Riesenmaschine

09.09.2005 | 18:49 | Sachen kaufen

Milchdüsen


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Es gibt Ideen, die liegen so nahe, dass man sich fragt, warum man nicht selbst drauf gekommen ist, die Antwort aber gleich hinterherdenkt: Es interessiert mich einfach nicht auch nur im Allergeringsten. Ein solches Gerät steht vor uns; es handelt sich (beinahe) um eine handelsübliche Espressokanne, die das im unteren Bereich eingeschlossene Wasser in Form von Dampf durch den im Mittelteil eingepressten Kaffee presst. Dabei landet ein verhältnismäßig okay schmeckender Kaffeesud im oberen Teil der Kanne. Nichts jedoch im Vergleich zum besten Kaffee der Welt, nach der glaubwürdigen Aussage eines Riesenmaschineautors und Kaffeesüchtigen handelt es sich dabei um den A&P Löslichen Kaffee Mild von Kaiser's. Die überraschend große Zahl seltsamer Personen, die das nicht so sehen, stimmen vermutlich überein mit denjenigen, die jede noch so schnell runtergestürzte Milchkaffeeplörre mit heißem Milchschaum krönen wollen. Für exakt diese Personengruppe gibt es nun von den Wunschforschern eine Erweiterung für diese Art des Kaffeekochers namens Super Moka*. Der im unteren Bereich entstehende Dampf kann wahlweise auch über die herausragende Düse zum Aufschäumen der Milch benutzt werden. Von allen nichtprofessionellen Milchaufschäumgeräten ist dies sicherlich das smarteste, was jedoch angesichts der Armada der batteriebetriebenen Miniquirle keine allzu große Leistung ist. Ob das Gerät auch ausreichend gut funktioniert, und vor allem, wie man es mit weniger als drei Händen (heiße, unstabile Kanne festhalten, Hahn auf- und schnell wieder zudrehen, Becher mit Milch schwenken) bedienen soll, das bleiben unbeantwortete Fragen. Eventuell kann man die Antwort im Kaffeesatz lesen.

* Wenn die Wunschforscher noch eine Idee intensiver forschten, dann würden sie eventuell bemerken, dass sich einige Menschen da draußen eine deeplinkfähige Website wünschen.


09.09.2005 | 13:37 | Anderswo | Sachen kaufen

Ausverkauf als Event


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Offensichtlich zieht die Schweiz einen Gutteil ihres nationalen Selbstbewusstseins daraus, sämtliche Features vorzuhalten, die auch ein richtiges Land auszeichnen, auch wenn bei Licht besehen die dazu erforderliche kritische Grösse bei weitem unterschritten wird. Warum auch nicht, wenn man sich's leisten kann? So fährt etwa die Bahn im Halbstundentakt bis tief in die Nacht in den hintersten Winkel der faltigen Landesimmobilie. Eine Zeitung hat kürzlich ausgerechnet, dass das jeden Schweizer im Jahr umgerechnet 1000 Franken kostet. Peanuts.


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Nur mit der Fluggesellschaft, die täglich bis in den hintersten Winkel der Welt flog, hat man es etwas übertrieben. Die Pleite des nationalen Carriers Swissair im Jahr 2001 und das anschliessende "Grounding" hat ein nationales Trauma ausgelöst, das in einem gleichnamigen Spielfilm aufgearbeitet werden musste. Nach einigen Wirren ist die Swissair als Swiss wiederauferstanden, nun endlich von der Lufthansa geschluckt und wird künftig wohl die Rolle einer mittleren Regionalfluglinie spielen. Von einstiger Grösse kündet nur noch der Flughafen Zürich Kloten, der unterdessen unverdrossen zum internationalen Luftdrehkreuz im Megaformat aufgebrezelt wurde. Die über eine unterirdische "Skymetro" zu erreichenden Aussenterminals wirken ebenso saurierhaft- überdimensioniert, wie sie unpraktisch sind und durch enorm lange Wege zum Verpassen der Maschine einladen.


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Das überflüssig gewordene alte Terminal hat man derweil zum "Eventdock" umfunktioniert. Statt Riesentieren ist dort bis zum 2. Oktober die aufwendige und luxuriös ausgestattete Ausstellung "AIRWORLD – Design und Architektur für die Flugreise" zu besichtigen, in der unter anderem die gigantomanische Architektur von Airports thematisiert wird. Als wenn das nicht tragisch-selbstreferentiell genug wäre, sind nebenan alte Swissair-Devotionalien, darunter viele Werbeposter und -filme, feierlich aufgebahrt. Am 24. September werden die letzten 4000 Gegenstände aus dem Nachlass der Swissair in einer öffentlichen Auktion versteigert. Auch die Zukunft sah in der Schweiz schon mal besser aus – jetzt zum als Souvenir mit nach Hause bringen.


