Riesenmaschine

01.01.2006 | 14:26 | Berlin | Alles wird besser

Genau so muss Fitness schmecken


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)


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Das Fitnessdiktat ist einer der unangenehmsten Auswüchse der Freizeitgesellschaft. In gleichmässigen Wellen und stetig wechselnden Formen (Bodybuilding, Aerobic, Yoga, Nordic Walking etc.) ist es über uns gekommen und hat so unter anderem dafür gesorgt, dass Schaufensterpuppen in den letzten achtzig Jahren rund zehn Zentimeter an den Hüften verloren haben.

Doch 2006, wenn ohnehin alles besser wird, ist möglicherweise eine Trendwende in Sicht. Vorreiter ist dabei der stets bemüht alternative Berliner Bezirk Friedrichshain: Dort hat sich vor einiger Zeit in der Rigaer Strasse das Fitness Center Apollo East niedergelassen und sich sein Ladenschild statt von einem Hersteller für isotonische Getränke oder Sportbekleidung lieber von der Biermarke Berliner Kindl sponsern lassen – Methoden, die man bisher nur aus der Welt des TV-Sports kannte.

Ein löblicher Anfang. Und damit die vom Fitnesswahn Bekehrten nach einem Besuch des Apollo nicht vom rechten Weg abkommen, haben sich in der unmittelbaren Nachbarschaft auch gleich einige Unterstützer angesiedelt: Die dooF-assi Bar und der Spätverkauf BIER & mehr BIER. Prost!


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20.12.2005 | 18:04 | Berlin | Anderswo | Listen

Das Grosse Hässliche Ding


DGHD Berlin (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)

DGHD Wien (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)

DGHD Hamburg (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Jede Stadt hat ein Das Grosse Hässliche Ding (DGHD): ein Gebäude, dessen Verschandelungspotential so gewaltig ist, dass ihm Landmark-Charakter zuwächst. In Berlin handelt es sich dabei um den grössten Umlauf- und Kavitationstank der Welt im Tiergarten, der dem Studiengang Nautik an der FU als Strömungssimulator und Versuchsanstalt dienen sollte, allerdings neben seinem Äusseren mit dem Makel behaftet ist, niemals in Betrieb gewesen zu sein, da zum Zeitpunkt der Fertigstellung die Computersimulation gerade so weit fortgeschritten war, dass man seiner nicht mehr bedurfte. In Wien ist es ganz eindeutig die Müllverbrennungsanlage von Hundertwasser, zu der sich jeder weitere Kommentar erübrigt. Hamburg schickt als Kandidaten den Flakbunker auf dem Heiligengeistfeld ins Rennen.
Bisher steckt die flächendeckende systematische Erfassung aller DGHDs im deutschsprachigen Einzugsgebiet allerdings noch in den Anfängen. Ganz anders in Grossbritannien, wo der Sender Channel 4 sich dankenswerterweise dieser Aufgabe angenommen hat. Für die Serie Demolition ging er sogar noch weiter, und befragte die Briten unter der steil formulierten Annahme, Grossbritannien sei "vermüllt mit Häusern, die scheusslich sind, ihre Funktion nicht erfüllen und die Gesellschaft demoralisieren", welche Gebäude sie am liebsten abgerissen und dem Erdboden gleichgemacht sähen. Aus dem immensen Rücklauf, den die Sendung generierte, wurde das Dirty Dozen, die zwölf abrissreifsten Gebäude Englands, ermittelt, wozu neben mehrheitlich Nachkriegs-Verwaltungsbauten auch ein Supermarkt in Yorkshire und das neue Schottische Pararment in Edinburgh zählen.

Nun ist die Riesenmaschine bekanntlich jeder Form des Populismus abhold, der hinter der quotenträchtigen Forderung nach Plattmachen und Kaputthauen steht. (Wobei wir die archaische Faszination, die von implodierenden Häuserkomplexen ausgeht, sehr wohl nachvollziehen können.) Nichtsdestoweniger wollen wir dem Beispiel folgen und unsere Leser aufrufen, uns Vorschläge für DGHDs aus anderen Städten zu senden, auf dass eine möglichst vollständige Übersicht entstehe. Die Einsendungen, nach Möglichkeit mit kurzer Beschreibung und Begründung, werden wir in loser Folge hier veröffentlichen.


