Riesenmaschine

07.12.2007 | 14:31 | Alles wird besser | Zeichen und Wunder

High Road to Heaven


Wegweisend: Das Modell Streetfighter von Prophete
Rund eine Woche nach dem Ausstieg der Deutschen Telekom aus dem Profiradsport hat sich der aufgewirbelte Staub gelegt und gibt endlich den Blick aufs Wesentliche frei: Den neuen Namen für die (ja nach wie vor bestehende) Mannschaft, die bis vor kurzem Team T-Mobile hiess. "Team High Road" lautet er und steht für einen Paradigmenwechsel im Benamungssektor. Vorbei sind die Zeiten synthetisch-steriler Wortschimären à la Arcandor, Altria, Cinogy und Qimonda, oder dem Horrorportfolio der einschlägig bekannten Düsseldorfer Agentur Nomen. Ende 2007 sind wieder echte, ganze Wörter gefragt und Dinge werden nicht weiter wie Pokémon oder Fantasyromanfiguren genannt, sondern wie Fernsehserien aus den 80er Jahren. Entsprechend nutzen die Fahrer des Team High Roads in der kommenden Saison auch keine Räder von Colnago, Cervélo oder Orbea, sondern von der sympathischen Marke Giant.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Unfreundliche Übernamen


06.12.2007 | 16:37 | Alles wird besser | Papierrascheln | In eigener Sache

Riesenmaschine-Buch schöner als 995 andere

Was wir schon längst wussten, hat jetzt auch die Stiftung Buchkunst erkannt: Das von Martin Baaske gestaltete Riesenmaschine-Buch ist eins der schönsten Bücher des Jahres 2007. Unter 1056 Mitbewerbern wurden 61 Bücher ausgezeichnet und dürfen sich jetzt mit einem Aufkleber aus massivem Gold schmücken.

Aus diesem Anlass möchten wir einmal unsere Leser ermahnen, die das Buch zwar bisher 7331 Mal bei uns und wer weiss wie oft auf den Seiten des Heyne Verlags gratis heruntergeladen, aber insgesamt nur ungefähr 2 Mal gekauft haben. Das ist undankbar, und wenn es sich herumspricht, wird es in Zukunft genauso viele kostenlose Buchdownloadangebote geben wie bisher, nämlich null. Wer kann das wollen? Wir möchten RIESENMASCHINEBUCH niemanden ungebührlich WEIHNACHTEN beeinflussen und KAUFEN haben diesen KAUFEN Text daher KAUFEN lediglich mit unaufdringlichen subliminalen Botschaften KAUFEN! ausgerüstet.


05.12.2007 | 09:04 | Was fehlt | Zeichen und Wunder

Aus der Mitte entspringt Verdruss


Exzentrisch geht anders. (Bild: CDU)
Nach Das Auto. nun also Die Mitte.. Es war ein langer Weg von der Neuen Mitte via Oberhausen, Jena, Kleve und Passau bis zur einfach nur Mitte. Ökomisch bereits totgesagt erlebte sie auf einmal ein Revival. Harold Hotelling erklärt, warum es Eisverkäufer wie Politiker stets zu ihr hinzieht. Dabei wäre nach Richard Herzinger doch allmählich mal die Zeit reif für eine Republik ohne Mitte. Eine Vision, der wir uns vorbehaltlos anschliessen können. Das Symbol der noch zu gründenden Volkspartei könnte der Doughnut sein.


04.12.2007 | 16:53 | Anderswo | Alles wird besser | Zeichen und Wunder

Antigegner


Auf dem diffizilen Terrain hegelscher Dialektik ungeschlagen: Die WPO.
Ein Sprichwort sagt: Zwei Linke, drei Meinungen, vier Parteien. Die linke globalisierungskritische Bewegung ist bekanntlich solch ein bunter Fleckenteppich wie die europäischen Fürstentümer im Hochbarock. Alle möglichen Organisationen und Gruppierungen tummeln sich dort. Wie dieses Spektrum einen weiteren satten Farbspritzer erhielt, konnte man am Samstagabend in München bestaunen: Hier war die Presse geladen zur Gründungspressekonferenz der "World Party Organisation", einer Partei, die sich die "vollständige Beseitigung aller Armut" und die Errichtung der "Vereinigten Staaten der Erde" auf die Fahnen geschrieben hat. Zur Fragestunde wurden Bier und Partybrötchen gereicht. Der arglose Zuhörer sah sich zwar zunächst etwas länglichen und verzwickten Ausführungen zu gewagten Finanzkonzepten ("Erster Schritt: Umsatzsteuer 100% + x") ausgeliefert, fand dann aber willige Antwortgeber aus dem Parteivorstand für die essentiellen Fragen: Wieviel Mitglieder hat die Partei bereits? – "Etwa 100, aber von mehr als 60 haben wir die Kontaktdaten nicht mehr." – Wieso wird die Partei als 'Erste Globalisierungspartei' gehandelt, aber unter Globalisierungsgegnerschaft aufgeführt? – "Wir sind Antiglobalisierungsgegner. Realpolitik. Deshalb." Eine tröstliche Tatsache: Die linkshegelianische Dialektik lebt noch.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Piratenpartei

Ruben Schneider | Dauerhafter Link | Kommentare (8)


03.12.2007 | 18:38 | Nachtleuchtendes | Alles wird besser

Lob der Aussichtslosigkeit

Wenn man wie die meisten Menschen seine Vorhänge nie öffnet, weil man wie die meisten Menschen den Fehler gemacht hat, den IKEA-Vorhang Bomull zu kaufen, der bei jedem Auf- oder Zuziehversuch die Gardinenstange in den Abgrund reisst, dann braucht man, so haben Forscher jetzt erkannt, eigentlich gar kein Fenster. Fenster haben so viele Nachteile: Nur zu wenigen und schlecht gewählten Tageszeiten fällt tatsächlich Licht durchs sie ins Zimmer, und auch das nur, wenn man sie alle paar Jahre mühsam reinigt. Andere Menschen können in die Wohnung hineinsehen, kleine Kinder fallen heraus. Fenster entlassen die teure Wärme hinaus in die Natur und inspirieren GUI-Designer zu ganzen Betriebssystemen, die viel Leid über die Menschheit bringen. Gut, dass endlich jemand das fensterlose Leuchtfenster erfunden hat, das man überall hinhängen kann, wo man es braucht. Jetzt noch eine türlose Tür zur Abwehr von Zeugen Jehovas und GEZ, dann steht der Entwicklung des Wohnens zum Grosstrend des 21. Jahrhunderts nichts mehr im Wege.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Es geht voran


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