11.06.2006 | 14:51 | Anderswo | Alles wird besser
 Hier war ursprünglich mal ein Haus zu sehen, das tatsächlich fast genau wie Sascha Lobo aussahIn unserer Liste psychedelischer Parks fehlte bisher der auch schon wieder zehn Jahre alte japanische Site of Reversible Destiny – Yoro Park (viele Fotos bei flickr) mit seinen hervorragenden Features wie der Zone of the Clearest Confusion und dem Mono no Aware Transformer. Entworfen wurde der Park von Shusaku Arakawa und Madeline Gins, die hier im Zusammenhang mit ihren schwer bewohnbaren "Reversible Destiny Lofts" bereits von Sascha Lobo vorgestellt wurden. "Bemühen Sie sich", heisst es in der Parkgebrauchsanweisung über das abgebildete "Critical Resemblance House", "eine auffallende Ähnlichkeit zwischen Ihnen selbst und dem Haus festzustellen. Sollte das nicht gelingen, verhalten Sie sich trotzdem, als sei das Haus Ihr eineiiger Zwilling. ... Im Falle unvorhergesehener Ereignisse bleiben Sie für eine Zeitspanne Ihrer Wahl bewegungslos stehen. Nehmen Sie danach etwa 20 Sekunden lang eine geeignetere (besser durchdachte) Position ein." Auch der Rest des Parks ist offenbar für Psychogeographen gemacht und erinnert an den "Mystery Vortex" aus "Sam & Max Hit the Road" oder Wonko the Sanes Outside Asylum. Wer jetzt abfällig "百水" denkt, der ist nur durch rechte Winkel geistig verrottet und geht nicht oft genug mit geschlossenen Augen durchs Leben (bildet!).
11.06.2006 | 06:10 | Anderswo | Alles wird besser
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Schon wieder kommt eine Innovation aus dem Untergrund, diesmal aus kanadischen U-Bahnen, offenbar ein fruchtbarer Boden, aus dem jetzt lautgebende Werbeplakate wuchern. Erfunden von der Agentur BBDO, deren Philosophie "Work Work Work" lautet, ein zumindest fragwürdiger Ansatz, sind die Pepsi-Plakate, die es in ähnlicher Form auch für ähnliche Getränke gibt, versehen mit einem Anschluss für Kopfhörer, der, wenn man ihn fachgerecht benutzt, zunächst Teile einer Musikalie hervorbringt und sodann verzweifelt versucht, den Menschen auf eine Webseite zu locken (hier der Vorgang im Film). Weil Plakate aber noch kein Internet haben, muss man die URL auf dem gesamten langen restlichen Heimweg vor sich hinmurmeln, nur um dann herauszufinden, dass man erst Cola kaufen muss, bevor man das Webangebot nutzen kann. Irgendwie ist das noch nicht 100%ig ausgereift, obwohl die generelle Richtung, Dinge sprechen zu lassen, vollkommen zeitgemäss ist. Man erfährt ja sonst so wenig über unbelebte Zeitgenossen. Übrigens: Kanada, liebe Promago-Betriebsblogger, liegt nicht in Australien, dafür ist es viel zu gross.
