03.12.2005 | 00:51 | Anderswo | Vermutungen über die Welt
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Wie alle anderen bedeutenden Medien auch, erhalten wir bereits seit mehreren Monaten regelmässig Mails vom japanischen Fremdenverkehrsamt, das uns auf seine ab März 2006 geplante weltweite Image-Kampagne vorbereiten will. Nach erfolgreicher Durchführung soll dann endlich Schluss sein mit der verzerrten Fremdwahrnehmung, laut derer alle Japaner karaokesingende Workaholics sind, die in fitzelkleinen Wohnungen leben, ihr Geld an Pachinko-Automaten verplempern, sich in ihrer Freizeit als Comicfiguren verkleiden und einmal im Jahr ihre Kriegsverbrecher als Götter verehren.
Durch einen ärgerlichen Adressverdreher wurde nun allerdings dieser Link über den Presseverteiler geschickt: Die Bekanntmachung eines Computer-Spiels, bei dem grossäugige minderjährige Mädchen miteinander kämpfen und sich dabei gegenseitig die Höschen fotografieren. Der Kampagnenstart wurde danach auf frühestens August 2011 verschoben.
02.12.2005 | 11:52 | Anderswo | Zeichen und Wunder
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Seit Frank Gehry sein zutzeliges Sandförmchen über Bilbao ausstülpte und das Guggenheim-Museum herausploppte, wollen all die anderen Kinder auch so ein Grosses Ding von einem Grossen Namen, das sie zur Stecknadel auf der kulturellen Weltkarte macht. In Fach- und Städtekreisen ist das Phänomen seitdem als "Bilbao-Effekt" bekannt, der Ablauf ist einfach: Man googelt sich die Top Ten der Architekten herbei, tippt blind auf einen Namen und dann dessen Nummer ins Telefon. Was aber, wenn man Madrid ist und schon die ganze Stadt voll hat mit zutzeligen Förmchen? Das Designerhotel Puerta America hat, wie man auf seiner enervierend flatterhaften Website herausfinden kann, zu einer erfrischend einfachen Lösung gefunden: Sie haben einfach alle angerufen und jeden ein Stockwerk bauen lassen (wir erwähnten es bereits im August). Da kann der Baske mal sehen, wo der Schinken hängt! Nun hat die Idee des In-einen-Topf-Werfens der Besten so schlimme Dinge gezeitigt wie USA for Africa, und man befürchtet bei der spanischen Versammlung der altbekannten Namen wie Foster, Nouvel und Ron Arad ähnlich zu breiigem Durchschnitt Zusammengemanschtes. Stattdessen ist das Ding aber ziemlich super. 12 aufeinandergestapelte surreale Korridore summieren sich zu einer solchen Davidlynchhaftigkeit, das man jeden Moment befürchtet, keckernde Zwerge im Rollstuhl könnten um die Ecke biegen.
Der logische nächste Schritt dieser dekadenten Qualitätsverdichtung wäre demnach ein öffentliches WC, das gemeinsam von den 100 besten Architekten gestaltet wird. Städte, greift zu den Telefonen!
Dieser Beitrag ist ein Update zu: Designhotels
02.12.2005 | 03:35 | Anderswo | Alles wird besser
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Laut Information des Bundesministerium für Forschung und Entwicklung begann im November 2005 die Installation von TEWS, dem Tsunami-Frühwarnsystem, im Sunda-Bogen. Dabei geht es unter anderem um GPS-gestützte Bojen, bojengestützte Druckpegelmesser und satellitenbasierte Radar-Interferometrie. So sehr man es im Prinzip loben muss, dass Bojen mit Satelliten kommunizieren (als nächstes vielleicht Nagetiere?), ist das nicht alles etwas zu aufwändig? Entlang der südamerikanischen Pazifikküste versucht man es in der Zwischenzeit mal mit weitaus einfacheren Gegenmitteln, wie das Foto aus Chile beweist. Der natürliche Feind des Tsunamis nämlich ist der Berg, und solange jeder weiss, wo der nächste Berg ist, was auf dem Verkehrschild klar und deutlich angezeigt wird, kann er seine Wellblechhütte, seinen Minivan und seine ganzen Kühe auf die Schultern nehmen und rechtzeitig ohne Probleme in Sicherheit bringen. Dann findet das komplette Seebeben ohne ihn statt und er kann in Ruhe weiter seinen gewohnten Angelegenheiten nachgehen. Obwohl es irgendwie schon cool wäre, wenn er dann per satellitengestützter Radar-Interferometrie oder auch völlig anders herausfinden könnte, wo eigentlich der Rest des Dorfes hingeschwommen ist.
