09.11.2005 | 12:41 | Anderswo | Zeichen und Wunder
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Dass die Amerikaner Australien für den Iran und Norwegen für die Hauptstadt von Schweden halten, ist nicht neu. Aber wie die nebenstehend abgebildete, von Riesenmaschine-Informant Patrick in Japan erworbene Papiertüte zeigt, weiss der Japaner seinerseits auch nicht viel mehr, als dass Amerika ein grosses, dreiecksförmiges Land im Westen ist. Das hätten wir von Japan, immerhin der Hauptstadt Koreas, nicht gedacht!
04.11.2005 | 05:44 | Anderswo | Fakten und Figuren | Papierrascheln | Vermutungen über die Welt
 Bildunterschrift (Foto: 34929533@N00) (Lizenz) Die Welt ist schwer. Leicht aber hätte es gerne der Mensch. Darum denkt der Mensch, wenn ihm ein langes Wort begegnet: "So ein Unfug! Ist denn die Welt ein langes Wort? Aber nein, vier Buchstaben hat die Welt, nämlich Weh, Eh, El und Tee. Ein kurzes Wort also, wie Wort selbst ja übrigens auch." Und recht hat er, der Mensch, so zu denken. Eine wissenschaftliche Studie hat jetzt durch langwierige Forschung sogar einwandfrei nachgewiesen, dass lange und schwierige Worte schlechter Stil sind. Ausser natürlich, wenn sie unbedingt nötig sind, wie die klugen Köpfe hinter der Studie eilig anmerken. Nötig wie zum Beispiel in der Überschrift zu diesem Beitrag.
02.11.2005 | 14:36 | Anderswo | Essen und Essenzielles
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Noch ein kleiner Nachtrag zum Ostasien-Special, sowie zur kontraintuitiven Farbigkeit von Lebensmitteln: Wohl dem Erbe der französischen Kolonialgeschichte geschuldet ist das Speiseeis in Vietnam extrem überdurchschnittlich gut. Im Fanny's in Hanoi bekommt man verargumentierbar das beste dunkle Schokoladeneis der Welt, dem eine überirdische Mousse-Note und -Textur eignet. Aber auch das Industrieeis der staatlichen Firma Thuy Ta, die auf ihrer beachtlichen Website neben der Eisproduktion auch noch "Importing the line and the synchronous equipment, The products wholesale and retail dealer, documentation about the photo and The print colour photo service." als Bereich ihrer Geschäftstätigkeit angibt und sich dem Credo "The consummer is all." verschrieben hat, ist von überraschender Güte. Die Basisvariante am Stil, Dua Khoaimon, kommt in unterschiedlichen natürlichen Aromen, zu denen unter anderem Erbse zählt, wie wir nach einigem Rätseln anhand der natürlichen "Frucht"-Stücke ermitteln konnten. Der jeweilige Fruchteiskörper wird von gefrorener gesüsster Kondensmilch überzogen, was einen interessanten kontrapunktischen Akkord setzt. Bei der hier abgebildeten Variante handelt es sich um Kokusnuss, genauer um "Taro Coconut", das in unserer Gesamtwertung am besten abschnitt. Um es von der Kondensmilch abzusetzen, wurde als Farbton ein blasses Lila gewählt, was in Verbindung mit Kokusnuss sicher als arbiträre Setzung gelten muss, ästhetisch aber vollumfänglich zu überzeugen vermag.
Dieser Beitrag ist ein Update zu: Grüner wird's doch
01.11.2005 | 19:16 | Anderswo | Alles wird besser | Zeichen und Wunder
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Den Drang zu Höherem, den die Evolution in uns hineingebaut hat, wird nur jemand für intelligentes Design halten können, der noch nie ein Gedicht gelesen oder Reinhold Messner gesehen hat. Schon seit Anbeginn der Erde ringen die Organismen darum, wer denn nun das höchste Gebäude errichten kann, Kristallnadeln, Pilzfäden, Termitenhügel, Gateway Arch, die nutzlose Kette höheren Lebens reisst vorerst leider nicht ab. Ganz drollig ist immerhin eins ihrer jüngsten Glieder, das höchste Sprungbrett der Welt, das die Hualapai-Indianer bis nächsten Januar fertiggestellt haben werden. Touristen können dann vermutlich vom oberen Rand des Grand Canyon mit einem eineinhalbfachen gestreckten Auerbachsalto in den Colorado springen, und die Evolution ist vorerst beendet. Bis jemand eine Schaukel unter den Mond hängt, jedenfalls.
