Riesenmaschine

19.09.2009 | 20:54 | Alles wird besser | Sachen anziehen

Der Einäugige unter den Brillen

Avast! Heute ist schon wieder International Talk Like a Pirate Day! Und damit einjähriger Geburtstag der Google Pirate Edition. Wer den ITLAPD nicht nur verbal, sondern auch fashiontechnisch angemessen feiern will, dem sei die zeitgemässe Adaption der Augenklappe empfohlen: Die Fuck-3D-Brille vom in der Riesenmaschine allseits geschätzten Medienkünstler Aram Bartholl (via Nerdcore, hier als Bausatz-PDF zum Download). Nicht nur ein würdiger Nachfolger von Bartholls First Person Shooter-Brille – sondern zugleich ein wichtiges Statement im täglichen Kampf gegen die 3Disierung unserer Umwelt. Savvy?

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Piraten-Statusmeldung


10.09.2009 | 17:26 | Berlin | Anderswo | Sachen kaufen

Am Ende des Regenbogens liegt Halle 26


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Sofern man nicht gerade Messetüten sammelt oder Flachbildschirmfetischist ist, gibt es eigentlich nur einen einzigen guten Grund, die IFA zu besuchen: Die "International Halls", vom Veranstalter in der abgelegenen Halle 26 im Südwesten des Messegeländes versteckt. Hier findet man keine opulente Messearchitektur, keine zierend hingestellten Formel-Eins-Autos oder Cyborg-Puppen, keine 3D-Kinosäle, keine eloquenten Presenter mit Headsetmikro, keine Gewinnspiele mit Glücksrad- oder Wii-Einsatz und nicht einmal Hostessen. Stattdessen residieren in zahllosen kleinen Boxen, die es offensichtlich beim Messebaudiscounter im Hunderterpack billiger gab, Firmen mit den tollsten Namen, die ganz nebenbei das Ausstellerverzeichnis zuspammen und elegant auf die doppelte Länge aufblasen.

Sie alle stellen direktimportierte Kostbarkeiten direkt aus dem Herzen des chinesischen Sweatshop-Kapitalkommunismus aus: Laptoptaschen, Toaster, Uhren, Ventilatoren, Haarglätter, Adapterstecker, manchmal auch bloss Kabel oder Batterien. An jedem Stand sitzen natürlich auch mindestens zwei echte Chinesen oder Chinesinnen und verteilen Visitenkarten und dicke Broschüren, mit Fotos aus den Produktionsstätten und eingescannten Urkunden von der lokalen Handelskammer. Und so kann man sich für einen Moment wie auf der grandiosen China Russian Mongolian Technology Exhibition and High-Tech Fair im nordchinesischen Manzhouli fühlen, nur dass draussen nicht die innermongolische Steppe beginnt, sondern Charlottenburg.

Besonders empfehlenswert ist ein Besuch am letzten Messetag. Dann bauen die Aussteller ihre Stände ab und Halle 26 wird zum Flohmarkt. Alles muss raus, drei Toaster für 8 Euro, kein Problem, und vereinzelt finden sich sogar an den Halterungen der Regale für die eigentlichen Ausstellungsstücke handgeschriebene For-Sale-Zettel. Findige Berliner Import-/Export-Experten rollen die Waren sackkarrenweise aus der Halle, während den Chinesen so langsam alles egal ist und einige nach Landessitte öffentlich schlafen.

Schon jetzt kann man sich den Besuch in Halle 26 wieder als Pflichttermin für 2010 in den Kalender eintragen. Und dann gibt es dort hoffentlich auch die in diesem Jahr schmerzlich vermissten wirklich interessanten Exportgüter aus China im Angebot.


09.09.2009 | 03:02 | Anderswo | Fakten und Figuren

WHD mit geringem MHD

Am heutigen 9.9.09 findet zum dritten Mal der World Hoop Day statt. Auf allen sechs Kontinenten wird gehoopdancet und die World Hoop Day Organization sammelt Spenden, damit auch Kinder in
Drittweltländern Hula-Hoop-Reifen bekommen können. Der erste World Hoop Day fand übrigens am 7.7.07 statt, seitdem wandert das Datum und wird es auch weiterhin tun – bis 2013 das böse Erwachen kommt, manche Leute scheinen wirklich nichts aus dem Jahr-2000-Problem gelernt zu haben. Möglicherweise vertraut die WHD Organization aber auch einfach dem Kalender der Maya, laut deren Berechnungen am 21. Dezember 2012 sowieso das gegenwärtige Vierte Zeitalter endet und die Welt untergeht.


