Riesenmaschine

28.07.2005 | 19:54 | Alles wird schlechter | Sachen kaufen | Listen

USBolognese

Wir sagten nichts, als sie mit fellbezogenen USB-Sticks ankamen. Wir schwiegen, als sie mit Sushi-USB-Sticks an den Start gingen. Wir zuckten allenfalls mit den Augenlidern, als sie mit abgeschnittenen Finger-USB-Sticks drohten. Aber nun ist das Ende allen Ertragens erreicht. Ein Teller Bolognese als USB-Speichermedium (alle Dramen von Solid Alliance). Das hat zwei leichtwiegende Konsequenzen:
I) Nie wieder wird die Riesenmaschine über crazy USB-Sticks berichten (außer in Ausnahmefällen).
II) Der USB-Stick reiht sich nun endgültig in folgende Liste der Humoraxiome ein:

...
Nr.07: Es gibt keine lustigen T-Shirts.
Nr.08: Es gibt keine lustigen Autoaufkleber*.
Nr.09: Es gibt keine lustigen USB-Sticks.
...


*Untersuchung noch nicht definitiv abgeschlossen, 1987 soll auf einer Landstrasse in der Nähe von Celle ein wirklich lustiger Autoaufkleber gesehen worden sein, der einzige Zeuge verstarb jedoch kurze Zeit später.


28.07.2005 | 17:33 | Supertiere

Hit me with your rhythm-stick

Die Dog-Brothers ("higher consciousness through harder contact") aus Kalifornien pflegen eine etwas eigenwillige Kampfsportform, in der im Vollkontakt mit Stöcken aufeinander eingedroschen wird, wobei nur ein Minimum an Schutzausrüstung erlaubt ist.
In eindrucksvoll brutalen sportlichen Filmen, die auf ihrer Homepage zu finden sind, fühlt man sich in die schönsten Momente von "Fight Club" versetzt und wünscht sich so etwas anstelle von Boxen für Manager, aber natürlich nur, wenn dann die Volkswirtschaft aufgrund gebrochener Kniescheiben nicht kollabiert.


28.07.2005 | 15:56 | Supertiere

Tentakelsitzdonut Snork

Eigentlich ist der Tentakelsitzdonut Snork* ein weiteres Produkt, das die Welt a) nicht braucht, b) schon gar nicht braucht, weil es gehäkelt ist und c) auch gar nicht kaufen kann (Preis auf Anfrage, say no more). Aber "Tentakelsitzdonut Snork"! Hat von der Herstellung des ersten Faustkeils bis heute je ein Produkt einen so herrlichen Namen getragen wie "Tentakelsitzdonut Snork"?

* Deeplink-unfähiges Flash, auf "Möbel" klicken.


28.07.2005 | 13:00 | Alles wird besser | Sachen kaufen

Eckenscherenuniversen

Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose, bis dahin alles klar. Für Scheren gilt das offenbar nicht, jedenfalls nicht beim finnischen Qualitätsdekoscherenweltmarktführer Fiskars ("Tools for Inspiration"). Besonders die Bastelabteilung birgt eine Vielzahl unterschiedlichster Scheren, die wildeste Muster zu schneiden in der Lage sind: von "Seemöwe" über "Majestätisch" bis "Pulsschlag" sind alle Schnittkantendekors vorhanden, die man sich vermittels einer soliden Portion frischer Psychopilze so ausdenken kann. Kenner unterscheiden selbstverständlich Schnittkantendekoscheren und Schnitteckendekoscheren. Topfavorit ist das abgebildete Exemplar mit dem schönen Namen "Sehensucht" – eine wunderbare Mischung aus Emotion, mehrdeutiger Kryptik und doppelt Babelfish. Direkt darüber die Killerapplikation von Fiskars, die bereits zu massiven Erdrütschen auf dem Qualitätsschnitteckendekoscherenweltmarkt geführt haben dürfte: der 3-in-1-Eckenmotivstanzer, vorrätig mit den Chartstürmern unter den Stanzdekormotiven – Blumen, Blätter, Erbe (hä?), Herzen, Himmel, Schneeflocken, Spitze und Tierchen. Eine obige Äußerung gilt es aber dann doch noch zu korrigieren, oder vielmehr zu modifizieren: Eine Rosengreifschere ist eine Rosengreifschere ist eine Rosengreifschere.


28.07.2005 | 11:21 | Alles wird besser | Zeichen und Wunder

Bembel different!

Wer hat sich noch nicht gefragt, warum die Gebrauchsgüter in unserer unmittelbaren Umgebung, wie Auto, Videorecorder, Kühltruhe (vergl.: iPod-look) bloß immer so klinisch und steril aussehen?
Warum uns in der Kneipe um die Ecke dann aber plötzlich wohlige Schauer überfallen?
Die Antwort heißt: "Ornamentik" und wurde dem stilbewussten Teil der Bevölkerung vor rund 100 Jahren von Adolf Loos (Autor der Streitschrift Ornament und Verbrechen, 1908) auf geradezu verbrecherische Art und Weise ausgetrieben!

Erkannt hat diesen Missstand der Frankfurter Graffitisprüher "Bomber", der als Racheengel der Adi-Loos-Geschädigten gewünschte Objekte mit wunderschön-urigen Äppelwoi-Bembeldesigns überzieht.


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"JCVD", Mabrouk el Mechri (2008)

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