Riesenmaschine

22.10.2007 | 21:14 | Alles wird besser | Sachen kaufen

Bonecrasher

Knochenleitung ist das nächste grosse Ding, und wir haben es leider komplett verpasst. Damit stehen wir nicht alleine da, noch nicht mal einen deutschen Wikipedia-Eintrag gibt es dazu. Was es allerdings mittlerweile für Teile gibt, die Schall durch den Knochen zum Ohr leiten, anstatt eben durchs Ohr: seit Anfang 2006 einen MP3-Player (auch unter Wasser einsetzbar!), seit Frühjahr 2007 ein Mikrophon und ein Bluetooth Headset ("head" hier im unüblichen Sinne von "Unterkieferknochen"), und jetzt bringt Pantech das erste Handy auf den koreanischen Markt, das es ermöglicht, mit dem Kiefer auch noch zu telefonieren. Noch mal zur Klarstellung: Das Telefon vibriert, der Knochen auch, das Ohr kriegt das mit und wandelt die Vibrationen in Töne um, denn was anderes ist Schall als eben billige Schwingungen. Nicht mal Zauberei! Und so viele Vorteile, z.B. kann man sich beim Telefonieren die Ohren zuhalten und versteht doch alles.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Hip-Hop ordentlich durchgebürstet


21.10.2007 | 19:51 | Sachen kaufen | Papierrascheln

Working in a paper mine


Altru- oder Egoist? (Foto: hn3000, Lizenz)

Elektronische Datenverarbeitung erfordert elektronische Datenverarbeitungsgeräte, die, wie das bei Elektronik gemeinhin leider üblich ist, Strom benötigen. Dieser Strom entsteht typischerweise durch Verbrennung nicht-nachwachsender Ressourcen, also Öl und Gas statt zum Beispiel Blumen. Daher ist elektronische Datenverarbeitung ein Irrweg, keine nachhaltige Lösung des Informationstransportproblems.

Aus nachwachsenden Bäumen hingegen wird das jüngst neu erschienene Web-Adressbuch für Deutschland 2008 gemacht. Termingerecht zur kalten Jahreszeit können wir nun unsere 2007er Ausgabe im Ofen verbrennen und die brandneue "Alternative zu Google & Co" (Hamburger Abendblatt) in unser stabiles Regal stellen. Schön. Das alte war auch schon so zerlesen, weil man ja immer die URLs nachschlagen musste, bevor man mit diesem Internetsurfen anfangen konnte. Die kompetenten Autoren, die alle sechstausend Web-Adressen persönlich auf Richtigkeit überprüft haben, erklären uns ausserdem noch als kostenlosen Bonus, wie das so ist mit dem Web Zweinull und warum man es dringend mal ausdrucken musste.

Greenpeace findet das mit den Bäumen zwar eigentlich nicht so gut, bietet aber sein Mitgliedermagazin trotzdem nicht als PDF an, sondern ausschliesslich auf dem Medium, das die Urwälder vernichtet. Dafür hat man als Abonnent aber die Wahl zwischen zwei Dankeschön-Geschenken. Erstens: Finanzierung einer Minenräumaktion in Bosnien-Herzegowina (6 Quadratmeter) oder zweitens: ein Kaffeebecher mit Aufdruck. "Es ist meine Schuld, dass in Bosnien-Herzegowina sechs Quadratmeter vermint sind" steht nicht darauf.


