18.02.2006 | 20:54 | Anderswo | Essen und Essenzielles
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Man muss heutzutage schon sehr viel Mut haben, um erstens auf einem diesbezüglich mehr als gesättigten Markt einen neuen Schokoriegel zu lancieren und dann auch noch einen auf einer ungarischen Rezeptur basierenden. Aber am meisten Mut braucht es wohl, dieses Produkt auch noch mit einem der alleronkelhaftesten Namen auszustatten. Wie die Kollegen der ungarischen Riesenmaschine mit einer Mischung aus Stolz und Häme bemerken, exportiert man momentan im grossen Stil in die Nachbarländer wie Rumänien und Polen ihren geliebten Túró Rudi (Quark Rudi), der, weil er so dermassen beliebt ist, gleich von zwei konkurrierenden Firmen produziert wird.
Nun wagt der österreichische Molkereimittelbetrieb Landfrisch, das Konzept zu übernehmen, noch gibts ihn aber nicht zu kaufen, zuerst wird massiv plakatiert und an Kinder verteilt, die ihn aber pauschal ablehnen, wie es bei einer Frischkäseschokorolle nicht anders zu erwarten war, auch wenn das stigmatisierende Wort Käse in diesem Zusammenhang verschämt verschwiegen wird.
16.02.2006 | 06:33 | Anderswo | Essen und Essenzielles
 Wallabyriegelzutat (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Australien ist seit langem bekannt für Unbekömmliches; immerhin hat es die meisten Giftschlangen, die meisten Giftspinnen, die meisten Giftkröten und die meisten Giftquallen. Jetzt hat sich das Land etwas Neues ausgedacht, den "Australian Wallaby Bar" – "neu" nur fürs Ausland, denn im australischen Outback leben vermutlich schon seit Jahrtausenden braune Männer von gepressten Känguruhs. Der Wallaby-Riegel erreicht die nichtaustralische Welt in der Geschmacksrichtung "Macadamia & Ginger", überzogen mit einer gelbweissen Joghurtpastenhülle. Das ist interessant, denn einerseits vertraut man ganz konservativ auf die Trendnuss 2005 (Macadamia), andererseits begibt man sich ins progressive Fahrwasser der irrlichternden Dualverbiegungen der Eis- und Zahnpastaindustrie (Ingwer). Zusammengenommen ist es eine Aromakombination, auf die man auch nach längerem Nachdenken nicht von alleine gekommen wäre. Wahrscheinlich muss man es gar nicht erwähnen, aber der Wallaby-Riegel schmeckt weder nach Ingwer, Nuss, Joghurt oder Känguruh, sondern nur nach gesüsster Dachpappe, was jeden, der schonmal gesüsste Dachpappe gegessen hat, ganz sicher vom Kauf abhält. Alle anderen können es ja mal ausprobieren.
09.02.2006 | 06:32 | Essen und Essenzielles | Vermutungen über die Welt
 Niemand weiss, wie es weitergeht (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Das bestimmende Merkmal von Zivilisation ist ganz eindeutig die Tür. Denn Pforten sind es, die Mensch von Tier trennen, Ungläubige von Kreuzrittern, Wärme von Kälte, Unzucht von Zucht, überhaupt das Eine vom Anderen. Ohne die Tür wäre die Welt ein trostloser Einheitsbrei, ein grosses, formloses, ja, gar türenloses Etwas, in dem alles sperrangelweit offen steht. Es muss Grenzen geben, es muss Übergänge geben, Kontraste, Trennungen, und all dies funktioniert nur mit Hilfe der Tür. Einziges halbwegs brauchbares Konkurrenzprodukt auf dem Markt ist die Brücke, die allerdings im Gegensatz zur Tür oft von Selbstmördern missbraucht wird, und deren Einsatz daher moralisch zweifelhaft ist. Nein, eindeutig sind es Türen, die die Welt sauber zusammenhalten.
Einen wichtigen Schritt zur Dokumentation dieser Tatsache findet man aus nicht nachvollziehbaren Gründen nur nach langem Suchen. Ein angenehm geheimnisvolles Wesen namens Fluxus hat in aufopferungsvoller Selbstdisziplin Türen dokumentiert, mit Schwerpunkt auf ihrem Schwerpunkt, der Klinke, einen ganzen Tag, mehr als achtzig Türen. Es ist ein gewaltiger Berg von Türen, ein so grosser Haufen Türen, dass einem ungefähr bei Tür Nr. 38 vor lauter Türen allmählich klar wird, dass Türen in letzter Konsequenz vielleicht doch nicht ganz so wichtig sind.
