Riesenmaschine

05.12.2005 | 11:44 | Nachtleuchtendes | Alles wird schlechter | Sachen kaufen

Hässlichstes Gadget der Welt entdeckt (uPod)


uPod (Ugliest Possible Device) (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Viele Menschen wissen nicht, dass die Riesenmaschine neben den 39 Autoren auch eine Heerschar von Rechercheursschergen beschäftigt. Traurigerweise kam es dabei kürzlich in den abgedunkelten Kellerhallen zu einem Unglücksfall: Eine visuell zartbesaitete Person geriet unvorbereitet in Sichtkontakt mit dem nebenstehenden Bild, der "Jeep Color TV/Radio/Lantern". Die Aufseher deuteten die Konvulsionen und blutenden Augen gleich korrekt – das hässlichste Gadget der Welt ist endlich entdeckt, der legendäre uPod (Ugliest Possible Device). Die Redaktion der Riesenmaschine wurde selbstredend sofort informiert, glaubte aber zunächst an einen Scherz, weil es sich beim Hersteller nicht um Siemens handelt. Inzwischen hat sich das Drama jedoch in seiner vollen Unästhetik über uns ergossen, und wir geben es natürlich gern an unsere Leser weiter.
Mit diesem Gerät wurde nicht nur gezeigt, wie man heute ein Gadget für Menschen von gestern mit Technikschrott von vorgestern entwickelt, darüberhinaus fanden auch die schlechtesten auffindbaren Designrichtlinien für taiwanesische Spielzeug-Plastikroboter der 80er Jahre Anwendung. Auf provisorischer Basis wurde "hässlichstes Gadget der Welt" bisher von der Handyserie "Xelibri" geführt – nun muss der Platzhalter dem ersten echten Titelträger weichen. Die Kosten für diesen Zyklops sind mit 300 Dollar überraschend niedrig; Menschen, die so eine gerätgewordene Zumutung tatsächlich kaufen, würden wohl auch 3000 Dollar dafür ausgeben.


02.12.2005 | 19:28 | Supertiere | Zeichen und Wunder

Viele Hasen sind des Hundes Tod


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Während die Riesenmaschine wie hier beschrieben ebenso pflichtgemäss wie regelmässig den Nagetieren huldigt, weil sie unsere Schutzpatrone sind und sonst sehr böse werden, beherzigt man diese Weisheit nicht überall. Dass das sehr gefährlich werden kann, teilt uns die BBC mit. Im hinterletzten Zipfel von Russland, nämlich dem, der zwischen China und Japan liegt, hat in der Stadt Lazo eine aggressive Rotte blutdürstender Eichhörnchen einen Hund totgebissen, in Fetzen gerissen und ausgeweidet. Ein kaum fehlzuinterpretierendes Zeichen, denn hörte man jüngst von Lazoer Nagetierhuldigungen? Ganz offensichtlich beginnen die Nager eine Gegenoffensive, bald schon werden sich Schlagzeilen häufen wie "Mümmelmann beisst Hund", "Nagte Gewalt" und "Seit 5.45 Uhr wird zurückgenagt". Der einzige Ausweg ist die stolzbefreite Nagerverehrung, den die Riesenmaschine seit Jahrhunderten praktiziert, und zwar vom kleinsten Feldmäuschen angefangen bishin zum grossen Übernager, dem Schicksal selbst, das mit dem Zahn der Zeit an uns allen nagt.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Mehr über Nagetiere