19.10.2007 | 13:31 | Anderswo | Sachen kaufen | Essen und Essenzielles

Single Wars


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Kardinal Bong war gegenüber der Hauptabteilung K des Opus Dei spürbar lauter geworden. Der Kampf gegen die Unverheiratetheit sei ins Stocken geraten. Bong selbst hatte für die Abteilung in den 80er Jahren AIDS mitentwickelt, war dementsprechend unantastbar und stellte kaum erfüllbare Forderungen. In der Tat waren für K seither wenig greifbare Erfolge vorzuweisen. Die Reform des Ehegattensplitting? Eher ein Zufallstreffer. Der aggressive Marktauftritt familiengerechter Mini-Vans? Erhöhte wohl gleichzeitig die Scheidungsrate und auch die Gewalttaten gegen Kinder. Allenfalls die verdeckten Anmietungen von Einzimmerwohnungen in Ballungsgebieten konnte man für Abteilung K als gelungen verbuchen. Trotzdem heirateten noch immer nicht ausreichend viele Menschen, weshalb Bong eine neue Strategie verfolgen wollte: die Entwicklung von Produkten, die Singles ihre erbärmliche Einsamkeit vor Augen führen sollten. Mehrere Vorschläge von unterschiedlicher Qualität lagen auf dem Tisch, darunter ein Einpersonen-Tandem und ein halbes Schachbrett. Umgesetzt wurde schliesslich der Vorschlag eines Schweizer Bischofs.


09.10.2007 | 14:24 | Berlin | Sachen kaufen

Wiederum ein Tag in der Firma


Spezialgeschäfte neigen ab und an zur Überspezialisierung (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Aber Steiermann gab sich nicht geschlagen. Zeisel und Stilicke mochten einen Überraschungshit gelandet haben – der Vertrieb stand immer noch hinter ihm wie ein Mann. Das hatte er seinerzeit über die Einführung von doppelt rückvergüteten, nachträglichen Vorschüssen im Nichteintretensfall hinbekommen, inzwischen Branchenstandard, wie so viele Steiermann-Entwicklungen. Ausserdem hatte er Vonnebrink den Eigenbeleg in der Spesenabrechung durchgehen lassen. Als es im August an die Verteilung des Nächstjahresbudgets ging, hielt er sich an sein Lieblingsbuch, "Sun Tzu für Abteilungsleiter" – und beantragte zur Überraschung aller eine Halbierung seines eigenen Etats. Drei Tage gab es kein anderes Thema in der Kantine, dann ging der Plan auf: Vizepräsident Sasel gab die Maxime "Maximum Nullrunde" aus und das grosse Unterbieten begann, Zeisel und Stilicke taten cool, waren aber am Ende. Als die Gesamteinsparungen bei 24% angekommen waren, liess Steiermann die Bombe hochgehen und präsentierte seinen neuen Vertriebsplan, zu finanzieren aus dem freigewordenen Etat: die Zeit der grossen Verkaufsflächen sei vorüber, in Zukunft solle für jedes Zubehörteil eine eigene Filialkette aufgebaut werden. Noch aus dem Flugzeug stimmte Sasel per SMS zu, unter der Bedingung, dass McKinsey ein "ernstzunehmend teures Konzeptpapier drumherum" entwickle und man eingedenk der alten Firmenstrategie mit dem bescheuertsten Zubehörteil anfange – Funktionsbeweis des schwächsten Glieds der Kette, wie es Sasel zu nennen pflegte.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Ein schöner Tag in einer kleinen Agentur


05.10.2007 | 12:22 | Alles wird besser | Sachen kaufen | Effekte und Syndrome

Effective Stimul Drink

Prag, das dritte Amsterdam beziehungsweise das achte Rom (cirka), revolutioniert den Energiegetränkemarkt (ein wenig): Kamikaze, ein flüssiger Drink in Dosendarreichung, besticht durch vier vollkommen verschiedene Vorzüge, die jetzt nacheinander aufgezählt werden: 1. Er ist komplett in tschechisch beschriftet und erschwert damit das Herausfinden der Inhaltsstoffe. 2. Er enthält neben den ubiquitösen Koffein und Guarana noch den Fatburner Synephrine sowie Wirkstoffe aus Hanfsamen und Erd-Burzeldorn (Tribulus terrestris), einem mutmasslichen Potenzmittel und/oder natürlichem Anabolikum, und damit die wirrste Zusatzstoffzusammenstellung seit Jef d'Honts Zaubertrank. 3. Jedoch enthält der Kamikaze-Drink keine Kohlensäure, was zur Folge hat, dass er nicht nur wie gesüsster Tierschweiss riecht, wie alle anderen Energy-Drinks, sondern auch so schmeckt. 4. Das Zeug erhält einen genau bis zu dem Punkt hellwach, an dem man beschliesst, ins Bett zu gehen. Ansonsten hat es allerdings nur Nachteile.


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