Riesenmaschine

26.03.2007 | 21:40 | Supertiere | Alles wird besser | Zeichen und Wunder

Von Fischen lernen heisst Fliegen lernen


Das erste Luftschiff, das mit dem Schwanz wedeln kann, wenn man es lobt. Wir loben das. (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Fische können so Verschiedenes. Glotzen, zum Beispiel, Eierlegen und portionsweise auf reisessigsauren Reis gelegt können sie ganz lecker schmecken. Sie können ausserdem schwimmen, Wasser atmen – obwohl Wasser gar keine Luft ist – und sich Sachen hinter die Kiemen schieben. All das war Anlass genug für den Menschen, sich Flossen wachsen zu lassen oder jedenfalls im Tauchbedarf welche zu erwerben und mal schnorcheln zu gehen. Die meisten Menschen belassen es dabei. Wieder mal einen Schritt weiter als der Rest ist aber die Schweiz, wo man einen Gedanken, der für alle anderen völlig unsichtbar ist, konsequent zu Ende gedacht hat, und, was läge näher, ein Luftschiff gebaut hat, das wie eine Forelle durch die Luft schwimmt, mit Hilfe elektroaktiver Polymere in seiner Schwanzregion. Die Vorstellung hundert Meter langer Lustfische, Verzeihung, Luftfische mit Bierwerbung drauf ist natürlich für sich schon sehr schön, aber wenn jetzt noch jemand fliegende Reisbatzen erfände, das Glück über den Wolken wäre grenzenlos. Wir hoffen, Japan liest mit.


25.03.2007 | 14:28 | Alles wird besser | Zeichen und Wunder

Kleben, nur zum Schein


Saturn als Warze, abgeklebt (Foto: striatic, Lizenz )
Klebeband ist für Nicht-Kosmologen in etwa das, was für Kosmologen das Anthropische Prinzip darstellt: Man kann damit alles in Verbindung bringen, was sonst nicht zusammengehört. Bewiesen ist ausserdem, dass Klebeband auch als Hausmittel gegen die drei Reiter der Apokalypse, Fluiddynamik, Schwerkraft, und Nacktheit einsetzbar ist. Seit Klebebandexperte MacGyver das Feld mit seinen klassischen empirischen Studien befruchtete, ist viel Zeit vergangen und seine Epigonen gehen in die Millionen. Dean "Hannibal" Focht zum Beispiel bestätigte im Jahr 2002 auf wissenschaftliche Art und Weise den jahrhundertealten vor-macgyverianischen Volksglauben, Klebeband ersetze den plastischen Chirurgen – nicht weil es Brüste vergrössert (was bestimmt auch geht), sondern weil Warzen verschwinden, wenn man sie abklebt. Neuere Ergebnisse von Marloes "Ducte" de Haen scheinen dies tendenziell zu bestätigen. Oberflächliches Googeln jedoch bringt leicht hilfslose Klebebanddilettanten zutage, die an renitenten Warzen verzweifeln. Und dann platzt am Donnerstag die Bombe: Es funktioniert überhaupt nicht, sagt Rachel "Brathering" Wenner, jedenfalls nicht mit durchsichtigem Klebeband. Aber hätte MacGyver je durchsichtigen Stoff benutzt? Klebeband, offenbar nichts für Amateure.

