Riesenmaschine

22.10.2005 | 15:26 | Anderswo | Sachen kaufen

Neue Wirrnis


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
An Trendlimonaden herrschte in den letzten Jahren kein Mangel: Mit Afri-Cola fing alles an, dann folgten Bionade, Club-Mate, Fritz Kola etc. (Hintergründe nachzulesen bei der taz).
Britische Marktforscher haben jetzt entdeckt, was auf dem deutschen Markt bisher fehlt: eine Mischung aus Naivität, Traubensaft und skrupellosester Wirrnis, angereichert mit so ziemlich jedem Trendgemüse der letzten Jahre (Hanf, Echinacea, Ginseng, Zitronengras, Zitrone, Minze). Diese Mixtur wird auf Dosen gezogen unter dem bezaubernden Namen "Yoga Bunny Detox" vom Londoner Öko-Fastfoodlabel "Pret A Manger", kurz Pret, vertrieben. Laut Herstellerangaben handelt es sich beim Bunnygetränk um "Liquid Psychiatry", deren nicht enthaltene "Nasties" sogar einzeln aufgeführt sind: "NO fructose syrup, NO sodium benzoate, NO aspartame, NO potassium sorbate, NO phosphoric acid, NO colourings and NO artificial flavourings". Da McDonalds seit 2001 eine 33%-Beteiligung an Pret hält, darf man hoffen, dass sich der schäumende Unfug mittelfristig auch auf dem deutschen Markt etablieren kann.


21.10.2005 | 00:25 | Anderswo | Sachen kaufen | Sachen anziehen

Bay Watch III


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Man kennt das ja: Kaum haben Designer eine Lösung für ein Problem gefunden, versuchen sie, diese auf möglichst viele anderen Produkte anzuwenden. Wir haben dieses Verhaltensmuster schon als Funktionsdoppelung, Leuchtmitteleinbau oder Vibrationserweiterung kennengelernt. Ein ähnlich universeller Ansatz glaubt nun offenbar der finnische Designer des kubischen Kinderanzuges gefunden zu haben, indem er alles, was bisher in mühsam herzustellende, organisch geformte Anziehsachen gekleidet wurde, in einfache, rechtwinklige Formen packt. Wie so oft bei dieser Art von Produkteentwicklung geht dabei das eigentliche Problem der Lösung verloren: So naheliegend die Kinderschachtel als Ersatz fürs quadratmeterintensive Kinderzimmer war, so seltsam mutet der abgebildete BH an, waren doch Brüste bislang nur selten Grund für Wohnungsnot.
(Mehr dazu sowie ein Paar Quaderschuhe hier.)

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Bay Watch


20.10.2005 | 16:46 | Anderswo | Vermutungen über die Welt

Geheim-PR


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Das Vorbild jener Behörde, für die Craig, Daniel Craig jetzt arbeitet, der britische Geheimdienst MI6, hat jetzt endlich auch eine Webseite. Das ist gut so.
Eigenartig nur, dass die Homepage der Behörde laut URL auf Seite 79 liegt. Was steht auf den anderen Seiten? Seite 78, zum Beispiel? Ist das geheim? Sollte man da vielleicht die PR-Abteilung des ja gleichermassen streng geheimen Bundesnachrichtendienstes drauf ansetzen? Wenn man nur wüsste, wie die geheime Email-Adresse geht!


20.10.2005 | 14:34 | Anderswo | Sachen kaufen | Vermutungen über die Welt

Kaffeeautomania

Über die Jahrtausende war Korea nahezu ausschliesslich ein Land der Teetrinker. Aus einem nicht ganz ergoogelbaren Grund (Weltkaffeeverschwörung? Hollywood? X-Files?) änderte sich das vor zehn Jahren praktisch über Nacht. Heute können sich die meisten Koreaner ein Leben ohne ihre tägliche Dosis Kaffee nicht vorstellen. Wie erfolgreich sich das ursprünglich afrikanische Getränk in Südkorea durchgesetzt hat, mag man am Siegeszug der amerikanischen Mischmaschkaffee-Kette Starbucks ablesen. Erst 1999 wurde die erste Filiale im Land eröffnet, mittlerweile soll es schon über 200 Outlets geben.

Auf ihrem Siegeszug hatte die Kette allerdings auch Rückschläge zu verzeichnen. Im Mai dieses Jahres musste die grösste Starbucksfiliale Asiens in der Seouler Innenstadt wieder schliessen, weil man die hohe Miete von 100 Millionen Won (100.000 USD) nicht mehr bezahlen konnte. Die eigentlichen Profiteure des Kaffee-Booms sind jedoch die Instantkaffeeproduzenten. Der Informationsdienst "Euromonitor International" meldet für 2003 einen Verbrauch von 28.000 Tonnen Instant-Kaffee-Mix für Südkorea, das sind unglaubliche 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Wie diese enormen Steigerungsraten zu Stande kommen, erfuhren wir in dem kleinen, beinstumpfförmigen Land am eigenen Leibe. Wer nämlich in einem koreanischen Restaurant die Frage: "Und jetzt vielleicht noch einen Kaffee?" mit einem leichtfertigen "Ja!" beantwortet, wird sofort und umstandslos auf die Strasse geleitet. Dort steht dann ganz sicher ein Instant-Kaffee-Automat, an dem man sich zu bedienen hat. So wird selbst in den besseren Restaurants verfahren, von denen es in Korea nicht wenige gibt, denn gekocht wird hier ganz ausgezeichnet.

Kaffee-Automaten stehen überall im Land, in grossen Metropolen, im kleinsten Dorf, bisweilen sogar mitten in den schönen Wäldern. Auch am Rand von grossen Parkplätzen sind sie selbstverständlich, so wie in Gyeongju (Foto), wo der Riesenmaschinenkorrespondent nach einem Restaurantbesuch diesem Damenkränzchen beim nicht ganz so gemütlichen Kaffeeschlürfen Gesellschaft leisten durfte.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Asien Spezial: Korea & Vietnam

Christian Y. Schmidt | Dauerhafter Link | Kommentare (1)


20.10.2005 | 12:39 | Anderswo | Fakten und Figuren

Vietnam V: Bonsaimonobloc


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Was auf der von Jens Thiel initierten und verwalteten Website functionalfate.org zur Erforschung des Monobloc-Sessels noch nicht hinreichend gewürdigt wurde, ist die Miniaturisierung dieses "besten Möbels der Welt" im Land der untergehenden roten Sonne. Dem westlichen Reisenden fällt dies jedoch sofort ins Auge, da sie im Ensemble mit etwa kniehohen Tischen das Stadtbild prägen wie in kaum einem anderen Land.
(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Kommen sie im Süden noch vermehrt in der ursprünglichen Form, nur etwa auf die Hälfte geschrumpft, vor, sind sie im nördlichen Raum um Hanoi, wo die Strassen und Gassen noch enger sind, auf das Mass von knöchelhohen Schemeln geschrumpft. Hier dienen die etwas höheren Schemel, die auch auf Busfahrten benutzt werden, um den Mittelgang auszunutzen, dann als Tische. In noch ärmeren Landesteilen sind sie so klein, dass sie bereits ganz verschwunden sind. Dort hockt der Vietnamese einfach auf dem Boden.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Asien Spezial: Korea & Vietnam


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