30.11.2005 | 12:10 | Alles wird besser | Sachen anziehen

Wash my pain away


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Aufmerksame Leser der Riesenmaschine haben sicher bemerkt, dass wir hier vom Electrolux Design Wettbewerb ("imagine the home in 2020") schrieben, bisher jedoch nicht die Sieger kommuniziert haben. Das werden wir auch weiterhin nicht tun, dafür gibt es an dieser Stelle die Nennung der Gewinner und der "Honorable Mentions". Was wir jedoch erwähnen und sogar zeigen wollen, sind die nebenstehenden Nichtgewinner, es handelt sich um Waschmaschinen. Die eine, das Ei, folgt dem althergebrachten Trommelkonzept, verhindert aber durch geschickte Formgebung, dass unbedacht draufgestellte Sachen beim Schleudern herunterfallen. Die andere, das E, eine Art serpentinenreiche Waschstrasse, zieht die Kleidungsstücke beim Waschen einzeln durch den eförmigen Korpus. Eine Lösung, der man als allerletztes mangelndes Brandingbewusstsein unterstellen kann. Ausgewählt haben wir sie (wie auch vorher Designboom), weil sie die lustigstaussehenden Waschmaschinen seit langer Zeit sind. Vielleicht sogar seit immer. Und wer wollte in schweren, einsamen Momenten nicht aufgeheitert werden von seiner lustigen Waschmaschine.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Electrofux


29.11.2005 | 11:20 | Was fehlt | Zeichen und Wunder

MDMa donna


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
13 lange Jahre mussten wir warten! Aber endlich können wir unserer Sammlung von "Superstar-Ausreden im Bereich Drogen" ein wunderschönes Exemplar hinzufügen. Nachdem Clinton 1992 mit "Ich habe nicht inhaliert" kaum zu schlagen schien, hat Madonna eine ebenso einfache wie geniale Erklärung gefunden, weshalb sie so viele Pillen zu Hause hat: "Ich sammle gern Pillen. Aber ich habe Angst davor, sie zu nehmen." Drogen sammeln – wird das der neue Megatrend, jetzt wo Briefmarken aussterben?


28.11.2005 | 11:47 | Anderswo | Fakten und Figuren

Flickrmap und andere

Die hier beschriebene Idee, selbst keine Fotos mehr zu machen, sondern mit einem geeigneten Gerät nur noch die Fotos abzurufen, die am derzeitigen (oder gewünschten) Ort bereits gemacht worden sind, ist verhältnismässig naheliegend. Die für die Umsetzung benötigte Technik (GPS, mobiler Datenbankzugang etc.) existiert bereits. Dementsprechend tastet man sich langsam aber sicher an die Realisierung heran. Der letzte uns zu Augen gekommene Versuch ist Flickrmap.com, eine Firma, die zwar nur erbärmliche Kenntnisse über die Kompatibilität von Flash, Macs und Firefox hat, dafür aber gut mit Mut und/oder Markenrechtsanwälten ausgestattet scheint, denn sie hat trotz des Namens wohl nichts mit der Firma Flickr zu tun. Das Konzept ist simpel, auf einer zoombaren Weltkarte sind sehr viele (im Moment noch: sehr wenige) Punkte eingezeichnet, die bei Mouseover ein Thumbnail enriched mit Written Content showen. Gespeist wird die Flickrmap über Ortstags und spätestens bei der flächendeckenden Ausrüstung von Kameras und Handys mit GPS (Prognose: Next Big Thing im Herbst 2006) kann man sich hier ordentliche Fotolandschaften zusammenstellen und vielleicht sogar sinnvolle Features miteinbinden, etwa wirre Tag-Statistiken auf der Karte zu visualisieren (Anzahl der fotografierten Wäscheständerruinen je Stadt).


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)


Gefunden haben wir diese mehr oder weniger neue Flickranwendung beim ebenso specialinterestigen wie spannenden kanadischen Blog der Canadian Cartographic Association aus Kanada. Dieses Blog lohnt sich übrigens in unregelmässigen Abständen zu besuchen, schon allein, weil man dort so schmuckes Zeug wie Radical Cartography (Karten zu unterschiedlichen Themen wie Postleitzahlenentwicklung, Bostoner Bebauungsverlauf von 1630 bis 1995) serviert bekommt; oder auch die famose Conflict Map (alle bewaffneten Konflikte auf einer interaktiven Weltkarte) der Nobelpreis-Stiftung.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Fast wie dabeigewesen


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