29.06.2006 | 16:12 | Anderswo | Vermutungen über die Welt
 Superschool: Ausschnitt aus dem Supergeschäftsmodell (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Genaueres wissen wir auch nicht, aber eine Mail, die uns leider gerade erst erreichte, deutet darauf hin, dass die superverwirrende Superschool, eventuell der einzige Kulturkrake Deutschlands mit noch mehr und verwickelteren Tentakeln als die ZIA, bereits heute um 21:00 am Container vor der Kunsthalle Hamburg einen "Kongress des Halbwissens" abhalten wird. Die vorbildlichen Themen des Kongresses lauten:
Runde 1: Global Trade Runde 2: Wertschöpfung und Wechselwirkungen Runde 3: Fussball und Globalität – 2 Zukunftsmodelle
Dabei werden Fragen beantwortet wie "Was ist Global Trade? Warum ist Outsourcing so beliebt? Essen Sportler immer Nudeln vor dem Wettkampf?". Das Halbwissen der einzelnen Teilnehmer soll sich zum Vollwissen ergänzen; es scheint sich also um eine Veranstaltung ganz im Geiste unserer Mutmassungen über Tiere zu handeln. Vielleicht gehört dem Halbwissen ja die Zukunft. Aber das ist jetzt nur so eine Vermutung.
29.06.2006 | 02:30 | Anderswo
 Quo vadis, Schrumpfturm? (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Kann man die Welt imitieren? Das Klagenfurter Minimundus, eine Ansammlung von Weltwundern (Oper Sydney, Dampflok, Suleiman Moschee), verkleinert im Massstab 1:25, versucht es zumindest und erzeugt ein seltsames Skalenschrauben im Kopf, wenn der 500 Meter hohe CN Tower auf Baumhöhe durch den Park schimmert. Ähnliche Institutionen befassen sich mit der Weltverkleinerung in beschränktem Masse vor allem zum Zwecke der Laufwegeverkürzung. Obwohl ein brauchbarer Ansatz, solange die Verkehrsmittel nicht schneller werden, einfach die Welt zu verkleinern, muss die fragmentarische Ausgestaltung des Unterfangens gerügt werden. Selbstähnlichkeit in Kombination mit grossräumigem Copy&Paste ist, so wissen wir heute, ein Grundprinzip der unbelebten Welt: Planeten werden von Monden umkreist, Sterne von Planeten, Schwarze Löcher von Sternen, grosse Galaxien von kleinen, es scheint so zu sein, als hätte das Universum seit Milliarden von Jahren nichts anders getan, als mit einer einzigen Blaupause herumzuspielen. Nicht weniger faul die belebte Natur, oft tut sie Millionen Jahre nichts anderes, als gesamte Gruppen von Organismen zu kopieren und umzuskalieren. Mal werden die Tiere grösser, mal kleiner, und keiner weiss so genau warum. Ab und zu rutscht aus Versehen eine Mutation dazwischen, und das verkauft man dann seit Ewigkeiten hochtrabend als Evolution. Innovation nämlich braucht gar keine Kreativität, das wird oft verwechselt, sondern nur einen billigen Taschenrechner und ein gutes Modell. Während der Mensch noch hilflos und verkrampft versucht, jeden Tag etwas Brandneues zu erfinden, liegt der Rest der Welt in der Sonne, sieht gähnend und voller Unverständnis zu, und skaliert währenddessen ein wenig herum. Immerhin haben die österreichischen Landstrassenerbauer dies schon erkannt: Ihre Werke sind extrem stark verkleinerten, wie zufällig veränderten Superstrings sehr ähnlich: Verschlungen, gefährlich und irreführend.
27.06.2006 | 15:08 | Anderswo
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Jeder stellt sich doch ein ums andere Mal in diesen fussballbegeisterten Tagen die Frage: Wo ist eigentlich der finnische Fussball? Die Frage kann sehr leicht beantwortet werden: Er ist abgeschafft worden. Und das ist in diesem Fall das einzig Vernünftige einer Nation, die so reich an anderen Massenbelustigungen ist. Weil nämlich die finnischen Fussballplätze sowieso zu feucht sind, haben sie gleich die Schlammfussball-WM erfunden, die alljährlich vom 14. bis zum 16. Juli in Hyrynsalmi ausgetragen wird, im Winter kommt am gleichen Ort noch der Tiefschneefussball dazu. Und auch die Freunde der dritten Aggregatsstufe werden bedient, denn zwischen 30. Juni und 1. Juli gibt's die Wasserlauf WM.
