26.05.2006 | 12:12 | Anderswo | Was fehlt
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Mal abgesehen davon, dass über Slogans, die auch nur entfernt mit "Meer" und dem automatisch mitschwingenden Wortspiel mit "Mehr" operieren per se eine Art Mehltau liegt, der instantan narkotisierende Wirkung entfaltet, ferner abgesehen davon, dass angesichts der aktennotorischen Tümpeligkeit der Ostsee gerade im deutsch-polnischen Grenzgebiet der Claim "Meer der Abenteuer" als klassisches Over-Promising gelten kann – hat die aufstrebende Tourismusregion Zachodniopomorskie noch ein anderes, gravierenderes Markenproblem, das auch durch das schmissig-pastellige Logo kaum abgefangen wird. Und zwar ist das, Sie ahnen es, der Name: "Zachodniopomorskie" geht einfach nicht so gut über die Lippen wie etwa "Rügen" oder "Sylt". Vielleicht sollte das Tourismusmarketing, wo es schon mutig im Berliner Stadtraum plakatiert, hier einen radikalen Schritt erwägen und versuchen, das Kürzel "Zet-Oh" zu etablieren und in Zukunft ausschliesslich zu kommunizieren. So wie Königs Wusterhausen bei Insidern ja auch nur unter "Ka-We" läuft, und Kuala Lumpur unter "Käy-Äl". Obwohl. Andererseits. Vielleicht auch gerade eben nicht.
25.05.2006 | 11:28 | Anderswo | Fakten und Figuren
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.) Im Fahrwasser der grossen Feldfussball-WM, und daher/aber dennoch vom ganz grossen Medieninteresse verschont geblieben, beginnt heute die erste offizielle Tischfussball-Mannschafts-WM in Hamburg. Spieler aus 20 Ländern, ausgestattet mit Silikonöl und Spezialhandschuhen, kämpfen hier um den Titel, die Favoriten sind Belgien, Österreich und die USA. Angeblich wurden bereits 1.000 Tickets verkauft – da sich so viele Leute aber auch mit viel gutem Willen nicht um einen Tischfussballtisch stellen und was vom Spiel mitkriegen können, werden grosse Leinwände aufgestellt, auf denen die Besucher die Spiele live verfolgen können.
Für alle, die es nicht nach Hamburg schaffen, gilt beim Kickern übrigens das gleiche wie beim grossen Fussball: Die bestmöglichste Rezeptionsform ist das Radio. Die Höhepunkte der viertägigen WM können deshalb im TableSports Radio verfolgt werden. Eine Tischfussballlivereportage ist nämlich, so hört man, noch spannender als die Radioübertragung eines Feuerwerks. Und wer dadurch Lust auf mehr bekommen hat, kann während der Feldfussball-WM in den DB-Lounges der Bahnhöfe von einigen der WM-Städte gegen den Tischfussballroboter StarKick (s. Bild) antreten – oder so ähnlich, die genauen Informationen finden sich in dieser klar verfassten Pressemitteilung. Ein weiterer Star Kick steht übrigens auch auf der MS Wissenschaft, hier steht, wo die bis zum 18. September überall anlegt.
24.05.2006 | 11:15 | Berlin | Anderswo | In eigener Sache
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Im Rahmen der Après Bunny Formate findet heute Abend die einzigartige Show "Faszination Fernost" statt. In Vertretung des in Afghanistan verschollenen Titanic-Kolumnisten Walter Myna ("Bliefe von dlüben") wird um 20.00 Uhr im nbi in der Berliner Kulturbrauerei Christian Y. Schmidt einen grossen Ländervergleich durchführen. Neun der tollsten asiatischen Nationen treten dabei im direkten Vergleich gegeneinander an – die beste wird gewinnen. Unter anderem werden dabei folgende Fragen geklärt: Ist Hitlerverehrung in Korea wirklich gerechtfertigt? Wieviele verschiedene Warnschilder vor Stromschlägen gibt es in Vietnam? Wie funktioniert die myanmarensische stromlose Ampel? Und schliesslich: Warum sind "alles Votzen ausser Peking"?
23.05.2006 | 18:42 | Anderswo | Sachen kaufen | Papierrascheln
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)"Ein Freund erzählte mir kürzlich, er habe anhand eines Londoner Stadtplans, dessen Anweisungen er blindlings gefolgt sei, den Harz in Deutschland durchquert", so der Situationist Guy Debord 1955 in "Einführung in eine Kritik der städtischen Geographie". Der Lonely Planet Guide to Experimental Travel versammelt 40 Vorschläge für experimentelle Reisen im Geiste des Situationismus und geht im Vorwort ausführlicher auf die schöne Wissenschaft der Psychogeographie ein. Unter den Reisevorschlägen, die man in Kurzform auch hier einsehen kann, sind ausgezeichnete Pläne wie die "Expedition zum K2" (in jeder Stadt wird das Planquadrat K2 erforscht) oder "Backpacking at Home" (vom Flughafen der eigenen Stadt in ein beliebiges Hostel, dort Abhängen mit australischen Rucksacktouristen, zurück zum Flughafen und nach Hause). Hässliche Gegenden verlieren ihren Schrecken, denn "when it comes to Experimental Travel, one place is as worthy as any other". Was wahrscheinlich beweist, dass es keine öden Orte, sondern nur öde Touristen gibt.
23.05.2006 | 07:07 | Anderswo | Fakten und Figuren | Vermutungen über die Welt
 Viel wichtiger, als man glaubt: Zwischenräume (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Bei Garmisch-Partenkirchen gibt es einen Bären, in Kanada ungefähr 327.000-341.000 Schwarzbären und 22.000 Grizzlybären. Aus der Tatsache, dass die Kanadier im Unterschied zu den Garmisch-Partenkirchenern mit Aussagen wie "Kein Mensch kann seines Lebens mehr sicher sein" zurückhaltend umgehen, ergibt sich ohne weitere Umstände, dass Oberbayern nicht etwa weniger Bären, sondern mehr braucht, viel mehr.
Und das gilt nicht nur für Bären: 15 von 30 Millionen Kanadiern verglichen mit 7 von 80 Millionen Deutschen haben einen Migrationshintergrund, das sind verbraucherfreundlich umgerechnet 50% auf der einen und knapp 10% auf der anderen Seite. Angenommen, es liegt an diesen Zahlen, dass die Angehörigen der 34 ethnischen Gruppen in Kanada nur so selten auf die Nuss bekommen, dann ergibt sich daraus, ach, den Schluss können unsere klugen Leser jetzt sicher auch alleine ziehen. Vielleicht liegt aber alles auch nur daran, dass in Kanada zwischen den Bären, den gebürtigen Kanadiern und den Immigranten viel mehr Zwischenraum gelassen wird. Wir sollten doch bald mal wieder zart in Polen anklopfen und fragen, ob dort noch Platz ist.
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IN DER RIESENMASCHINE
ORIENTIERUNG
SO GEHT'S:
- Bandenschüsse
- Liegen (auch tags)
- Tofuparty (Neueinsteiger)
- Roborantia
SO NICHT:
- Sütterlin (richtig: Altdeutsche Schrift)
- zeitloser Chic
- Hautbildung auf Pudding
- Wirbelsturmterrorismus (übertrieben)
AUTOMATISCHE KULTURKRITIK
"Syriana", Stephen Gaghan (2005)
Plus: 3, 42, 68, 69 Minus: 45, 106 Gesamt: 2 Punkte
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