01.11.2005 | 16:27 | Berlin | Anderswo | Alles wird besser
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)In der Wrangelstrasse in Berlin Kreuzberg ist diese Schablonen-Sprüherei zu finden, "PIRATE RADIO 95.2 FREITAGS 18 Uhr". Beim Betrachten erleidet der geübte Berliner schnell ein Flashback in die Zeit, als Piratenradios auf UKW noch einigermassen sinnvoll waren. Die wilde Assoziationskette geht von dem 1999 betriebenen Piratensender Twen FM mit angeschlossenem Club im ehemaligen Puff über den mittlerweise ebenso legalen wie egalen Expiratensender KISS FM und das gefühlte Piratenradio der 80er Jahre Radio 100 bishin zu Piratensender Powerplay, dem Highlight der sagenhaft schlechten Supernasen-Filmreihe mit Mike Krüger und Thorsten Gottschalk. Im Mai letzten Jahres war die aktuellste Berliner Radiopiraterie zu hören, Pirate-Beat-Box – und zwar genau wie gesprüht auf 95,2 MHz am Freitag Abend. Nun ist das Graffito aber verhältnismässig neu, während man vom dazugehörenden Radio in diesem Jahr kaum mehr etwas gehört hat. Ein Revival, das wider die unendlichen Möglichkeiten des Internet kämpft, als eine Art Flagschiff der Radiopiratenromantik?
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Eine kurze Recherche bringt eine andere Deutung ans Licht, die zwar viel unwahrscheinlicher ist, aber auch viel schöner und die deshalb die offizielle Deutung der Riesenmaschine sein soll: Die Sprüherei könnte eine Guerilla-Kampagne der ehemaligen Beat-Box-Macher für ein Radiokunst-Projekt sein. Auf der Frequenz 95,2 MHz sendet ab heute (mit einigen Monaten Verspätung) bis Ende des Jahres das Radio Copernicus, ein deutsch-polnisches Künstlerradio. Der für seine Genialität vollkommen unterprominente Künstler Felix Kubin ("Die egozentrischen Zwei", ehemalige jüngste Punkband Hamburgs) entwickelte die konzeptionelle Basis des binationalen Künstlerradios, das mit so schönen Features daherkommt wie einer Sendung, bei der gesprochene Texte auf zwei unterschiedlichen Frequenzen verteilt zu hören sind, so dass man zwei Radios braucht, um den Dialog überhaupt verfolgen zu können. Von diesem Gemeinschaftsprojekt der Universität der Künste Berlin und der Uniwersytet Wroclawski (Breslau) sind wir so begeistert, dass wir statt eines unterirdischen Gags über π-raten-Radios ("Vielleicht 3,14?") den Aufruf nach weiteren, spontanen Beiträgen unterstützen wollen.
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IN DER RIESENMASCHINE
ORIENTIERUNG
SO GEHT'S:
- blumig im Abspann
- Wasserbett
- Überlebenspartner Schöller-Eiscreme
- Wasserläufe
SO NICHT:
- Corsakorso
- Als Mann alleine nachts Damenfussball spielen
- Wortsippenhaft
- Futon
AUTOMATISCHE KULTURKRITIK
"The Cabin in the Woods", Drew Goddard (2011)
Plus: 3, 8, 37, 41, 49, 64, 66, 79, 80, 94, 97, 138, 151 doppelt Minus: 118, 137, 198 Gesamt: 11 Punkte
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