Riesenmaschine

12.05.2007 | 08:10 | Supertiere

Orvet, Lución, Padalec!

Die Namenssuche gehört zu den schwierigsten Teilen der Projektarbeit. Ob Weltrettungsmaschine, Shoppingportal oder Lendenprodukt, es benötigt einen wohlklingenden, mitreissenden Bezeichner. Wie wäre es denn mit Orvet oder Lución? Unverbraucht und schick! Padalec hingegen ist sicher weniger geeignet. Aber Slowworm (mit double-double-U) und Blindschleiche sollte niemand auf diesem Planeten heissen müssen, schon gar kein harmloses Wesen aus dem Garten.

Die meisten Schleichen sterben einsamer als Koppis. (Foto: hagwall) (Lizenz)
Das wir in Tetrapod Zoology (wieviele Beine, junger Freund?) lesen, dass die grössten Tiere dieser Gattung ausgerechnet aus den Ländern kommen, in denen sie vom Volksmund am meisten verhöhnt werden, wird somit niemanden überraschen und wir können die Anstrengung der langsamen Schleiche nachvollziehen, wenigstens bei der Grösse punkten zu wollen. Nicht jeder will ja auswandern, weil er zum Beispiel Hitler heisst. Die kürzlich gegründete Encyclopedia of Life, die jeder Tierart auf dem Planeten eine Website verpassen soll, wird derart Elementares hoffentlich beachten und endliche faire Namen für alle Tiere einführen. Slepúch krhký!

Dieser Beitrag ist ein Update zu: WBR! WBR! WBR!


11.05.2007 | 19:13 | Supertiere | Fakten und Figuren

Sexlos gerädert


Nichtfickende, gutaussehende Rotarier. Wunderbare Welt. (Abbildung: Diego Fontaneto/Public Library of Science) (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Es mag dem biologischen Laien durchaus wie eine Wissenschaftsgroteske anmuten, aber die emotionalen Verwicklungen und anatomischen Verfaltungen des Sexualtriebs sind dem Evolutionsbiologen eine notwendige Voraussetzung für evolutionäre Entwicklung, Anpassungsfähigkeit, und letztlich also fürs Streben des gemeinen Protoplasmas nach Höherem – wenn man denn überhaupt der Ansicht ist, dass der evolutionäre Prozess irgendwohin strebe und nicht vielmehr nur wurstle. Der dem Geschlechtsgewese unterbaute Austausch von Genen nämlich sei es, der die Abspaltung von Spezies erst ermögliche, und damit die Anpassung des Geschöpfs an die Nischenexistenz. Ficken, mit anderen Worten, ist gut fürs Geschäft, nicht nur kurzfristig wegen Kindermacherei, sondern auch auf lange Sicht.

Auftritt die Gattung Rotaria aus der Klasse der Rädertierchen, und ein Gegenbeweis. Die Gattung umfasst nämlich, einer neuen Studie in der Public Library of Science (PLoS) zufolge, an die 400 Arten, denen allen gemein ist, dass sie das männliche Geschlecht und die sexuelle Vermehrung abgeschafft und die Jungfernzeugung zur gesellschaftlichen Norm erhoben haben (sofern Rädertiere zur einer Gesellschaft im Luhmannschen Sinne überhaupt fähig sind), und das vor der Aufteilung der Gattung in derart viele Arten. Wer braucht da noch Sex (oder Männer), fragt die PLoS-Kommentatorin wenig provokant, dabei ist doch die viel interessantere Frage, warum die rotierenden Damen trotzdem so verteufelt gut aussehen: ein evolutionäres Rätsel.


