Riesenmaschine

27.06.2009 | 10:16 | Anderswo | Papierrascheln | In eigener Sache

Automatische Literaturkritik Preis der Riesenmaschine 2009 – Tag 3

Dieser Beitrag wird nach jeder Lesung aktualisiert. Auf übersehene oder falsch vergebene Punkte bitte in den Kommentaren hinweisen. Kriterienliste. Achtung: Einsendeschluss für übersehene Punkte ist Mitternacht von Samstag auf Sonntag.

Was bisher geschah:
Der Preis erklärt (2008)
2008, Tag 1
2008, Tag 2
2008, Preisverleihung
2009, Tag 1
2009, Tag 2

#11: Gregor Sander, "Winterfisch"
Plus: 2, 7, 10 doppelt, 11, 18, 26 einfach, 36
Minus: 4, 5, 6, 7, 16, 31, 43, 47, 54, 70 einfach, 76, 93, 95 einfach
Gesamt: -5 Punkte

#12: Andrea Winkler, "Aus dem Gras"
Plus: 1, 5, 7, 49
Minus: 7, 12, 32, 35, 46, 51, 61, 72, 91
Gesamt: -5 Punkte

#13: Katharina Born, "Fifty Fifty"
Plus: 1, 5, 7, 18
Minus: 1 einfach, 4, 5, 10 einfach, 22, 23 einfach, 36, 43, 63 einfach, 67, 75, 76, 93, 95 einfach, 100
Gesamt: -11 Punkte
(Minuspunkt 100 übersehen, nachgetragen)

#14: Caterina Satanik, "leben ist anders"
Plus: 1, 7, 10 doppelt, 11, 18, 33, 38 einfach
Minus: 10 einfach, 13, 17 einfach, 22, 24 doppelt, 93, 100
Gesamt: 0 Punkte

Kathrin Passig, Angela Leinen, Maik Novotny | Dauerhafter Link | Kommentare (1)


21.01.2008 | 18:53 | Anderswo | Alles wird besser | Sachen kaufen

Gleitzeitgeiz ist geil



In Zeiten, in denen Fernsehbilder von auf Schlussverkaufstische zutrampelnden Kundenhorden ihren auf Masse und Macht gründenden Mach-Mit-Magnetismus langsam einbüssen, kommt es zwangsläufig, wenn auch komplett überraschend, dass das bisher ausschliesslich in anstrengend dekorierten Kneipen herumdümpelnde Konzept "Happy Hour" seinen Weg in den Einzelhandel findet. Ausgerechnet der biedere österreichische Billigladen Billa hat nun diese mikrotemporale Preisgestaltung ins Fruchtregal gehievt. Für Leute, die auf sowas stehen, bieten wir die Verschwörungstheorie, dass damit heimlich darauf abgezielt wird, Langschläfer und Herumlungerer durch Wiedereinführung des Skorbuts auszurotten, hier gratis zum Download an.

Wir glauben aber lieber daran, dass dies nur der Beginn einer ausgeklügelten Streuung von Lockangeboten über alle Zielgruppen und Shop-Schlaf-Rhythmen hinweg ist. Bitte uns jetzt zu entschuldigen, die lange Nacht der Kaffeefilter bei Aldi geht gleich los.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Weil einfach einfach Einfalt ist


14.06.2007 | 02:38 | Anderswo | Alles wird besser | Essen und Essenzielles

Šwerter zu Buhštaben


Die Sache hat einen Haken.
In genau zwei Wochen wird sich das dunstgefüllte Loch in den Bergen namens Kärnten für ein paar Tage öffnen, um den Literaturshowblock herein- und sehr viel gesprochenes Wort herauszulassen, ohne das ja, wie Showblock-Autorin Marinic richtig bemerkt, kein einziges Buch geschrieben worden wäre. Aber was treibt das Wort in Kärnten an den restlichen 360 Tagen im Jahr so, wenn niemand hinguckt? Es sorgt hauptsächlich für bilinguale Magenverstimmungen, es sorgt unter anderem dafür, dass ein Landeshauptmann die versammelte Presse einlädt, ihm dabei zuzusehen, wie er ein Ortsschild ab- und ein paar Meter weiter wieder aufbaut, um zu verhindern, dass dieses mit slowenischen Zischlautdarstellungen versehen wird. Ausserhalb Österreichs bekommt man von diesem Grummeln im geographischen Unterleib des Landes nichts mit, denn die Sache ist den Österreichern peinlich.

Doch nun winkt Hoffnung an der Hačekfront: Der Nudelfabrik Finkensteiner und Wissenschaftlern der Universität Klagenfurt ist es endlich gelungen, erstmals die Lettern Č, Š und Ž als Buhštabenzupe in Teigwarenform zu pressen, um somit die Sprachbarrieren buchstäblich weichzukochen und volksdeutsche Kärntner Suppenteller zu infiltrieren.