06.02.2006 | 16:01 | Anderswo | Fakten und Figuren | Essen und Essenzielles
Der französische Hersteller von Schnickschnack-Elektronik bzw. "Marktführer für portable digitale Entertainment-Lösungen" Archos gibt auf seiner Homepage mächtig damit an, was er so alles erfunden hat: "2005: Erster portabler Media Player mit integrierter Kamera und Camcorder. 2004: Erster Pocket Video Rekorder mit TV Cradle. 2003: Erster Player mit Add-On Modulen" usw. usf. Was auf der Seite jedoch fehlt, ist der Hinweis: Erstes weltweit operierendes Unternehmen, das in China unter der Überschrift Die französische Marke präsentiert sich im neuen Jahr grossartig (Schriftzeichenreihe über dem Anzeigenfoto) mit dem geklauten Schriftzug und dem Markennamen einer Schokolade wirbt. Dabei ist den chinesischen Archos-Werbern offensichtlich entgangen, dass "Merci – Finest Selection" nicht das Geringste mit "savoir vivre" zu tun hat, sondern seit 1965 ein Produkt der Firma Storck ist, aus ausgerechnet Halle in Westfalen.
 Hier war eine Abbildung einer Packung merci-Schokolade, die aus Bildrechtegründen verschwinden musste, ausserdem weiss ja eh jeder, wie so was aussiehtFür den Fall, dass die klagefreudige Firma Storck (siehe Rechtsstreit Merci – Ritter Sport) die nunmehr anstehende juristische Auseinandersetzung mit der Firma Archos gewinnen sollte, weisen wir vorsorglich darauf hin, dass wir als "Dankeschön" für diesen Hinweis keineswegs mit einem Paket "Merci" oder – so nahe es auch liegen mag – "Storck Riesen" abgespeist zu werden wünschen, sondern gerne mal mit Diamantensplittern gefüllte Trapa-Schokolade probieren würden.
Dieser Beitrag ist ein Update zu: Supermodel-Recycling
06.02.2006 | 00:33 | Essen und Essenzielles
Man kennt das ja: Da hat man Lust auf ein gekochtes Ei und mal wieder keine entsprechende Kochvorrichtung zur Hand. Entweder weil zu Hause gerade die Warmwasserzufuhr nicht so richtig funktioniert oder weil man unterwegs ist und weder einen Parabolspiegel, noch einen AMD-Prozessor und erst recht nicht diese komplett ausgestattete Pick-Up-kompatible Küche (nur 3.395 $) dabei hat.
Nun könnte man aufgeben und sich doch wieder bloss eine Pizza kaufen. Oder einfach im Internet nach einem Ausweg suchen und diesen dank Boingboing auch finden. Hier steht nämlich, wie es geht: Einfach zwei Handys nehmen, zwischen beiden ein Gespräch herstellen, sie gegenüber auf einen Tisch mit dem Ei dazwischen legen und dann mittels Geräuschkulisse von aussen dafür sorgen, dass sich die Handys auch wirklich unterhalten – simsalabim, drei Minuten später hat man das gewünschte gekochte Ei.
 Handys können Eier kochen, diese Grafik belegt es einwandfrei (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Nein, ist natürlich Quatsch, man könnte auch 100 Handys nehmen und würde ein Ei vermutlich nicht mal so warm halten, dass am Ende irgendwas hinaus schlüpfen könnte. Ausserdem sollte nicht vergessen werden, dass man die meisten Dinge (Eier, Wiesel am Spiess, Tomaten, Schokoriegel) durchaus auch roh essen kann. Einfach mal ausprobieren.
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IN DER RIESENMASCHINE
ORIENTIERUNG
SO GEHT'S:
- Backstreet Boys und Kante mixen
- Schmirgelklötze verstecken
- "Du Zausel, du" sagen (zum Aussenminister des Iran)
- Glaszylinder (formschön)
SO NICHT:
- Stollen (ausser in Dresden)
- Sudden Death (ausser beim Eishockey)
- Schlumpf ohne Zubehör
- Einerkette
AUTOMATISCHE KULTURKRITIK
"Mother of Tears", Dario Argento (2007)
Plus: 8, 15, 35, 82, 89, 112 Minus: 99, 140, 144 Gesamt: 3 Punkte
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