Riesenmaschine

13.03.2008 | 14:30 | Berlin | Zeichen und Wunder | Vermutungen über die Welt

Dinge kleben an Orten


Strassenstrich: No Way! (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Gelbe wurstförmige Gefährte werden in Berlin momentan kaum gesichtet. Ein Ding namens Streik hält sie in ihren Depots. Mobilität wird jetzt in grossem Massstab über völlig statische gelbe Linien vermittelt, die den bewegten Raum klar umreissen. Das ist aus technologischer Sicht natürlich ein Fortschritt. So liessen sich diese Linien ob ihrer Zweidimensionalität problemlos faxen, oder so. Stichwort "Copy and Paste".

Diese neue Technologie ist allerdings noch durch Probleme in der Bilddatenverarbeitung eingeschränkt, woran dieses Beispiel einer grotesk zerpixelten Verflechtung von Radwegen am Frankfurter Tor gemahnt. Ordentlich schablonierte Doppellinien wandeln sich scheinbar willkürlich in binäres Gerausche. Konsequenz: Tradierte Ordnungen werden kunstvoll durchbrochen, Menschen werden von entgleisten Fahrrädern überfahren. Gegenüber ähnlichen Projekten ist der technische Aufwand überlegen gering. Da erübrigt sich doch die Frage: Quo vadis Berlin?

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Minor Urban Disasters

Jan-Christoph Deinert | Dauerhafter Link | Kommentare (4)


26.02.2008 | 01:44 | Berlin | Papierrascheln | In eigener Sache

Doctorow kommt


Foto: Bart Nagel
Die Riesenmaschine macht neben ihrer derzeit etwas dezenter verfolgten Kerntätigkeit als Blog auch noch andere Dinge: Sie veröffentlicht Printkolumnen, schreibt Bücher, verkauft T-Shirts, gewinnt Preise, baut Altare und veranstaltet dann und wann auch Lesungen. So etwa am 28. Februar, also Donnerstag, um 20.30 Uhr. Zu Gast ist Cory Doctorow, Blogger bei einer unserer Lieblingsquellen (Boing Boing), Digital-Rights-Aktivist und Science-Fiction-Autor, dessen Texte grösstenteils unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht wurden und dessen vorletzter Roman Backup genau wie das Riesenmaschine-Buch als PDF zum Download angeboten wird. Ausserdem ist er Kanadier! Im Mudd Club in Berlin (Grosse Hamburger Strasse 17) wird Doctorow aus seinem neuen Roman "Upload" lesen und sich anschliessend mit Philipp Albers, Holm Friebe und dem Publikum über seine Arbeit unterhalten, der Eintritt beträgt 5 Euro.


06.02.2008 | 01:59 | Berlin | Alles wird besser

Rauchen heute


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)

(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Die Zwischenbilanz von gut einem Monat Rauchverbot in Berlin fällt insgesamt positiv aus. Während es in der ZIA-Stammkneipe W. Prassnik rundheraus ignoriert wird, hat man sich beim Keyser Soze notdürftig mit einem mit Sandsäcken beschwerten Duschvorhang beholfen, der einen Teil des Bürgersteiges thermisch mehr schlecht als recht abriegelt. Vorm Prater steht eine schmucke kleine Raucher-Blockhütte – einer von den vielen neuen Begegnungsorten, die diese Stadt noch urbaner, noch polyglotter, fast möchte man sagen: amerikanischer machen. Mit der elegantesten Lösung wartet allerdings das Chez Gino in Kreuzberg auf: Pelzwesten zum Ausleihen. Dagegen können die Goslarer mit ihrem bescheuerten Raucherloch allemal einpacken. Bzw. Sich warm anziehen.