20.12.2005 | 13:14 | Berlin | Sachen kaufen

Clubquartett


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Angefangen hat (in Deutschland) wohl alles mit dem Plattenbauten-Quartett, das Anfang des Jahrtausends in Berlin erschien. Die eingängige Idee, die Kinderbeschäftigung Quartettspiel in artfremden, also Nicht-PS-Bereichen mit ein paar Fotos und kategorisierten Fakten als Steilpass vors Geschenketor herauszubringen, verbreitete sich über die Presse und rief Folgeprojekte auf den Plan. Vom Döner-Quartett über Strassenlaternen bishin zum Bierquartett – das Medium Quartett geriet auf den absteigenden, epigonalen Ast, das Fahrwasser der Plattenbauten wurde zum Brackwasser, mit dem Hundescheisse-Quartett als Tiefpunkt. Mit schönen Fotos und nachvollziehbaren Kategorien stemmt sich das neue Berliner Clubquartett gegen die ramschige Marketingvergewaltigung der Idee Quartett. Die Clubs sind von Kennerhand ausgewählt und werden, wie zu sehen, nach relevanten Fakten unterteilt: Anzahl der Razzien, Anzahl der Umzüge, Gesamtboxenleistung und Frauenanteil. Wie auch immer man den herausgefunden haben mag.


16.12.2005 | 11:58 | Berlin | Alles wird besser

Verbesserungsmassnahmen


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Man muss in der Tat zugeben, dass das obenstehende Plakat für Nelkenzigaretten nicht zum Besten gehört, was die Werbebranche letzthin auf den Aufmerksamkeitsmarkt geschmissen hat. Die Reaktion, im Detailfoto unten zu erkennen, ist dementsprechend. In einer Art Plakatjudo wendet sich die negative Qualitätsenergie des Motivs in positive für die Agentur Zum Goldenen Hirschen, die mit dem eindeutig geformten Bewertungsaufkleber "Das kannst Du doch besser" ehrgeizige Praktikanten anlocken will. Ob das Modell funktioniert, wissen wir nicht, die Grundidee, dass das Publikum mit Aufklebern öffentlich Plakate bewertet, finden wir jedoch gut und werden sie eventuell ausbauen. Vielleicht in Richtung eines Belästigungsfaktors (Belfak) für öffentliche Kommunikate, mit einer Skala, die von Null bis Jamba reicht, zum Aufkleben (Plakate), zum Taggen (Banner) oder zum einfach Dazudenken (Werbespots).


15.12.2005 | 18:15 | Berlin

Zahn-Arzt & Graft


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Mit der kürzlich eröffneten Gemeinschaftspraxis KU 64 der Doktoren Ziegler, Schauer und Zaritzki am Kudamm verfügt nun auch Berlin über ene Promi-Zahnarztpraxis für zahlungskräftigere Klientel. Die Räume, die an eine Dünenlandschaft erinnern sollen, wurden von den Graft Designern gestaltet, die zuvor schon das Haus von Brad Pitt und ein Hotel am Kudamm in eine Dünenlandschaft verwandelt hatten. Bevor die zahlungskräftige Privatklientel hinter ihrer Privatdüne gebohrt und gesandstrahlt bekommt, wird sie am Kaminfeuer mit Gratischampagner betäubt, was unter Umständen das Gesamterlebnis "Zahnarzt" enorm ins Positive wendet. Design-Zahnarzt Ziegler ist überzeugt, Berlin habe das Zeug zur Gesundheitsmetropole, und es werden auch "viele Patienten aus dem Ausland" hierherkommen. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass erst einmal die gefürchteten Wanderzahnärzte aus dem Osten in der Stadt eintreffen.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Zahntag und Pastenwahn


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