Riesenmaschine

27.01.2009 | 12:01 | Berlin | Was fehlt | Zeichen und Wunder

Berlin twittert

Über Twitter wurde inzwischen so viel Erklärendes geschrieben, dass wir das ganz sicher nicht auch noch machen, im Notfall einfach Sascha Lobo, Thorsten Schäfer-Gümbel oder Barack Obama fragen. Was aber vermutlich kaum jemand wusste: Auch Berlin twittert. Leider bisher nur ein einziges Mal (immerhin öfter als München, Hamburg und Köln) und das mit einem eher kryptischen Verweis auf die durch und durch untragbare, da von vielen Neonazis bevorzugte Modemarke Thor Steinar. Handelt es sich hier am Ende um eine neue Werbeform? Häufig angesteuerte Twitternamen entern und einfach mal mit einer Markenbotschaft belegen? Bevor wir uns vor den falschen Karren spannen lassen, zur Sicherheit nochmal: Thor Steinar nicht kaufen! Das Zeug ist böse. Und hässlich. Noch viel wirrer ist allerdings, was Thor Steinar twittert. Und was sagt eigentlich der Berliner Bürgermeister zu alldem?


23.01.2009 | 22:42 | Alles wird besser | Fakten und Figuren | Zeichen und Wunder

Bullshit Science


Foto aus dem besprochenen Blog

Trends. Umlaute. Nagetiere. Limonadegetränke. Ausserirdische. Saturnmonde. Werbung. Weltdingsbumstage. Joghurts bzw. Shampoos. Internet in Bussen und Hotels. Gadgets. IKEA. Zürich. Markennamen. 2D-Videospiele. Finnland. China. Farben von Lebensmitteln. Uhren. Street Art. Berlin. So viele Dinge, über die man viel mehr berichten müsste, doch wo fängt man an? Wir stehen da wie ein Esel vor 32 Heuhaufen und kommen letztlich zu überhaupt gar nichts mehr, vor allem wo jetzt auch noch alle twittern oder gar eigene Blogs aufmachen. Das deutlich verminderte Beitragsaufkommen 2008 reichte zwar trotzdem noch dazu, um vor einer Woche vom Medium Magazin als Journalisten des Jahres (Kategorie: Unterhaltung, Platz 3) ausgezeichnet zu werden, aber irgendwas muss sich ändern.

Die einfache Lösung: Ganze Riesenmaschineabteilungen werden fortan einfach ausgelagert. Zum Beispiel das von uns unter anderem hier, hier und hier behandelte Thema Verpackungsbetextung. Seit rund 3 Wochen kümmert sich darum nun, ohne dass wir damit irgendwas zu tun haben, das hervorragende Blog Bullshit Science, das von Hirseflocken über IKEA-Kerzen bis zum Klassiker Shampoo das gesamte Spektrum in diesem Bereich abdeckt und schon jetzt diverse Beiträge aus der "Das hätten wir selbst gern geschrieben"-Liga am Start hat. An weiteren Outsourcing-Schritten wird gearbeitet, aber dass sich endlich mal ein Blog des Themas "Gadgets" annimmt, bleibt wohl auch 2009 ein kühner Wunschtraum.


19.01.2009 | 23:22 | Anderswo | Alles wird besser | Zeichen und Wunder

Höher, breiter, tiefer

Schuld sind letztlich Filippo Brunelleschi, Leon Battista Alberti und ihre Kollegen. Erst führten sie die Fluchtpunktperspektive in Malerei und Architektur ein und dann dauerte es nur noch ein paar Minuten Jahrhunderte bis zum wohl grössten Missverständnis der jüngeren Menschheitsgeschichte: 3D-Videospielen.

