Riesenmaschine

20.07.2005 | 17:30 | Alles wird besser | Alles wird schlechter

Vom Einfluss des Ausfluss


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Ausflüsse oder Ausgüsse scheinen ein unterschätztes Inspirationsobjekt für Accessoires in Haus und Hof zu sein. Zwei Antipoden sind hier zu sehen, die gleichzeitig die empfindsame, schwankende Seele des Designers und seiner Weltsicht zeigen. Zunächst geht Emmanuel Gallina vom an sich schlechten Menschen aus, der bei jeder Party in den Ausguss ascht. Er hat mit seinem Aschenbecher "Demain Jarrete" jeden Erziehungsversuch aufgegeben und ergibt sich in die Hoffnung, die Falschascher zu täuschen. Ganz anders hingegen im zweiten Entwurf. Gallina schöpft hier nur Monate später die Hoffnung, man könne den an sich guten Menschen doch noch erziehen, wenn nur die richtige Botschaft am richtigen Ort auftaucht. "Do not waste" heisst sein Abfluss mit Message. Beide Produkte sind auf der ärgerlicherweise nicht deeplink-fähigen Website www.opos.it zu finden (>exhibitions, > acqua/water und >rrr).


20.07.2005 | 11:44 | Berlin | Alles wird besser | Zeichen und Wunder

Street Art & Weise


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Wie man etwa an der Vorstellung des neuen VW Fox (Project Fox) sieht, ist Street Art bereits weit auf dem Weg in die akzeptierte Gegenwartskultur gelangt. Wer Street Art immer noch mit bloßer Schmiererei verwechselt, kennt nicht die vielfältigen Arten, wie hier mit der visuellen und inhaltlichen Gestaltung des öffentlichen Raumes umgegangen wird. Hinter dem Charme von Street Art steht die Erkenntnis, dass die Straße der urbane Teil einer dynamischen Öffentlichkeit ist, ein immobiles, anarchisches Medium. Und wie sich die Medienlandschaft, zum Beispiel durch das Internet, verändert hat, hat sich auch der Bezug der Menschen zum Medium Straße verändert. Dass dort echte Kunst entstehen kann, ist spätestens seit Jean-Michel Basquiat (mit Vorreitern wie Harald Nägeli) international akzeptiert. Dass diese Kunst auch mehr leisten kann als Provokation und Protest, nämlich inhaltliche Auseinandersetzung, Kommunikation und besonders Entertainment, zeigt das Beispiel auf dem Foto (aufgenommen am 12.07.05 in Berlin, Rosa-Luxemburg-Straße, Urheberin vermutlich: paulahorn@hotmail.com).


20.07.2005 | 09:49 | Alles wird besser | Was fehlt

Stäbchen essen


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Die Gestaltergruppe Triebwerkdesign hat sich eines drängenden Problems für Single-Haushalte angenommen: Wieso kann ich in meiner Pfanne auch etwas anderes braten als Fischstäbchen? Die Lösung dafür kann so einfach sein – es handelt sich um eine Spezialpfanne, die so geformt ist, dass man ausschließlich Fischstäbchen darin braten kann. In einer Zeit, in der allerorten eine immer höhere Spezialisierung von Arbeitskräften gefordert wird, ist eine immer höhere Spezialisierung von Arbeitsgeräten nur recht und billig. Ein kleiner Schönheitsfehler ist aber die fehlende Vertikalisierung der Idee: bis jetzt ließen sich weder Spezialteller noch Spezialgabeln für Fischstäbchen auftreiben. Der Junggesellenhaushalt muss also beim Verzehr der Fischstäbchen bis auf weiteres in der quälenden Beliebigkeit herumtapsen.


19.07.2005 | 11:27 | Alles wird besser | Vermutungen über die Welt

Electrofux


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Das schwedische Unternehmen Electrolux schreibt über sein Design Lab zum dritten Mal in Folge den Design-Wettbewerb 'Imagine the home in 2020' aus. Der Name und der Ausrichter sagen bereits alles über den Wettbewerb, es geht nämlich um Zukunftsvisionen in erster Linie in den Produktbereichen "cleaning clothes, cleaning dishes, cleaning floors, storing drinks, storing food, cooking...". Der erste Preis sind 5000 Euro. Ganz schön gewitzt, so an die besten Ideen heranzukommen und sich durch die Teilnahmebedingungen (#9, #10) die Rechte zu sichern.
Für die teilnehmenden Visionäre breitet sich damit erneut das Standard-Dilemma aus: mit der eigenen Superidee einem Weltkonzern für erbärmliche 5000 Euro zur Herrschaft über das 21. Jahrhundert verhelfen oder die beste Idee aller Zeiten unumgesetzt in der Schublade "reifen" lassen, bis jemand anders ebenfalls drauf kommt. Auch dieses Mal werden sich die Visionäre für die übliche Notlösung entscheiden und die zweitbeste Idee einschicken. Kein ganz falscher Ansatz: der Zweitplatzierte bekommt immerhin noch 3000 Euro.


19.07.2005 | 10:13 | Alles wird besser | Vermutungen über die Welt

Handyobjektive


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Technologie-Pessimisten sind schnell dabei, Handyfotografie als nutzloses Kinderspielzeug abzutun. Weil bei der Digitalfotografie die Pixelzahl nicht halb so wichtig ist wie die Qualität des Objektivs, hatten sie damit leider Recht – bisher. Denn jetzt bringt Motorola Spezialobjektive für Handys auf den Markt, die die inzwischen erreichten 5 Megapixel (von Samsung) einigermaßen zur Geltung bringen können. Auch das bleibt noch immer Spielerei, aber der golden glänzende Gang in die Zukunft ist ein Stück weiter beschritten: dereinst werden wir nur noch mit dem Kamerahandy Hi-End-Fotos machen, die Millisekunden später zu Hause auf der Festplatte gespeichert oder gleich in die jeweiligen Flickr-Accounts eingespeist werden. Wahrscheinlich für 99 Cent je FMS. Dafür aber vielleicht mit 39 Megapixel (das entspricht 7200x5400 Pixel und damit einem Bild von 250cm x 187,5cm bei 72 dpi).


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"Saw III", Darren Lynn Bousman (2006)

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