18.02.2007 | 12:48 | Essen und Essenzielles
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Es gibt eine Reihe von Schauspielern und Künstlern, die eigene Produktreihen auf den Markt bringen. Das kann gut gelingen, wie im Fall von Paul Newman, der in den USA für Popcorn und Spaghettisaucen mittlerweile fast bekannter ist als für seine Arbeit als Schauspieler. Es geht bisweilen aber auch furchtbar nach hinten los.
Dass David Lynch eine besondere Beziehung zum Kaffee hat, weiss man spätestens seit "Twin Peaks". Auch eine seiner schönsten Szenen aus "Mullholland Drive" dreht sich um Kaffee, und so ist es nur folgerichtig, dass Lynch nun eine eigene Reihe von Kaffeesorten auf den Markt gebracht hat: David Lynch Signature Cup Gourmet Coffee. Über den Kaffee können wir nichts sagen, da die Versandkosten nach Deutschland interessant sind, aber der Claim könnte besser nicht sein: "It's all in the beans ... and I'm just full of beans".
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16.02.2007 | 17:44 | Anderswo | Essen und Essenzielles
 So scharf ist Carolina (Foto: joyless_joyless) (Lizenz) Schneller (Schallmauer), höher (Mond), weiter (Mond) – Amerika bricht alle Rekorde und ist stolz darauf. Nur mit dem "älter als du" klappt es meist nicht. Wenngleich die alte Welt als solche abqualifiziert wird, nervt sie elendig mit ihren antiken Tempeln (1000 Jahre plus) und Esskultur (Messer und Gabel). Bei den vielen Pflanzen aus der neuen Welt überrascht es, dass z.B. der Titel "Erfinder der Kartoffel" gerne an mindestens 5 europäische Staaten (England, Irland, Deutschland, Frankreich, Polen) ohne Widerrede abgegeben wird. Ob das mit den hektisch zusammengezüchteten Designerfrüchten wie der Pluot ebenso gehen wird? Dafür sieht man sich beim schärfsten Essen ganz weit vorn. Wer hat noch nie Besuch aus Amerika bekommen, der forsch Tabasco in die Hochzeitssuppe knallte, ohne auch nur zu kosten?
Die American Association for the Advancement of Sciences veröffentlichte in ihrem Hausblatt Science aber nun wenigstens eine Studie, die belegt, dass Amerikaner schon viel früher scharf gegessen haben als man bisher annahm, worauf man sich auf die Schulter geklopft und viel Schweiss von der Stirn gewischt haben dürfte.
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12.02.2007 | 17:43 | Sachen kaufen | Essen und Essenzielles
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Vor genau 200 Jahren machte in Karlsbad, dem Mineralquelleneldorado Böhmens, ein findiger Apotheker mit Namen Becher eine Entdeckung. Statt dem angeborenen Label aufs Erstbeste zu genügen und Sprudelwasser auszuschenken, brannte Josef Becher Lebkuchenschnaps, den Karlsbader Becherbitter, und tatsächlich erfreut sich dieser als Becherovka bis heute einer gewissen Beliebtheit. Ins Ausland exportiert man ihn in jacketttaschengrossen Fläschchen mit aufgeschraubtem Trinkgefäss. Das sieht nett aus, und wer knapp bei Kasse ist, kann in Lokalen billig bestellte Softdrinks mit einer schnellen Kappe B. zum Cocktail upgraden. Diesen kleinen Getränkemogel mag ein Feldforscher der Supermarktkette Billa beobachtet haben. Nicht unfindig, beschloss er, in den eigenen Regalen diebstahlgefährdete, weil teure Spirituosen anderer Marken mit einem aufgeschraubten Becherchen als Köder auszulegen. Sollten doch die zechprellenden Becherovkatrinker zugreifen und versuchen, die Flaschen zu stehlen.
Am Ausgang gäbe es lautstark die Quittung: der Dosierbecher, gar kein Becher, sondern eine elektronische Warensicherung. Ha! Bottlekey heisst der Evil Twin des tschechischen Bechers, logisch ist das nicht, braucht doch die Billakassiererin erst recht einen Patentschlüssel, um ihn zu entfernen. Aber wo gibt es schon noch ehrliche Namen in der Welt des Konsums? Seit den sechziger Jahren steht Billa für "Billiger Laden", im Billa Corso in den Wiener Ringstrassengalerien steckt der "Mogelbecher" allerdings vornehmlich auf Weinen über 25 Euro. Nur der Becherovka heisst wie er ist: ein ehrlich bekennender Becherbitter – pappt an der Zunge und kratzt im Hals. Happy Birthday, old B.
08.02.2007 | 18:08 | Alles wird schlechter | Sachen kaufen | Essen und Essenzielles
 Gleich. Fertig. (Foto: Bastian Pfister) Jahrzehntelang rangen marketinggetriebene Unternehmungen um unique selling propositions, Alleinstellungsmerkmale, Unverwechselbarkeit, Abgrenzung vom Wettbewerb. Der Erfolg von Angeboten wie StudiVZ zeigt aber nun, dass sich Innovation nicht lohnt. Merke: Fast Followers sehen nur von unten so aus wie Me-Toos.
Unterdessen entdeckt die Glutamat-Verabreichungsbranche die Mimikry-Strategie für sich: Knorr (Unilever) und Maggi (Nestlé) bieten Produkte an, deren Identität die Identität mit dem Erzrivalen ist. Name, Foto, Typographie, Farbe, Layout, Wortwahl – beide Saucenpulver für "Schwedische Hackbällchen" gleichen sich äusserlich nun so wie sie es innerlich wohl schon immer taten. Wer hinter dieser universal selling proposition ein Frühstückskartell vermutet, der soll auf der Stelle von einem eisernen Positionierungskreuz erschlagen werden.
07.02.2007 | 13:24 | Alles wird schlechter | Essen und Essenzielles
 Memento pomum (Foto: bomb_tea) (Lizenz) Zumindest in Mäusen, Ratten und Fruchtfliegen sorgt die Reduzierung der Kalorienaufnahme für eine Verlängerung der Lebensdauer, die Contentcontainer pfiffen es einst von den Portalseiten. Für Konsumenten, die ihre Nahrungsaufnahme fortan auf das Notwendigste reduzierten um darbend der Ewigkeit ein Stück näher zu kommen, gibt es schlechte Neuigkeiten: Allein der Geruch von Futter sorgt bei Fruchtfliegen für eine Verringerung des Effektes, womit der Gang über den Wochenmarkt einem neben dem Geruch dahinschwindender Früchte in die Nase auch noch morbide Gedanken ins Hirn steckt. Tipp: Einfach in der Wohnung bleiben und eine Zigarette rauchen, das vermindert den Hunger.
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