Nur mühsam kann sich die Welt nun wieder aus der dreidimensionalen Umklammerung befreien. Kleine versprengte Retrogaming-Widerstandszellen sorgten immerhin dafür, dass die Reine Lehre nie in Vergessenheit geriet, und vertrieben sich ansonsten die Zeit auf bizarren Conventions und mit dem VirtualNES. Und ihre Mühen wurden belohnt: Mit dem im Sommer für die Wii veröffentlichten und technisch exakt auf dem Stand der frühen 90er angesiedelten Jump'n'Run Mega Man 9 und weiteren geplanten Neuerscheinungen wie etwa The Great Giana Sisters fürs Nintendo DS.

Aber nicht nur das. Zusätzlich etablierte sich in den vergangenen Jahren eine neue Generation von 2D-Spielen, die mit weitestgehender Reduktion in Form und Inhalt glänzen konnten. Titel wie Loco Roco, World of Goo, Crayon Physics, Sketch Fighter 4000 oder auch Line Rider zeigten, dass nicht in alle Ewigkeit auf die immer gleiche 8-Bit-Pixeloptik referiert werden muss. Und dass es munter so weitergeht, beweisen die Nominierungen bei der Wahl zu den Spielen des Jahres beim diesjährigen Independent Games Festival (23. bis 27. März, San Francisco, via offworld.com): Feist (oben), Night Game und Blueberry Garden (Mitte) gehören zu den Finalisten und erinnern nicht nur optisch an sehr gute, handgezeichnete Magazinillustrationen, sondern hören sich auch so an, quasi.

Auffällig ist dabei die Häufung von schwedischen Entwicklern, auch das nominierte You Have To Burn The Rope – für Anfänger hier ein umfassender Walkthrough – und das ebenfalls vielversprechend aussehende Walkie Tonky (Riesenkampfroboter! – unten) kommen aus dem wurstförmigen Land im Norden. Einem Land, in dem Dimensionen noch höher besteuert sind als Schnaps und sich nur hochdotierte Tapetendesigner drei auf einmal leisten können. Einem schönen Land.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Manchmal rennen und springen sie wieder


04.01.2009 | 08:18 | Was fehlt | Sachen anziehen | Vermutungen über die Welt

Trendvorhersage 2009: Wende im Brillenzyklus


Foto: clickflashphotos / Lizenz
Beim Mistkäfermännchen verhält sich die Grösse der Hörner umgekehrt proportional zu der des Penis. Ganz ähnlich ist es auch im echten Leben: Da wir im Brillenzyklus im Moment wieder auf Windschutzscheibenformat zusteuern, werden im Gegenzug auch die letzten Kopfhörer vom Modell "Ich bin voll DJ, Alder!" verschwinden und Ohrstöpsel so klein werden, dass man leicht vier bis fünf in jedem Ohr tragen kann. Wozu sich die Höhe eines Irokesenhaarschnitts antiproportional verhält, bleibt hingegen auch im letzten Nuller-Jahr dieses Jahrhunderts ungeklärt.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Trendvorhersage 2009: Individual Clubbing


03.01.2009 | 03:57 | Alles wird besser | Was fehlt | Vermutungen über die Welt

Trendvorhersage 2009: Individual Clubbing


Individuelles Bier im Separee
Die Mediennutzung hat sich in den letzten 10 Jahren radikal verändert. Man ist nicht mehr gezwungen, zu hören und zu sehen, was gerade in Radio oder Fernsehen kommt, sondern kann sich dank Festplattenrecordern, last.fm und dem ganzen Kram individuell selbst versorgen. Dieser Wandel schlägt sich nun auch aufs Clubbing nieder: Niemand hat mehr Lust, dem Musikgeschmack eines DJ-Nazis ausgeliefert zu sein, stattdessen feiert man lieber im kleinen Kreis zur eigenen Playlist im Separee. Entsprechend sind die kommenden Hot Spots des Nachtlebens auch nicht länger ehemalige Fabrik- und Eisenbahnhallen, sondern leerstehende Arbeitsämter, Schulen, Solarien oder Gefängnisse.


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"Dead Man Down", Niels Arden Oplev (2013)

Plus: 24, 38, 42, 52, 143
Minus: 36, 43, 88, 99, 100, 102, 116, 117, 135, 142, 202
Gesamt: -6 Punkte


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