Die Meisterschaft im Erbsenessen könnte überall stattfinden, weil die Finnen sowieso Weltmeister im Erbsenessen sind, so wie sie Kaffeetrinkweltmeister (1300 Tassen pro Jahr/Kopf) sind. Und weil die klugen Finnen gemerkt haben, dass die Argentinier sowieso scheinbar kein Interesse mehr am Tango haben, ausser wenn mal ein paar deutsche Frauenfrauenfrauen vorbeikommen, haben sie das auch übernommen. Vom fünften bis zum neunten Juli findet in der Kleinstadt Seinäjoki das grösste Tangofestival der Welt statt, bei dem wie jedes Jahr 100.000 Tänzer vier Tage und Nächte ohne Schlaf, und nur versorgt von Erbsen und Kaffee durch den hässlichen Ort schieben. Im Bild die letztjährige Tangokönigin und ihr Gemahl bei einer kleinen Rast und Stärkung, die einzelne Erbse ihn ihren Händen ist mit blossem Auge kaum auszumachen.
Dieser Beitrag ist ein Update zu: Die listigen Gärtner
25.06.2006 | 11:00 | Anderswo | In eigener Sache
Was regelmässige Riesenmaschinenleser bereits wissen, weiss seit gestern auch die Klagenfurter Bachmann-Preis-Jury: "Wir haben eine sehr gute deutsche Schriftstellerin entdeckt und einen Text, von dem ich restlos überzeugt bin. Ich kann beim besten Willen nicht sehen, wo dieser Fehler oder Makel hätte." (Heinrich Detering). "Ich halte den Text in seiner Konsequenz [für] fast makellos" (Ilma Rakusa) "Es ist ein faszinierender Text, bei dem ich zwischen Ärger und Verwirrung hin und her gerissen war, aber nicht losgelassen wurde." (Karl Corino) Wer wissen will, ob sich Kathrin Passig für so viel Lob auch was kaufen kann, der schalte jetzt sofort 3sat an oder klicke sich hier durch zum Livestream. Geht fast überall, leider nicht in China.
24.06.2006 | 05:37 | Anderswo | Papierrascheln
 Ingeboooooooooooooooorg (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Wer sich vom Gähnen anstecken lässt, identifiziert und verbündet sich unbewusst mit seinem Gegenüber. Es handelt sich um eine «synchronisierte Gruppen-Aktivität», Schizophrenen fällt das schwer. Auch Vögel und Reptilien können das nicht, behauptete jedenfalls Konrad Lorenz (der ja bekanntlich Nazi war) 1963, was vier Jahre später aber widerlegt werden konnte, weil irgendwer einen gähnenden Strauss beobachtet hat. Gähnende Kaninchen hat man diese Woche des öfteren auf der Welt gesehen, überall, nur nicht in Klagenfurt, beim so genannten Bachmannbewerb, besser bekannt als Die Tage der reitenden Leichenwäscher. Schizophrene, Sträusse und die schizophrenen Sträusse der Riesenmaschine hingegen waren putzmunter und ausgeschlafen, verblüffenderweise ganz ohne Ritalin. Heute geht der Wettbewerb zuende, alles wurde weggelesen, und jetzt kann man endlich auch selbst mitmachen und bewerten, und zwar hier und heute in der Zeit von 13.30 bis 20 Uhr. Kaninchen haben nicht mitgelesen, aber ein paar Nageraffine. Geben Sie also mit Bedacht Ihre Stimme ab, wenn wir das müde Kaninchen im Bild nicht erschiessen sollen, und Ihnen Ihre seelische Gesundheit lieb ist.
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IN DER RIESENMASCHINE
ORIENTIERUNG
SO GEHT'S:
- öfter mal Standgas
- mal eben wo drüberwubbern
- Einkaufsnetz (statt Tasche)
- Peeptoe-Show
SO NICHT:
- Schweigewoche (in jeder Beziehung)
- aufgemalter Messengerbag
- Zeitstrahlfaschismus
- Backsteinhandys
AUTOMATISCHE KULTURKRITIK
"Krabat", Marco Kreuzpaintner (2008)
Plus: 14, 21 Minus: 36, 56, 62, 129 doppelt, 132, 137 Gesamt: -5 Punkte
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