10.06.2006 | 18:16 | Anderswo | Was fehlt
 Haha! Da ist gar nichts! (Foto: 45614557@N00) (Lizenz) Virtuelle Realität ist, von aussen gesehen, ein wenig demütigend. Man mag durch wundersame Welten schreiten und atemberaubend interagieren, von aussen sieht man dabei aus wie ratlos durch die Gegend taumelndes Obst oder ein Riesenhamster im Tarnrock. So wird es sicherlich auch bei der heute im Kopenhagener Statens Museum eröffnenden Ausstellung Invisible Maze sein. Besucher der Ausstellung bekommen Infrarotkopfhörer verpasst und werden damit in eine grosse, leere Halle geschickt, wo ihnen ein Summen im Kopfhörer verrät, dass sie sich gerade virtuell die Besucherrübe angestossen haben und also abbiegen müssen. Würdeloses Taumeln und albernes Gekicher der Besucher sind garantiert, aber im Grunde ist gegen die Beseitigung der lästigen Wirklichkeit und ihre Ersetzung durch vorerst summende Kopfhörer, und später dann hoffentlich gar nichts, nicht das Geringste einzuwenden. (via Technovelgy)
10.06.2006 | 12:07 | Anderswo | Supertiere
 Wollen nicht mitlaufen (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)In etwa einem Monat, am 6. Juli, findet wieder das Stierrennen durch Pamplona statt. Es wird diesmal wieder weniger Verletzte oder gar zu Tode Getrampelte geben, weil man letztes Jahr nach 415 Jahren endlich darauf kam, dass die Glätte der kopfsteingepflasterten engen Gassen der eigentliche Grund ist, warum die Tiere so aggressiv sind, weshalb man sie vorher mit einer Antirutschschicht bestrich (nicht die Stiere). Immer mehr Zuschauer interessieren sich aber auch für die Gegenveranstaltung der Nudisten-Tierschutzorganisation Peta, die mit nichts als Plastikhörnern, Pixeln und dem obligaten roten Halstuch bekleidet bereits am Vortag durch die Strassen laufen. Die Halstücher werden übrigens nach beiden Rennen rituell an die Kirche San Lorenzo genagelt und angezündet, woran die Gruppe der Churchkicker und vor allem Burzum sicher eine helle Freude hätte. Am Tag nach der Fiesta, dem "encierro del día 15" laufen die, die den Hals nicht voll genug bekommen können, die gleiche Strecke noch mal, aber vor dem ersten Linienbus. Einen Ableger des Rennens gibt es mittlerweile auch, und zwar im neuseeländischen Nest Te Kuiti, dort sind es allerdings keine Stiere, sondern Schafe, und sie enden auch nicht in der Arena, sondern beim Frisör.
08.06.2006 | 11:44 | Anderswo | Sachen kaufen
 O mein Gott! Es ist voller Mücken! (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)In den USA hasst man die Stechmücke noch mehr als hierzulande; weil es dort das West-Nil-Virus gibt. Deshalb wirft man massive Mückenmordmaschinen wie den Mosquito Deleto, den Mosquito Magnet Liberty oder den abgebildeten Mosquito Mega-Catch auf den Markt. Mit Hilfe von UV-Licht, lecker flackernden LEDs und dem für Mücken attraktiven Duftstoff Octenol, der vermutlich das Vorhandensein von übergewichtigen Männern mit Blutgruppe 0 vorgaukelt, werden hier bis zu 1.200 Mücken pro Nacht ins Jenseits gesaugt. Das ist zwar nur etwa halb so effizient wie Handarbeit – der menschliche Mordrekord liegt bei 21 Mücken in 5 Minuten (aufgestellt 1995 bei der Internationalen Mückenmordmeisterschaft im finnischen Pelkosenniemi durch Henri Pellonpää), aber dafür weniger anstrengend.
Allerdings verschlingt der Mückenmoloch nicht nur die ca. vier West-Nil-Virus-Überträgerarten, sondern auch noch bis zu zwölf andere, die gar nichts dafür können und zum Teil nicht mal stechen, oder doch jedenfalls keine Menschen. Wie soll das Tierreich Manieren lernen, wenn auf gutes wie böses Verhalten gleichermassen der Tod steht? Ob die getöteten Insekten nach islamischem Recht noch verzehrt werden dürfen, regelt übrigens eine Fatwa: Elektrisch getötete Insekten sind tabu, chemisch vergiftete hingegen ok, das gilt es vor der Anschaffung zu bedenken.
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IN DER RIESENMASCHINE
ORIENTIERUNG
SO GEHT'S:
- Schweizerdegen
- Power-Napping
- edle Körperhaltung
- Melodica
SO NICHT:
- in den Puderzucker niesen
- Übergewichtige unterbewerten
- Hardcore-Snoring
- Mundharmonika
AUTOMATISCHE KULTURKRITIK
"Thirst", Chan-Wook Park (2009)
Plus: 3, 8, 11, 48, 74, 83 Minus: 165 Gesamt: 5 Punkte
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