20.01.2008 | 17:29 | Berlin | Vermutungen über die Welt

Ein schöner Tag in der Unibibliothek


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Höbelmanns Telefon klingelte. "Spontan-Telko", bellte Bibliotheksleiter Möckel aus der Leitung. "Issue: Handyproblem." – "Hmhm", brummte Höbelmann, der schon lange bitterlich bereute, dass die Abteilung Möckel zum Geburtstag das Buch 'Marketingdeutsch für Anfänger' geschenkt hatte. – "Sehen Sie: Die Leute telefonieren immer noch. Sie scheinen unsere Verbotsschilder nicht zu bemerken." – "Aber, hm. Glauben Sie nicht, die Leute sehen die Schilder und es ist ihnen bloss egal?" – "Neinnein. Höbelmann, ein bisschen mehr Customer Trust! Da muss die Attentiveness erhöht werden." – "Vielleicht ... grössere Schilder?" – "Neinnein. Das Look+Feel muss stimmen. Nicht einfach nur Schilder. Das muss irgendwie begreifbarer werden. Ausserdem müssen wir edgier werden. Was machen diese junge Leute denn gerne?" – "Nun, im Int..." – "Genau, surfen. Beach! Wasser! Da müssen wir auch hin. Den Kunden in seiner Lebenswelt abholen, Consumer Insight ist das Stichwort." – "Ah, und ..." – "Höbelmann, kaufen sie Luftmatratzen. In Handyform. Viele!" – "Wie, ich ..." – "Genau, wir sehen uns dann zum um vier beim Profitcenter-Meeting im Konfi."

Möckel lehnte sich lächelnd zurück. Das Ganze war in Form einer Backloading Strategy angelegt, im Q2 2008 würde er den Werbedruck weiter steigern. Bloss wie? Mit Leuten, die als Handy verkleidet durch die Bibliothek laufen und von anderen Leuten, die als Polizisten verkleidet sind, vollkommen lautlos niedergeprügelt werden? Einem Zeppelin über dem Gebäude in Form eines durchgestrichenen Handys? Oder, er hatte es: einfach durch laute Durchsagen im 30-Sekunden-Takt!

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Noch ein ganz anderer Tag in der Firma


17.01.2008 | 14:20 | Berlin | Anderswo | Fakten und Figuren | In eigener Sache

Week of the bended arm for a pillow


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Seekühe sind die besten Freunde des Menschen. Früher wurden sie mit Meerjungfrauen verglichen, und auch heute huldigt man ihnen zeitgemäss, nämlich durch Cameo-Auftritte an allen wichtigen Stellen, stand hier ja alles auch schon mal ausführlich. Am 26. und 27. Januar revanchieren sich die Seekühe und laden zum 23. Blue Spring Manatee Festival in Orange City/Florida. Der einzig gute Grund, nicht zum Manatee Festival zu gehen, ist übrigens eine Teilnahme am Tough Guy Contest am 27. Januar in Wolverhampton. Für die Riesenmaschine ist das Team Schmutzstaffel (Andrae/Scholz/Passig) am Start und wird versuchen, bei der Übwerwindung der Vietcong Tunnels, der Dragon Pools, der Firey Holes, des Behemoth und zahlreicher weiterer Hindernisse besser im Schlamm auszusehen als ein paar Tausend andere Verrückte.

Das Warm-Up-Programm für dieses aufreibende Wochenende findet in Berlin statt: Zunächst an diesem Sonntag in der Volksbühne, wo die auf verschiedene Weise mit der Riesenmaschine verbundenen Jens Friebe und Jim Avignon ab 20 Uhr zu einer Neujahrsgala laden, die recht exakt zwischen dem europäischen und chinesischen Neujahrsfest liegt. Zu Gast sind ausserdem noch Dessert Surprise und Pluramon. Und dann am 25. Januar um 20 Uhr im nbi, wo es die Premiere der neuen No Bunny Lectures gibt, die ab sofort im monatlichen Wechsel mit den etablierten Berlin Bunny Lectures laufen. OL, Rattelschneck und Amy Winehouse (angefragt) werden eine Dia-Laptop-Live-Lesung halten, die vermutlich sehr lustig wird.


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