Riesenmaschine

14.02.2006 | 23:40 | Alles wird besser | Sachen kaufen

Neues von altem Plastikflaschen


Für dieses Bild sollte sich der Hersteller schämen
Die Google-Anfrage, die die Riesenmaschine im letzten Juli erreichte, "was kann man mit altem plastikflaschen machen", wurde in der Folge zwar bereits beantwortet, aber gerade erfahren wir durch Strange New Products Neues in dieser Angelegenheit: Das $49,95 teure RecyclersRaft ist vermutlich eine Luftmatratze fürs Leben. Hier macht sich der Hersteller geschickt ein altbekanntes physikalisches Phänomen zunutze; Luft hält sich nämlich – anders als der Name vermuten lässt – gar nicht so gern in Luftmatratzen auf, sondern nutzt vielmehr jede Gelegenheit zum Entweichen. In Getränkeflaschen drängt es die Luft dagegen mit aller Macht, wie man bei geselligen Anlässen unschwer beobachten kann. Das RecyclersRaft ist daher inwendig mit leeren Plastikflaschen ausgestopft, in denen sich die Luft zufrieden räkelt, und wenn doch mal eine davon undicht werden sollte, ersetzt man sie einfach durch eine neue.

In den Google-Anfragen aus dem Januar

mobiles bidet
strassenstrich basel 2005
möbel für jugend
warum bürgerrechtsbewegung
schweinekopf sezieren
künstliche vorhaut
ursprung der aborigines
gullideckel zange
madonna wie alt?
schlange mit tentakeln
tetris für doofe
beuteltiere gemeinsamkeit
weltahl
intelligente dinge
Ich wiel ales wiesen fon der welt

werden wir schon bald vollständige Aufklärung schaffen. Versprochen!


14.02.2006 | 16:04 | Supertiere | Listen

Nicht Riesenmaschine lesen kostet 32.000 Euro


Satan weidet weder Buntspechte noch Bachforellen
Nicht Riesenmaschine lesen kann teuer werden! Diese Erfahrung musste gestern abend Kandidat Rafael in der RTL-Sendung "Wer wird Millionär?" machen. Bei 32.000 erreichten Euro hatte der Kulturmanager aus Bad Mergentheim seine drei Joker verbraten und sollte für 64.000 Euro die Frage beantworten, welches der vier Tiere Laubfrosch, Siebenschläfer, Buntspecht oder Bachforelle ein Bilch sei.
Während andernorts zeitgleich Chinesinnen schmerzhaft aufs olympische Eis knallten, verzichtete der ahnungslose Engländer ebenso schmerzlich auf die Beantwortung der Frage und damit auf ein geschätztes Jahreseinkommen (als Kulturmanager) bzw. Abendhonorar (Jauch). Sein Pech: Hätte er regelmässig die Beiträge in der offensiv und bekennend nagetierverherrlichenden Riesenmaschine verfolgt, wäre er lachend in den sechsstelligen Bereich vorgedrungen. Petitesse am Rande: Noch vor der Frage kündigte er nach Erreichen der 16.000 Euro-Gewinnschwelle an, sich von diesem Betrag lediglich eine neue "Maus" für seinen Computer kaufen zu wollen. Dies war dem Nagetiergott offensichtlich nicht Huldigung genug.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Mehr über Nagetiere