Bei regelmässigen Verkostungen kann nun simultan gezischt und geschlürft werden, vom gleichzeitigen Bestellen des slowenischen Nationalschinkens Pršut raten wir jedoch ab. Ebenso wie wir von der Produktion ß-förmiger Teigwaren vorsorglich abraten. Nicht mal dran denken, Nudelfabrik Finkensteiner!

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Ich kaufe ein "C"


05.03.2007 | 03:10 | Anderswo | Alles wird besser

Billigflug der Fantasie

Welcher Reisende hat sich nicht schon über die bürokratisch penible Schrulle der Realität geärgert, Flüge nach, sagen wir, Amsterdam, mit ermüdender Zwangsläufigkeit auch tatsächlich in Amsterdam landen zu lassen, anstatt in interessanten Orten wie Aktyubinsk? Für Freunde des experimentellen Reisens war beim Flugverkehr bislang nichts zu holen.

Geändert hat das nun ausgerechnet die kleine, listige Slowakei. Die dort ansässige Fluglinie Skyeurope hat flugs das Konzept Sneak Preview mit dem Konzept Billig-Airline fusioniert und bietet zweimal am Tag Flüge nach Mystery City an. Welch weltmännischer Thrill, erst beim Hinunterhüpfen von der Gangway zu erfahren, ob man in Mumbai, Moyale oder im sagenumwobenen Mu gelandet ist, mit lediglich Bikini und Baströckchen im Gepäck in Murmansk oder mit Mantel und Muff in Maui.

Die Flugzeit beträgt sowohl von Bratislava als auch von Prag kurzweilige 60 Minuten, mit nonchalanter Triangulierung ergibt sich daraus, dass Mystery City entweder auf einem Acker östlich von Łódź oder auf einer Südtiroler Almwiese liegen muss. Zumindest, wenn die Flugroute parallel zur Erdkruste verläuft, andernfalls landet man im tantenhaft benannten, gleichwohl mystischen Agartha.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Folgen Sie dem unsichtbaren Pfeil


26.11.2006 | 00:54 | Berlin | Anderswo

Im Schatten des Bierpinsels

Als in schwarzweisser Vorzeit das Röhrenradio krächzend verkündete: "Moderne erfunden!", jauchzten die Architekten laut auf. Es schien alles so einfach: Man würde ein einziges richtig gutes Haus entwerfen, diese Industrie, von der man neuerdings so viel hörte, würde das rund um den Globus reproduzieren, und man selbst würde den Rest seines Lebens mit dem Automobil im reichlich vorhandenen Abstandsgrün zwischen den Wohnblocks herumrasen. Natürlich kam alles ganz anders, die Moderne stiess sich an der Realität wund und banal, und unschöne Dinge wie Wolfsburg entstanden.
Die Architekten sahen also davon ab, herumzurasen und designten eben weiter an Dingen herum, für die die Industrie alleine zu dumm war. Und weil es so viele von ihnen gab, entstand eine Masse an Gebautem, das weder herausragend noch abstossend war, und somit unbemerkt von Hochglanzmagazinen und Schmähungen im Graubild der Stadt herumstand.

Der Architekturkritiker Oliver Elser und der Fotograf Andreas Muhs haben sich seit 2002 auf der Website restmodern.de dieses diskreten Charmes des Durchschnitts angenommen und ihn mit bewusst uninszenierten Fotografien vor konsequent bewölkten Himmeln dokumentiert. Zu Beginn ausschliesslich auf Berlin fixiert, ohne dabei ausgetretenen Retro-Chic-Pfaden zu folgen, haben sie ihr Archiv (aktuelle Fotos sind auf flickr zu sehen) mittlerweile auf die Grauzonen von Hamburg und Frankfurt ausgedehnt. Trotz aller kühlen Distanz der Fotografien erkennt man die Freude, in vermeintlich tristen Rastern plötzlich eine überraschend individuelle Kunst am Bau zu entdecken, und den Willen, dies zumindest fotografisch zu sichern, bevor es verschwindet.

Eine Auswahl an Fotografien ist noch bis zum 11.12. in der Galerie Fenster61 in Berlin zu sehen. Für das geplante Buch fehlen noch ein paar Interessenten, die sich bitte schnell unter subscribe@restmodern.de melden sollten, denn wir wollen das Ding so bald wie möglich auf dem Riesenmaschine-Coffeetable liegen sehen.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Ostmoderne.com


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"The World's Fastest Indian", Roger Donaldson (2005)

Plus: 45, 49, 74
Minus: 17, 55, 80, 113
Gesamt: -1 Punkt


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