegt. Saturn ist weiterhin von Wolken bedeckt.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Dunkle Stellen


26.03.2007 | 21:40 | Supertiere | Alles wird besser | Zeichen und Wunder

Von Fischen lernen heisst Fliegen lernen


Das erste Luftschiff, das mit dem Schwanz wedeln kann, wenn man es lobt. Wir loben das.
Fische können so Verschiedenes. Glotzen, zum Beispiel, Eierlegen und portionsweise auf reisessigsauren Reis gelegt können sie ganz lecker schmecken. Sie können ausserdem schwimmen, Wasser atmen – obwohl Wasser gar keine Luft ist – und sich Sachen hinter die Kiemen schieben. All das war Anlass genug für den Menschen, sich Flossen wachsen zu lassen oder jedenfalls im Tauchbedarf welche zu erwerben und mal schnorcheln zu gehen. Die meisten Menschen belassen es dabei. Wieder mal einen Schritt weiter als der Rest ist aber die Schweiz, wo man einen Gedanken, der für alle anderen völlig unsichtbar ist, konsequent zu Ende gedacht hat, und, was läge näher, ein Luftschiff gebaut hat, das wie eine Forelle durch die Luft schwimmt, mit Hilfe elektroaktiver Polymere in seiner Schwanzregion. Die Vorstellung hundert Meter langer Lustfische, Verzeihung, Luftfische mit Bierwerbung drauf ist natürlich für sich schon sehr schön, aber wenn jetzt noch jemand fliegende Reisbatzen erfände, das Glück über den Wolken wäre grenzenlos. Wir hoffen, Japan liest mit.


26.03.2007 | 13:56 | Berlin | Sachen kaufen | Vermutungen über die Welt

Wunschbilder


Ein Bild sagt mehr als zwei oder drei Worte (oft)
Im Schaufenster eines Berliner Geschäftes für Künstlerbedarf findet sich dieses Bild, das die Welt hinreichend beschreibt in ihren wichtigen Kategorien digitaler Fortschritt, Wissensgesellschaft und Trauer. Erstens: Der digitale Fortschritt bestimmt die öffentliche Wahrnehmung so sehr, dass ein Markt dafür zu bestehen scheint, Bilder qualitativ zu verschlechtern, damit sie digitaler aussehen. "Wir beginnen zu begehren, was wir täglich sehen", so heisst es im "Schweigen der Lämmer". Zwotens: In der Wissensgesellschaft kann der so genannte Mehrwert eines Produktes sogar nur aus der zweisekündigen Bearbeitung eines Bildes mit einem Photoshop-Filter bestehen – wenn das Produkt jemandem aus der Unwissensgesellschaft angeboten wird. KnowHow-Gefälle stellen inzwischen die lohnendsten Geschäftsmodelle dar. Drittens: Trauer erlebt eine neue Intensität in ihrer globalen Definition, wenn man sich vergegenwärtigt, dass irgendjemand auf der Welt dieses Bild für ein Wunschbild hält.


26.03.2007 | 02:34 | Sachen anziehen | In eigener Sache

Noch mehr T-Shirts für noch mehr Leser


Obst nicht im Lieferumfang enthalten (Foto: Sven Hagolani)
Zwar ist es unwürdig, sich auf einer einmal gehabten Idee bis zur Rente auszuruhen. Jedoch wurden wir kürzlich von Jörg Schröder streng ermahnt: "Wenn Sie eine erfolgreiche Idee haben, dann müssen Sie daran festhalten! Für immer!" Und da die Nachfrage nach Riesenmaschine-T-Shirts unvermindert gross zu sein scheint, wird es wie 2005 und 2006 eben auch 2007 wieder eine neue Serie geben. Wer bis zum 15. April zwei nicht zu dunkle T-Shirts mit beliebigen Motiven zusammen mit einem mit 1,45 frankierten Rückumschlag an die im Impressum angegebene Redaktionsadresse schickt (wie es einige kluge Leser bereits unaufgefordert getan haben), wird eins davon mit dem Riesenmaschinelogo bedruckt zurückbekommen. Das andere – und welches das ist, entscheiden nach wie vor wir – behalten wir ein und verkaufen es, um uns für die absurden Druck- und Versandmühen zu entschädigen. Unverkäufliche Restposten mit Diddlmausmotiven werden bei den für 2007 geplanten Riesenmaschine-Kaffeefahrten im Rahmen von Verkaufsveranstaltungen mit Teilnahmepflicht zum Einsatz kommen.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Neue T-Shirts für alle


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- rudimentäre Gurke

- Tuba kaufen, weil das Kindergeschrei nervt

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"Repo! The Genetic Opera", Darren Lynn Bousmann (2008)

Plus: 3, 11, 21, 31, 35, 48, 72
Minus: 1, 10, 18, 37, 144, 158, 159
Gesamt: 0 Punkte


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