08.09.2005 | 18:25 | Nachtleuchtendes | Sachen kaufen

Riesengadgettag *cancelled*


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Ganz schön was los heute an der Gadget-Front: Apple zündet mit dem chipkartenformatigen iPod Nano (der mit Sicherheit eine Welle Nano-Nachahmerprodukte nach sich ziehen wird) und dem erstaunlich langweilig dreinblickenden iTunes Handy (bei dem es Kooperationspartner Motorola mit Sicherheit erneut gelungen ist, die Benutzerführung abzufucken) ein so genanntes Produktfeuerwerk. Die Börse reagierte entsprechend. Derweil verkündet Sony, dass die neue portable Spielkonsole PSP bereits ausverkauft sei.
(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Alle 75.000 nach Deutschland gelieferten Konsolen seien bereits weg. Jenun. Aufgrund des Riesentiertags in der Riesenmaschine können wir auf all diese Entwicklungen leider nicht vollumfänglich eingehen und verweisen auf die einschlägigen Blogs. Der Chronistenpflicht Rechnung tragend seien sie aber hier erwähnt.


07.09.2005 | 07:52 | Was fehlt | Sachen kaufen

Bitte haben Sie noch etwas Goduld


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Eng an die Mutter aller Godot-Trends (das elektronische Papier) angelehnt war lange Zeit das flexible Display. Wer stellte sich nicht einen Laptop vor, aus dem man den Bildschirm wie ein Rollo herausziehen konnte? Philips, kurz zuvor bereits durch die Präsentation textiler Displays positiv aufgefallen, gab die Existenz eines Prototypen namens READIUS bekannt, und zwar zur Funkausstellung in Berlin, deren große Neuigkeiten im Wesentlichen HDTV, HDTV, HDTV und HDTV umfassten. Hier die entsprechenden Berichte ausgewählter Medien: Physorg, Engadget und Computerpartner. Schon beim Wort "Prototyp" hätte man drauf kommen können, spätestens aber bei der schieren Erbärmlichkeit eines Displays mit vier Graustufen (das ist ja nicht mal monochrom) verbunden mit der Ankündigung, 2007 in die Massenproduktion zu gehen: dahinter stehen unsere alten Bekannten E-Ink, die Großmeister im Ankündigen, die uns mit mehr als 120 Millionen Dollar Kapital im Rücken seit Jahren und Tagen Prototypen um die Ohren schlagen. E-Ink ist gewissermaßen gelungen, Godot zu klonen und ihn immer wieder mit neuen Kleidern und Kooperationspartnern in die Presse zu bringen. Dafür gebührt E-Ink definitiv der Preis für die beste PR-Blase, wahrscheinlich gemeinsam mit dem Segway, wenn auch in einer anderen Kategorie. Die Riesenmaschine wird diesen Preis schon demnächst ins Leben rufen und ihn 2008 verleihen. Oder 2009. Wir bitten nur um ein wenig Geduld – oder sollten wir sagen Goduld? Was E-Ink selbst vom READIUS hält, zeigt ein Blick auf die Newsseite des Unternehmens: dort ist er mit keinem Wort erwähnt.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Godot ist aus Papier


06.09.2005 | 01:42 | Sachen kaufen | Vermutungen über die Welt

Bürsten und Schaben


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Zungenreiniger gibt es jetzt auch für schmale Kiefer. Damit kommt die Zunft der Zungenreinigerhersteller dem Wunsch vieler kleingewachsener Menschen nach, ihre Zungen ohne verstärkten Brechreiz reinigen zu können. Die jahrtausendealte Kunst der Zungenreinigung ist in Mitteleuropa immer noch sehr unpopulär – obwohl bereits 1920 der Bakterienrasen auf der Zunge entdeckt wurde. Grund für die zögerliche Verbreitung von Zungenreinigern ist zum einen die Tatsache, dass man angeblich stattdessen einfach einen handelsüblichen Löffel verwenden kann. Zum anderem ist die sogenannte Zahnpasta schuld, mit der man, so behaupten Zahnpastahersteller, den Mundraum auch ganz gut sauber kriegt. Die traurige Konsequenz dieses irreführenden Propagandafeldzuges: Etwa ein Drittel aller Europäer leidet unter Mundgeruch. (Dunkelziffer wie so oft unbekannt, kann man aber riechen.)


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