Riesenmaschine

09.06.2008 | 13:21 | Supertiere | Sachen kaufen

Vage Therapie


Die Verbindung von Computerspielen und Clearsil bei Amazon ist auch anderswo notiert worden. (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Seit der Entdeckung der Bakteriophagen – den Viren der kleinen Mikroben – vor über 90 Jahren hofft man auf deren Nutzung in der Therapie von bakteriellen Infektionen. Eigentlich sollten wir die Phagentherapie längst täglich praktizieren, während uns das Hoverauto ins papierlose Büro teleportiert, oder wenigstens ab morgen dann.

Die Idee ist wirklich gut: Jeder Typ Phagen attackiert nur einzelne Baketerienspezies, man könnte also nur die bösen Keime im Körper erledigen und den Rest der Mitbewohner am Leben lassen. Leider lässt sich die Phagentherapie hauptsächlich dann erfolgreich anwenden, wenn die Infektion direkt zu erreichen ist, und war hat heute noch Interesse an offenen, infizierten Wunden?

Nach all den Jahren berichtet nun der Short Sharp Scientist, dass dem Mikrobiologen Michael Davis die Infektionen in den Gesichtern junger Menschen – vulgo Akne – aufgefallen sind und er sich fortan ihrer Heilung verschrieben hat. Pubertierende geben ja bereits ihr sauer auf dem Schulhof abgezocktes Taschengeld für Gesichtswasser aus, für Designer-Viren sollte man doch da offen sein. Wir prognostizieren schon mal Werbung für Viren in Computerspielen, die gemeinsamen Verkäufe bei Amazon (im Bild) sprechen die deutliche Sprache des Marktes.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Der Feind im Kleinen


07.06.2008 | 10:14 | Anderswo | Sachen kaufen

Das neue It-Bag


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)

(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)

(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Für diese Saison reichlich spät zeichnet sich nun doch noch das ultimative It-Bag des Sommers ab. Es kommt aus einer Richtung, die kein Insider aus der Fashionwelt auf dem Schirm hatte. Dabei hätte man es ahnen können. Hatte nicht Marc Jacobs im letzten Sommer die Cargo-Bag mit Migrationshintergrund aus den Slums und Flüchtlingslagern der Dritten Welt bzw. den herausgeforderten Stadtvierteln des Westens auf den Laufsteg gezerrt? Hatte er. Ein Leichtes nun für einen Global Player wie IKEA, den Markt aufzurollen und durch die dezente Verkleinerung des Allzeit-Klassikers, der blauen IKEA-Tasche, das New-Ugly-Glamour-Segment zu entern. Im Testmarkt Schweiz ist die "kleine Blaue" bereits voll eingeschlagen. Am Paradeplatz tragen Bänkerinnen in Pumps und Prada darin in der Mittagspause ihre Laptops spazieren, am Belvue sieht man bored rich Teenagerinnen demonstrativ lasziv damit herumschlenkern. Lässig lässt sie sich zudem beim Dinner im Restaurant Rossi an die Stuhllehne knoten. Wenn uns nicht alles täuscht, dann kann den weltweiten Siegeszug dieses Kult-Bags in spe kaum noch etwas wirksam aufhalten.


05.06.2008 | 12:03 | Sachen kaufen | Essen und Essenzielles

Überraschungsei


So frühstückt man im Turbokapitalismus (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Eine der wichtigsten Quellen der Allgemeinbildung der heute 25- bis 45jährigen ist der klassische Kanon der Lucasfilm-Adventures: Hier lernte man u.a., dass man Zeitmaschinen nicht mit falschen Diamanten betreiben sollte (Day of the Tentacle), wie man an Trollen vorbeikommt (Monkey Island), was man alles für eine Voodoopuppe braucht (Monkey Island II) und dass man gewisse Dinge nicht in Mikrowellen stecken sollte, nämlich Hamster (Maniac Mansion) und Eier (Zak McKracken). 20 Jahre nach Zak McKracken ist dieses Wissen jedoch hinfällig, denn mit dem Turbo-Ei für die Mikrowelle vom Onlineshop arktis.de, einer unscheinbaren Hülle aus Irgendwas, kann man in weniger als einer halben Minute sein Ei, nun, kaum zu glauben, aber, ja, man kann es tatsächlich in der Mikrowelle kochen. Ein weiterer wichtiger Schritt zur schon lange und mehrfach von uns geforderten Abschaffung der Küche.