Aleks Scholz | Dauerhafter Link


22.03.2007 | 20:44 | Alles wird besser | Zeichen und Wunder

Urey lebt


Ursuppe. Mahlzeit. (Foto: Kai Schreiber)
Prof. Harold Urey, der Erfinder der Uratmosphäre, aus der vielleicht vor 4 Mrd. Jahren das Leben auf die Erde kroch, lebt natürlich nicht mehr, sonst wäre es wohl kaum gerechtfertigt, ihn in Maschinenform demnächst (2013) als Teil der ESA-Mission ExoMars zum Mars zu schiessen, um dort endlich mal nach Leben zu suchen, eine überaus originelle Idee. Der Urey Life Detector wird einfach jedes Molekül des Roten Dings umdrehen, eine Brute-Force-Herum-Ureyerei, so wie man sich das wünscht. Und wenn er damit fertig ist, wird Urey hoffentlich aus dem Jahr 2013 gut vier Milliarden Jahre in die Vergangenheit und ausserdem zurück auf die Erde reisen, und dort genau dasselbe tun, nämlich nach Leben suchen, und so endlich sein (Prof. Harolds) zu Lebzeiten nicht mehr vollendetes Werk, die Aufklärung unserer Herkunft, abzuschliessen. Leider wird Urey dann nicht mehr davon erfahren, wenn im März 2007 wieder mal bewiesen wird, dass man gar nicht zurück in die Zeit reisen kann, bzw. dass es zwar "nicht unmöglich, aber unpraktisch" ist. Seufzend wird Urey in seiner ammoniakgeschwängerten und unpraktischen Uratmosphäre sitzen, "aber 2013 ging es doch noch" murmeln und die Zukunft herbeievolutionieren. Traditionell durch Abwarten.


12.03.2007 | 23:23 | Zeichen und Wunder | Vermutungen über die Welt

Es stand in der Riesenmaschine


Bildrechte für das Bild im Bild:
Foto: mbiskoping / Lizenz
Es ist ja nicht so, dass wir uns die "Und als nächstes gibt es sicherlich..."-Schlusssätze in unseren Beiträgen nur der billigen Pointe wegen ausdenken. Das sind schon ernst gemeinte Voraussagen. Ende 2005 wiesen wir zum Beispiel an dieser Stelle auf die Möglichkeiten des Wetterkartenmarketings hin, damals war gerade das Hoch Oldenburgia unterwegs, und wir ahnten schon: "Da dürfte es bis zu offenem Product Placement auf der Wetterkarte auch nicht mehr lange dauern." Und siehe da, was liest man überall: Hoch Maggi ist da, erworben für 299 Euro beim zuständigen Institut für Meteorologie der FU Berlin (sehr empfehlenswert sind auf dessen Webseite übrigens die Lebensgeschichten der Hoch- und Tiefdruckgebiete). Da allerdings nur anerkannte Namen für Hochs und Tiefs genutzt werden dürfen, prophezeien wir für die kommenden Jahre einen tiefgehenden Paradigmenwechsel bei der Benamung von neuen Firmen und Produkten. Ihr werdet schon sehen.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Und jetzt zum Wetter


07.03.2007 | 11:48 | Berlin | Zeichen und Wunder

Deutsche Rechtszeichnung


Nazi werden ist nicht schwer, Nazidesign dagegen sehr. (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Der korrekte Umgang mit Nazis wäre bedeutend einfacher, wenn sie nicht ständig zwischen behandlungswürdiger Vollidiotie und kaltblütigem Massenmördertum hin- und hertaumeln würden. Aber es ist, wie es ist, und so muss die Gesellschaft zunächst herausfinden, ob jemand Nazi ist aus Dummheit heraus und also Therapiechancen bestehen, die genutzt gehören – oder ob bösartigste Menschenverachtung Kern der Gesinnung ist und Ächtung mit Strafe verbunden werden sollte, etwa ein lebenslanger NPD-Parteitag in Form einer verschlossenen Veranstaltung oder einer freiwilligen Oneway-Wallfahrt direkt in Hess' Grab hinein.

Nur wie findet man das heraus? Zumal Grausamkeit und Dämlichkeit oft Hand in Hand durch die Hirnwindungen der Betroffenen tänzeln. Es ist so simpel, wie es einfach ist – man lasse die Person ihr Heiligstes zeichnen, die Swastika. Graphologie mag Scharlatanerie sein, aber hier erkennt das geschulte Auge, was zu erkennen ist. Denn sagen wir mal so: an diesem Event-Plakat am Potsdamer Platz in Sichtweite zum Holocaust-Mahnmal in Berlin ist nicht unbedingt Hitler persönlich vorbeigegangen.


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