09.05.2007 | 18:22 | Anderswo | Supertiere | Zeichen und Wunder

Weniger tot als ein Dodo


In other news.
Foto: queso.monkey') (Lizenz)
Der Drache, den Trurl und Klapauzius, Lems Robotkonstrukteure, aus zwei negativen Drachen kreuzen, richtet allerlei Schaden an. Obendrein hatten sie vergessen, das Tier (Bestand ~1) auf die Liste der bedrohten Tiere zu setzen, um sich so das Wohlwollen der Bevölkerung zu sichern. Glücklicherweise geht man in unserer Welt bedeutend umsichtiger vor, wenigstens in Kanada, wo nun Bigfoot (Bestand < 0.05) auf der Liste der bedrohten Tiere landen soll. Vielleicht könnte Herr Lem aber auch noch eine Geschichte über Tiere schreiben, die durch blosse Medienmanifestation zu wirklichen Wesen werden. Oder halt sein komplex-imaginärer Teil mit dem von Lewis Carroll.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Endlich: Bigfoot hat einen Namen


03.05.2007 | 13:21 | Supertiere

Trampeltiere


Geschmackssache: Crushing andersrum (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Eines Tages aber hatte der Mensch verlernt, über Gottes Werke zu staunen. Das Schneekäuzchen, der Kuipergürtel, der Geysir – der Mensch verschränkte nur seine Arme und gähnte: "Laaaangweilig!" Da schuf Gott das sexuelle Devianzverhalten sowie das Internet, und siehe, der Mensch wurde wieder munter und rief: "Es ist wundersam, es ist befremdlich, es ist sonderbar, aber es ist irgendwie auch ziemlich faszinierend."

Leider werden Menschen von der ach so "normalen" Gesellschaft, in der immer noch die konventionelle Penis-Vagina-Chose nach alter Väter Sitte en vogue ist, nicht voll akzeptiert, nur weil sie ein etwas anderes Erregungsmuster ihr eigen nennen. Beispielsweise geniessen Crush Freaks bittersüsse Momente sinnlichen Erlebens, wenn sie junge, schöne Frauen beim Zertrampeln von Tieren betrachten. Anschliessend schreiben sie einfühlsame Gedichte darüber.

Bei den zertrampelten Tieren handelt es sich vorzugsweise um Würmer, Kakerlaken oder Schnecken, aber auch Fische, Krebse oder Hummer kommen gern mal unter. "Auf Delikatessen herumtrampeln, ei fein, das kann ich auch", sagte sich die chinesische Krankenschwester Wang Jeu, erntete für ihre Aktion aber in der westlichen Welt überwiegend kritische Rezensionen – ein neuerliches Beispiel für die Schwierigkeit interkultureller Verständigung.

Im übrigen sind es nach Kenntnis der Riesenmaschine in der Tat ausschliesslich junge, schöne Frauen, mit denen die Rolle der Zertrampelnden besetzt wird. Vielleicht finden sich irgendwo in von uns unentdeckten Bereichen des Internets auch Menschen zusammen, die es gerne sehen, wenn alte, hässliche Frauen oder gar Männer Tiere zertrampeln. Das sind dann aber Perverse.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Stavros ist tot

Klaus Cäsar Zehrer | Dauerhafter Link | Kommentare (2)


02.05.2007 | 19:38 | Nachtleuchtendes | Supertiere

Die Maus als Maus


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Die Popnutten sind im Begriff, unsere Hoheit in der Nagetierberichterstattung zu unterwandern, zumindest auf dem Unterzweig der ausgestopften Nagetiere: Vor einiger Zeit waren sie uns schon mit dem LED-Throwie-Taxidermie-Mash-Up voraus, dieses Mal dokumentieren sie als erste eine Idee, die so einfach und schlicht ist, dass man am liebsten nicht selbst drauf gekommen wäre: Die Maus im Mausdesign zum Selberbauen. Doch was ist schon eine Maus ohne Computer? Und an dieser Stelle kontern wir eiskalt mit diesem Bibercomputer, dem ersten legitimen Nachfolger des guten alten 62er-Turing-Modells. Zusammen mit den einen und den anderen toten Eichhörnchen sowie den Mäuselesezeichen steht es damit jetzt 4:2 – also haltet euch ran, Popnutten, bei 6 ist das Spiel vorbei!

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Die Büchersendung mit der Maus


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