Riesenmaschine

13.10.2005 | 04:35 | Supertiere | Sachen kaufen

Sie tanzen Mechanik


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Die Überschrift ist, um der billigen Anspielung auf Kraftwerk willen, gelogen: die Roboter, die Gordon Bennett aus Sachen zusammenbastelt, die er auf Müllhaufen, in Kellern und auf Flohmärkten gefunden hat, können weder tanzen noch töten oder Kaffee kochen. Ausser rumstehen und fabelhaft aussehen können sie gar nichts, das aber können sie ausserordentlich gut. Jedenfalls um Klassen besser als zum Beispiel Sonys Hündchen AIBO, das die Nachteile eines richtigen Hundes mit den Nachteilen moderner Unterhaltungselektronik harmonisch vereint. Gerüchte besagen, das nächste AIBO-Modell könne sogar kleine Plastikhundehäufchen in der Wohnung hinterlassen und Besucherbeine begatten. Wir freuen uns drauf.


12.10.2005 | 18:35 | Alles wird besser | Sachen kaufen

Heisser Stuhl


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Über BoingBoing erfahren wir von der neuen Funktionsdopplungskönigin, dem Sesselherd. Die verhältnismässig wirre Skateboarder-Designklitsche Vestal Design baut dieses – selbstredend im Stadium des singulären Prototyps befindliche – Gerät namens DoubleSpace, das aus der japanischen Designphilosophie beeinflusst wurde. Und damit auch von den japanischen Quadratmeterpreisen in Wohnungen. Die einfache Formel hinter der Idee: Man kocht und sitzt nie gleichzeitig. Ein durchaus nachvollziehbarer Gedanke, auch wenn der Autor vermutlich noch nie "Kostbare Hühnerbrühe" gekocht hat (empfohlene Garzeit: vierundzwanzig Stunden). Aber ein ganz anderer Gedanke drängt sich nach ungefähr zwanzigminütiger Betrachtung des hypnotischen Drehmechanismus auf. Jeder zweite Neuwagen hat eine Sitzheizung, im Winter eine der besten Erfindungen der gesamten Autowelt. Warum setzt sich eigentlich der beheizbare Sessel nicht durch (ein Google-Treffer)?


10.10.2005 | 14:41 | Anderswo | Sachen kaufen

Essen Sie meine Ünterhosen


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Womöglich hat alles 1971 angefangen, als eine bis dahin weitgehend erfolglose Heavy-Metal-Band mit dem völlig idiotischen Namen "Stalk-Forrest Group" der Meinung war, man könne sich sicherlich noch einen blöderen Namen ausdenken – die Geburtsstunde von "Blue Öyster Cult". Anschliessend bauten Motörhead, Hüsker Dü, Mötley Crüe und andere auch ein paar Punkte mehr in den Namen ein, vielleicht um intellektuelles Publikum anzulocken, vielleicht weil es irgendwie cool aussieht, vielleicht auch nur wegen etwas zu viel Drogen mit Punkten. Womöglich ging aber auch alles erst 1979 mit Früsen-Gladjé-Eis los, oder 1986 mit der kanadischen Eismarke Yogen Früz, oder irgendwann nach der Einführung des Freshëns Smoöthies, oder neulich mit dem Auftauchen des Nuscüp. Oder aber noch viel früher, nämlich entweder 1961 im Jahre Häagen Dazs oder so um 1492, als die Amerikaner Europa entdeckten.
In Wirklichkeit sind die Angelsachsen nämlich gar nicht so glücklich mit ihrem 7-Bit-Zeichensatz, wie man immer glaubt. Ein Blick auf die Unicode-Übersicht zeigt uns eine Zukunft, die sich für uns persönlich recht gewinnbringend anlässt. Weil wir uns nämlich unverzüglich die Domain göögle.cömcom sichern werden.


09.10.2005 | 20:50 | Anderswo | Alles wird besser | Sachen kaufen

Zotter zaubert


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Diversifikation auf dem Lebensmittelsektor ist eine Disziplin, die man von den Firmen Ferrero/Kinder oder Milka erwartet, in der Regel pro Woche ein neues Produkt auf Zucker-und Fettbasis, aber letztlich bleiben Luflée, Tender, M-Joy und wie der ganze Mist heisst, ununterscheidbar, man verändert lediglich die Form, packt vielleicht noch irgendetwas waffel- oder bisquitartiges drumrum , oder immer wieder auch mal eine schnöde Haselnuss rein, der Geschmack aber variiert nur marginal.
Komischerweise ist hingegen im eher schwerfälligen Österreich momentan eine unglaubliche Freude zu verzeichnen, altbackene Produkte albern zu aromatisieren.
Gleichzeitig mit dem Wettbewerb der zwei grössten Mineralwasserabieter Vöslauer und Römerquelle, ihre Produkte mit Rosen, Melisse, Essig, Löwenzahn, Koriander und Pfeffer zu aromatisieren, explodierte die Palette des Schokoladenherstellers Josef Zotter (Bild). Natürlich muss man das alles ganz furchtbar fantasievoll erklären und verpacken, man solle die Schokolade atmen lassen, "um ihrem Geheimnis auf die Schliche zu kommen" usw., sie ist ja auch nur ein Mensch. Was Zotter da in seine Täfelchen mischt, ist aber so fröhlich und absurd, dass einem nicht mal mehr Witze dazu einfallen: Thymian, Senf, Schwarzbrot, Polenta, Bier, Speck, Sellerie, Essig, Bergkäse. Und das beste an dem Zeug ist, dass das alles ganz wunderbar schmeckt und gut geht, sowohl das Wasser als auch die Zottersachen. Wer wundert sich da noch über grünes Kit Kat?

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Ein Schokoriegel sucht die Wahrheit

Tex Rubinowitz | Dauerhafter Link | Kommentare (3)


04.10.2005 | 17:35 | Alles wird schlechter | Sachen kaufen | Vermutungen über die Welt

Die Rollenmonster


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Warum nur, warum lernen die Menschen nicht von den Backenhörnchen? Warum müssen sie ihr Hab und Gut immer in so clownesken Containern transportieren, und warum müssen alle von allen immer alles kopieren, Herdentrieb der Ficker? Kulturbeutel, Handgelenkstaschen, Brustbeutel, Bauchbananen, DJ-Taschen, Handyholster. "Hauptsache bequem" werden sie lachend antworten. Wo ist eigentlich der gute alte Koffer geblieben, ein richtiger Koffer mit Griff mit ohne alles, quo vadis Hosentasche?
Den Trolley haben die Omas erfunden, um die zentnerschweren Salatgurken und Kartoffeln in ihre Wohnungen zu transportieren, milde belächelt, scheinbar auf ewig stigmatisiert. Quasi über Nacht kann jetzt aber plötzlich kein Mensch mehr ohne ihn auf die Strasse gehen. Seit einiger Zeit sollen die Schüler geknackt werden: Bimobil "spendierte eine Teleskopstange" für den Schulrucksack, der auch schon mal besser aussah, aber jetzt wird's harsch, auch die Allerkleinsten wollen Rollen (siehe Bild). Man fragt sich, wann die DJ-Tasche Rollen bekommt, wann Soldaten Sonntagnacht mit dem Seesack in die Kasernen rollen, und wo bleibt die Oma? Schliesst sich der Kreis, wenn sie mit einer DJ Tasche voller Kartoffeln durch Mitte schlurft?

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Exgeneration X

Tex Rubinowitz | Dauerhafter Link | Kommentare (1)


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