Riesenmaschine

22.10.2007 | 21:14 | Alles wird besser | Sachen kaufen

Bonecrasher

Knochenleitung ist das nächste grosse Ding, und wir haben es leider komplett verpasst. Damit stehen wir nicht alleine da, noch nicht mal einen deutschen Wikipedia-Eintrag gibt es dazu. Was es allerdings mittlerweile für Teile gibt, die Schall durch den Knochen zum Ohr leiten, anstatt eben durchs Ohr: seit Anfang 2006 einen MP3-Player (auch unter Wasser einsetzbar!), seit Frühjahr 2007 ein Mikrophon und ein Bluetooth Headset ("head" hier im unüblichen Sinne von "Unterkieferknochen"), und jetzt bringt Pantech das erste Handy auf den koreanischen Markt, das es ermöglicht, mit dem Kiefer auch noch zu telefonieren. Noch mal zur Klarstellung: Das Telefon vibriert, der Knochen auch, das Ohr kriegt das mit und wandelt die Vibrationen in Töne um, denn was anderes ist Schall als eben billige Schwingungen. Nicht mal Zauberei! Und so viele Vorteile, z.B. kann man sich beim Telefonieren die Ohren zuhalten und versteht doch alles.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Hip-Hop ordentlich durchgebürstet


22.10.2007 | 12:21 | Fakten und Figuren

Ein schöner Tag in H0


Im Vordergrund aktuelle Fabriken, die Aktuelles herstellen, im Hintergrund aktuelle Stromerzeugungsformen (Foto: Kathrin Passig, Standort Berlin Ostbahnhof, aber auch Bremen et al.)
Es war wieder einmal Zeit für einen Katalog mit Novitäten. Der greise Herr Faller sog nachdenklich an seiner Pfeife und betrachtete die in Öl gemalte Präsentation, die seine Untergebenen gemessenen Schrittes an ihm vorbeitrugen. Viel war draussen in der Welt offenbar passiert in den letzten Jahren. Na, da würde man eben einen VW-Bus ins Sortiment aufnehmen müssen, und auch so einen modischen Fernsehturm, wie ihn die Berliner unlängst hatten errichten lassen. Sogar einige neue Bundesländer gab es, denen man sich wohl widmen musste. "Nach der Wende renoviertes Haus mit Ruinengrundstück, Graffiti an Garage und Schutzzaun", so mochte es gehen, oder war das doch eine Spur zu gewagt? Bedenklich wiegte Faller den Kopf. Das nächste Ölgemälde zeigte den neuen Freizeittrend "Camping", hier würde man unbesorgt einen Themenschwerpunkt setzen können. Auch die "Verladerampe mit Milchkannen" schien dem Patriarchen zukunftsträchtig, das "Zaunkonzept 2007" gediegen. Blieb nur noch ein letztes Problem zu lösen: Wohin mit den unzähligen Funktürmen, die man um die Jahrtausendwende herum voll Enthusiasmus über die neue Technologie hatte anfertigen lassen? Vom Kunden wurden sie nicht recht angenommen. Konnte man sie irgendwie umfunktionieren, zu einer Art Windmühlen vielleicht? Windmühlen, davon hatte man die Fallerschen Söhne in den letzten Jahren manches Mal reden hören. Nun, er war der Letzte, der einer sinnvollen Neuerung im Wege stehen wollte. Dann also in Gottes Namen Windmühlen.

(Quelle: Neuheiten Faller 2007, PDF, 11 MB.)

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Wiederum ein Tag in der Firma


21.10.2007 | 19:51 | Sachen kaufen | Papierrascheln

Working in a paper mine


Altru- oder Egoist? (Foto: hn3000, Lizenz)

Elektronische Datenverarbeitung erfordert elektronische Datenverarbeitungsgeräte, die, wie das bei Elektronik gemeinhin leider üblich ist, Strom benötigen. Dieser Strom entsteht typischerweise durch Verbrennung nicht-nachwachsender Ressourcen, also Öl und Gas statt zum Beispiel Blumen. Daher ist elektronische Datenverarbeitung ein Irrweg, keine nachhaltige Lösung des Informationstransportproblems.