15.08.2009 | 21:50 | Listen | Zeichen und Wunder

Panamakanalspasstag

Anlässlich der Panamakanal-Erstdurchquerung am 15. August 1914 wurde dieser Tag zum Welttag des Panamakanals ernannt. Ein Feiertag nicht nur für die Seefahrt, sondern auch für Freunde von fünf- oder mehrsilbigen Wörter die nur auf einem einzigen Vokal basieren. Wie Minibikini. Oder Ottomotormonopol. Oder Uluruumrundung. Oder Geleewettessen. Brennelemente. Rokokomottoshow. Kennenlernfete. Iltisminipli. Wallhallanachhall. Schenkelbesenfresse. Mississippischiff. Papaya-Ananas-Schawarma. Brennnesselteerezepte. Lederpflegeexperte. Fetteckenmenetekel. Ubuntuunfug. Madagaskarspassbad. Teekesseltester. Sesselelement. Katamaranbasar. Messerwerferneffe. Erdbeersektwette. Analapparat. Bonobokompott. Ebereschensterben. Mastdarmtransplantat. Totorokomplott. Alaskaaal. Oder Abstraktkatarakttraktat. Kaputt, danach geht nix mehr.


04.08.2009 | 01:37 | Berlin | Supertiere | Fakten und Figuren

Berlino, intergalaktischer Herrscher über Chaos und Vernichtung


Grosse Enttäuschung löste Berlino bei den Organisatoren der Olympischen Spielen 2012 aus, wo man das sehr teure und bisher geheim gehaltene Maskottchen "Londono" jetzt nicht mehr gebrauchen kann.
In wenigen Tagen beginnt die Leichtathletik-WM in Berlin und das Interessanteste daran ist mal wieder das Maskottchen: Berlino, der Bär, ist 2,30 Meter gross und ein wenig tollpatschig. Seine Lieblingsfilme sind die Bärenbrüder und Pu, der Bär, seine Leibspeisen Currywurst und Gummibärchen, seine Lieblingsschulfächer Sport und Bärisch und sein Lieblingsgetränk ist Kakao – weitere Infos über Berlino gibt es hier.

Maskottchenhistorisch wird Berlino als prägender Vertreter der "Neuen neuen Sachlichkeit" bzw. der "Neuen Langweiligkeit" in die Geschichte eingehen. Nicht nur, dass der Move, in Berlin ausgerechnet einen Bären an den Start zu bringen, nicht wirklich kreativ ist – mit seiner 70er-Jahre-Sportkleidung und dem schnörkellos-konservativen Design ist Berlino zudem gestalterisch irgendwo zwischen Trimmy und dem Rolf-Kauka-Stil (vor allem natürlich Kaukas Bussi Bär) angesiedelt. Getoppt wird das Aussehen aber noch durch den Namen: "Berlino", angeblich das Ergebnis eines Namenfindungsbewerbs mit 2000 Einreichungen aus 18 Ländern, ist wohl als Kontrapunkt zum bedeutungsüberfrachteten WM-2006-Löwennamen "Goleo VI." gedacht.

Doch hinter der Fassade massiver Schlichtheit versteckt sich beim zweiten Hinsehen doch noch eine subtile Doppelbödigkeit, eine sehr sehr dezent gehaltene popkulturelle Referenz: Die Erweiterung eines zweisilbigen Wortes durch den Endlaut -o zu einem dreisilbigen Namen steht nämlich in der grossen Tradition der Marvel- und DC-Erzschurken Magneto (X-Men), Bizarro (Superman) und Eclipso (Diverse). Wir dürfen also gespannt sein, auf welch teuflische Weise Berlino das internationale Grossereignis Leichtathletik-WM als Bühne für seine sinistren Weltversklavungspläne nutzen wird.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Er ist nicht allein


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