Fast noch bemerkenswerter als das Ei ist allerdings die Rubrik "Unser Kommentar" am unteren Seitenrand. Dort steht: "Es funktioniert tatsächlich. Ich bin völlig begeistert!" (Rainer Wolf, Arktis Geschäftsführung). Soso. Sollte man daraus etwa schliessen, dass das bei den anderen Produkten von arktis.de nicht der Fall ist? Dass all die R2D2-Mülleimer, LED-Eiswürfel, Modellhelikopter und Mückenstichvernichter gar nicht einsatzfähig sind? Tragisch – aber sofern der sehnsüchtig erwartete "Turbo-Hamster für die Mikrowelle" funktioniert, können wir es verschmerzen.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Ich weiss es nicht, ich bin kein Huhn


21.05.2008 | 02:18 | Berlin | Sachen kaufen | Zeichen und Wunder

Endlich: Kiosk-DNA komplett enschlüsselt!


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)

Die Welt da draussen ist eine Ansammlung von zahllosen Variationen des Immergleichen: Ob Wolken, Blätter, Berge, Zebras oder Schnee-, äh, -eulen – sie alle sehen sich irre ähnlich (also die Wolken untereinander, schon klar) und doch ist jedes Ding einzigartig. Das ist der Grundbauplan der Natur, sie hat es sich so ausgedacht, damit wir uns nicht langweilen. Oder weil die Copy+Paste-Funktion erst viel später erfunden wurde.

In der Stadt ist das nicht anders: Geschätzte 32 Millionen viergeschossige und stuckverkleidete Altbauten stehen z.B. in Berlin herum, auf den ersten Blick sehen alle gleich aus, und dennoch gibt es keine Doppelten. Jede Restaurantstuhlanordnung ist einmalig, genauso wie die soziale Zusammensetzung der Mietparteien eines Mehrfamilienhauses, die Abfolge von Läden auf einer Einkaufsstrasse oder die Automarkenmischung in einer Parkhausetage.

Eine Veranschaulichung dieses Prinzips gibt es jetzt als Legespiel, gestaltet von Max Mondon: Bei BerlinKiosk können über 300 gängige Kioskprodukte, umgesetzt im eboy-inspirierten Pixel-Art-Look, frei in einer Kioskschablone
angeordnet werden. Nebenbei bekommt man einen Eindruck von Platz- und Aufmerksamkeitsökonomie im urbanen Raum und versteht, warum Tetris eben doch eine Schlüsselqualifikation im modernen Arbeitsalltag darstellt, zumindest in gewissen Branchen.


15.05.2008 | 12:48 | Sachen kaufen | Sachen anziehen

Eine Denkblase voll heisser Luft


Auf einem Klapprad sieht es gleich nochmal so doof aus.
Man hat es nicht leicht, wenn man auf moderne Weise doof aussehen will. Klassische Modezeitschriften helfen zwar, es fehlt ihnen aber in der Regel der letzte Tick Verfeinerung, die originelle Designvolte, die aus aus einem bloss missglückten Produkt einen echten Weggucker macht. Abhilfe verspricht der Nubrella ("The Ultimate Weather Protector"), den man sich trotz des Namens nicht aufs Brot schmieren, sondern auf die Schultern schrauben soll, und mit dem man definitiv bescheuerter aussieht als vor seiner Erfindung möglich. Leider ist der Nubrella aber möglicherweise auch zu was gut, was die ganze schöne Beklopptheitsdistinktion wieder zuschanden ritte, hätten die Erfinder nicht auch ein Modell mit undurchsichtiger Rückseite gemacht. Das kann man sich einfach falsch rum aufsetzen, und sieht dann trotz praktischen Regenschutzes komplett kopferweicht aus. Spätestens wenn man mangels Sicht in einen Tango reinrömert.


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