Aus nachwachsenden Bäumen hingegen wird das jüngst neu erschienene Web-Adressbuch für Deutschland 2008 gemacht. Termingerecht zur kalten Jahreszeit können wir nun unsere 2007er Ausgabe im Ofen verbrennen und die brandneue "Alternative zu Google & Co" (Hamburger Abendblatt) in unser stabiles Regal stellen. Schön. Das alte war auch schon so zerlesen, weil man ja immer die URLs nachschlagen musste, bevor man mit diesem Internetsurfen anfangen konnte. Die kompetenten Autoren, die alle sechstausend Web-Adressen persönlich auf Richtigkeit überprüft haben, erklären uns ausserdem noch als kostenlosen Bonus, wie das so ist mit dem Web Zweinull und warum man es dringend mal ausdrucken musste.

Greenpeace findet das mit den Bäumen zwar eigentlich nicht so gut, bietet aber sein Mitgliedermagazin trotzdem nicht als PDF an, sondern ausschliesslich auf dem Medium, das die Urwälder vernichtet. Dafür hat man als Abonnent aber die Wahl zwischen zwei Dankeschön-Geschenken. Erstens: Finanzierung einer Minenräumaktion in Bosnien-Herzegowina (6 Quadratmeter) oder zweitens: ein Kaffeebecher mit Aufdruck. "Es ist meine Schuld, dass in Bosnien-Herzegowina sechs Quadratmeter vermint sind" steht nicht darauf.


21.10.2007 | 10:06 | Anderswo | Fakten und Figuren

Keine Penne für Darth

Eddie Izzard, der grosse britische Stand-up-Comedian, zeigt uns mit Unterstützung eines namenlosen Brick-Filmers und anhand dessen Videodokument aus der Kantine des Todessterns etwas sehr Wichtiges: Wir können sie austricksen, die dunklen Mächte. Wir müssen dem Bösen nur klar machen, dass wir es nicht kennen und nicht kennen wollen. Dass wir es ignorieren können. Wir müssen die dunklen Mächte verwirren, aus dem Konzept bringen. Wir müssen sie in profane Diskussionen verwickeln, bis sie merken, dass sie mit ihrem Latein der Unterwerfung am Ende sind, weil wir dessen Grammatik nicht gelernt haben. Dann kriegen wir sie. Dann zwingen wir auch das Böse in die Regeln der Kooperation. Dann merkt auch die dunkelste Macht: Ohne Tablett keine Penne. So einfach ist das.


20.10.2007 | 21:56 | Anderswo | Alles wird besser | Fakten und Figuren

Boris Yeltsin Damacy


Das ist übrigens nicht das besprochene Denkmal, sondern eine Skulptur in Berlin, die es schon viel länger gibt als Katamari, was für ein total irrer Zufall. Oder auch kein Zufall, sie steht nämlich in der Nähe vom Checkpoint Charlie, könnte also mit dieser Sache was zu tun haben. (Foto: fuse) (Lizenz)
Der Einfluss von Videospielen auf die Popkultur ist unbestritten, und damit sind jetzt mal nicht Dinge wie dieser sehr schöne Zusammenschnitt von 143 Sega-Startsequenzen oder das einmillionste Super-Mario-Shirt gemeint, sondern handfeste Cameos wie bei den Simpsons und Futurama. Eine Blitzkarriere hat in diesem Bereich die Katamari-Reihe hingelegt: Erst vor wenigen Jahren erschien das Spiel, bereits nach wenigen Minuten gab es tonnenweise Fan-Art und in diesem Sommer war dann auf dem Cover eines Buches von mehreren namhaften Bestseller-Autoren ein grosser Katamari-Ball zu sehen.

Nun plant das Moskauer Museum art4u.ru die Aufstellung eines Denkmals für Boris Jelzin – mit einem Siegerentwurf, der aussieht wie riesiges, in der Mikrowelle geschmolzenes Kinderspielzeug und über den der Künstler Dmitrij Kawarga sagt, er hätte "das auseinander brechende Land im Sinn" gehabt, um dann aber sogleich zuzugeben: "aber das ist natürlich die primitivste Erklärung". In Wirklichkeit handelt es sich nämlich, genau, um einen pechschwarzen Katamari-Ball, bloss steht Jelzin oben statt unten, so sieht es doch aus.

Der von Jelzins Tocher geleitete Jelzin-Fonds hat übrigens inzwischen erklärt, dass er die Skulptur ablehnt. Vielleicht stimmt ihn ja der zweite Sieger gnädig: Ein türkiser Hase, der zu verhindern versucht, dass eine Vase runterfällt.


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