14.02.2006 | 11:23 | Anderswo | Sachen kaufen

Sperrmüll Identity


Kreditkarte nicht im Lieferumfang enthalten
Leider lässt sich Arnold Toynbees Zitat "Den Charakter einer Nation erkennt man daran, wie sie Auto fährt" nicht googeln. Es wäre ein schöner Einstieg gewesen, dieses Zitat als vollkommen irrelevant hinzustellen und stattdessen zu behaupten, dass man den Charakter einer Nation an ihrem Sperrmüll erkennt. In einer kurzen, strohfeuerartigen Phase wurde im letzten Jahr die ungeheure Anzahl der Wäscheständerwracks in Berlin auf Flickr dokumentiert. Die Bedeutung für die Nation ist so klar, dass man sie nicht mehr erklären muss, es hat mit Schmutzwäsche von früher und schlecht funktionierenden Ständern zu tun, wie eigentlich alles in Deutschland. Die Schweiz hingegen hat nationalcharakterlich an ganz anderen Themen zu knabbern und das auch noch nicht mal mit den eigenen Goldzähnchen.
Im Haushalt stapeln sich die Kreditkartenlesegeräte; bei jedem Geburtstag kommen ("woher wusstest du!") zwei neue hinzu, und damit das Bad begehbar bleibt, müssen halt ab und zu ein paar Sack Geld, ein, zwei Tresore und der "Bartizan" vom Vorjahr heimlich nachts auf die Strasse geworfen werden. Und so sieht man in Zürich in den zwanzig Minuten, bevor die Strassenreinigung alles wieder wegfeudelt, nachts ausgesetzte Kreditkartenratschgeräte am Wegesrand. Zu Recht sagt man: In Zürich liegt das Giralgeld auf der Strasse.


14.02.2006 | 06:16 | Vermutungen über die Welt

Ich denke sowieso mit dem Knie


Grübelnder Magen
Vielleicht erinnert sich noch jemand mit Schrecken an den Sommer zurück. Abends setzte regelmässig ein Radau ein, der erst in den frühen Morgenstunden endete. Das war das Weinhähnchen. Meist sitzt es gut versteckt in den Balkonpflanzen und lässt sich akustisch nur schwer orten. Bei Gefahr verringert es so raffiniert die Lautstärke, dass unser Grosshirn eine (scheinbar) veränderte Position errechnet. Die Insekten selbst nehmen Geräusche mit dem oberen Teil des Schienbeins, also quasi dem Knie, wahr. Auch das macht sie sympathisch und erinnert an Joseph Beuys, der auf die Frage, warum er Taschenlampen an seinem Knie befestigt habe, antwortete: "Ich denke sowieso mit dem Knie".

Nun hat Frau Irmgard Lippe aus Graz herausgefunden, dass auch der Magen imstande ist zu denken. Wenn jetzt schon die Beine hören, die Mägen denken und die Zungen riechen können, wird man demnächst herausfinden, dass die Kniekehlen singen und die Haare ausgehen können? Vermutlich nicht, aber die Frage kann man zumindest mal stellen.

Tex Rubinowitz | Dauerhafter Link | Kommentare (2)


13.02.2006 | 19:01 | Sachen kaufen

Dabei sein ist alles

Es scheint vielen Menschen ein Bedürfnis zu sein, von allem, das irgendwie denk- oder erinnerungswürdig gewesen sein soll, ein Andenken zu besitzen. Und sei es bloss ein winzig kleines Stückchen, das dann weder besonders spektakulär aussieht, noch irgendwas Besonderes kann und erst recht nicht einzigartig ist. Wie sonst ist zu erklären, dass immer noch Teile der Berliner Mauer verkauft werden, mitunter sogar mit der bizarren Artikelbeschreibung "neu"? Oder dass die Ausstellungsstücke von Christo und Jeanne-Claude entgegen dem Konzept bis in alle Ewigkeit in Quadratzentimetergrösse weiter existieren dürfen? Auch der Rasen in Fussballstadien wird ab und an ganz gern in kleinen Portionen verkauft, manchmal sogar, bevor darauf gespielt wird.

Für solche Menschen ist das folgende Angebot genau das Richtige: United Nuclear, ein sympathischer und vertrauenserweckender Online-Shop für Chemikerzubehör, UV-Licht-sensible Filzstifte, Uran, Stimmgabeln und ähnlichen Kram, hat jetzt nämlich Aerogel ins Sortiment aufgenommen (gesehen bei Oh Gizmo!). Ein kandisgrosses Bröckchen kostet zwar stolze 40 Dollar und ist dabei zu nichts zu gebrauchen, aber, hey: Aerogel wurde immerhin in der Stardust-Sternsonde verwendet und hat fünfzehn Einträge im Guinness Buch, unter anderem als leichtester Feststoff (nur dreimal schwerer als Luft) und bester Isolator. Sowas kann man schon mal rumzeigen, wenn Besuch da ist. Sieht auch viel besser aus als so ein olles Stück Berliner Mauer.


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