29.11.2005 | 19:07 | Berlin | Anderswo | Papierrascheln
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Ein Tipp für ziemlich kurzentschlossene Berliner: Heute Abend ab 20:30 wird im Festsaal Kreuzberg das Kölnbuch, erschienen im Verbrecherverlag, vorgestellt, in dem auch Riesenmaschine- Korrespondent Christian Y. Schmidt mit einem Beitrag vertreten ist. Der ausgesprochen kurzweilige Text, in dem Schmidt seine traumatischen Erinnerungen an einen Monat Kölner Comedy-Gulag Revue passieren lässt, wird von Verbrecherchef Jörg Sundermeier höchstselbst eingelesen, da der Autor bekanntlich in Asien weilt. Der Eintritt beträgt 4 €. Eine ausführliche Rezension des Bandes folgt eventuell demnächst hier.
29.11.2005 | 10:30 | Anderswo | Alles wird besser | Fakten und Figuren
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Als allgemein bekannt dürfte vorausgesetzt werden, dass das Absenken der Körpertemperatur (Hypothermie) von 37 auf 24 Grad Celsius die Lebensdauer der Menschen auf 280 Jahre erhöhen könnte, weil bei geringerer Temperatur sich auch Stoffwechselraten und der oxidative Stress verringern. Senkt man etwa durch geringe Nahrungsaufnahme den Glukosespiegel im Blut, senkt sich die Körpertemperatur. Das weiss der Mensch, das weiss die Lapplandmeise (Siberian Tit), die sich qua Hypothermie im grimmigen Winter in und um Inari pudelwohl fühlt. Nur der Mensch will es ihnen nicht gleichtun, schlägt sich den Wanst im Winter voll, schwitzt, wird krank und stirbt bald. Alle Menschen? Natürlich gibt es immer wieder die Klugen, zum Beispiel Rainer Brenke und Werner Siems, die zwar ein unglaublich trockenes Buch verziert mit hässlichen Diagrammen und Kurven geschrieben haben, aber schon mal auf dem richtigen Weg sind. Ein anderer ist Luzius Klemm, von der Schweizer Lebensrettungsgesellschaft, siehe Abbildung, der alljährlich Anfang Dezember im Strandbad Wädenswil das Kaltwasserschwimmen mit dem traditionellen Einhopsen organisiert. "Am 4. Dezember findet im Strandbad Rietlisau um 10 Uhr das Kaltwasserschwimmen statt, es sind alle herzlich eingeladen, die im Dezember eine Erfrischung brauchen" so Klemm. Und Franz Kafka, die Dohle unter den Dichtern, hätte hinzugefügt: "Wer an seine Zukunft denkt, gehört zu uns! Jeder ist willkommen! Verflucht sei, wer nicht kommt!"
Dieser Beitrag ist ein Update zu: Kaltes klares Wasser
... 131 132 133 134 135 [136] 137 138 139 140 141 ...
|
IN DER RIESENMASCHINE
ORIENTIERUNG
SO GEHT'S:
- Surfen auf dem Scheitelpunkt des Lichts
- Diärese
- Quallen (Vorfahren von uns allen)
- mehr Kümmel im Leben
SO NICHT:
- Rotkohlschleudern
- Kleinklein
- Wellenreiten auf einem Brett aus Schorf
- Diurese
AUTOMATISCHE KULTURKRITIK
"Lakeview Terrace", Neil LaBute (2008)
Plus: 1, 21 Minus: 1, 2, 19, 42, 102 Gesamt: -3 Punkte
KATEGORIEN
ARCHIV
|
|