Riesenmaschine

24.04.2008 | 19:28 | Nachtleuchtendes | Alles wird besser

Super Genintari

Fast alle sehnlichen Wünsche der Menschheit wurden inzwischen erfüllt: Zum Mond fliegen, Operationen ohne Schmerzen, die Abschaffung kratziger Kleidung, tragbares Internet, einen grösseren Penis bekommen in nur sechs Wochen, Pizzalieferservice – bloss auf das Gerät, das alles auf einmal kann, warten wir bis heute. Immerhin wird die Thematik nun sauber von hinten aufgerollt: Das im Video vorgestellte Super Genintari (Arbeitstitel: Leviticus) vereint endlich Super Nintendo (1990), Sega Genesis (1988), NES (1983) und Atari 2600 (1977) in nur einem Gehäuse, mit nur einem Stromkabel und nur einem TV-Anschluss (und alle vier Spiele können parallel laufen, wenn auch nicht parallel gespielt werden). Als nächstes gibt es dann einen Discman-Beeper mit Polaroidfunktion, ein Faxgerät mit VHS-Recorder und Telexschnittstelle und einen Volksempfänger mit eingebauter Laterna Magica – die Zukunft von gestern ist die Gegenwart von morgen, also sind wir schon sehr nah dran.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Übergadget Spielkonsole


18.04.2008 | 14:13 | Berlin | In eigener Sache

Legal kann jeder


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Bald, also praktisch schon so gut wie morgen, ist wieder der 20. April. Ein ganz besonderes Datum – denn es ist der Geburtstag von Tito Puente. Und ausserdem steht an diesem Tag, wie jedes Jahr, eine neue Folge der fast brandneuen ZIA-Radioreihe Folge 137 auf Deutschlandradio Kultur an. Dieses Mal ist es die 137. Ausgabe von "Der Kavalier in Dir", dem Magazin von Kleinkriminellen für Kleinkriminelle. Im Programm: Jörg Sundermeier stellt im Interview das supergeheime Geheimprojekt des Verbrecherverlages "1200 ganz illegale Steuertricks" vor, die Reportage "Armutsfalle Legalität" erzählt vom tragisch in die Tugendspirale abgerutschten Hartmut S. und im Trendbericht (exklusiv und nur hier vorab: ) geht es um Nanokriminalität – einer besonders kleinen Form der Kleinkriminalität. Das und noch vieles mehr gibt es in der Nacht vom 19. auf den 20. April um 00.05 Uhr – in der Berliner Mama Bar findet ein Public Listening statt und wenig später reichen wir dann auch den Link zum Podcast der gesamten Sendung nach.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Normal ist, wenn man trotzdem


02.04.2008 | 01:20 | Anderswo

Im Südwesten nichts Neues


Arena (Symbolbild)
Foto: samsnet / Lizenz
Die Benamung von Fussballspielorten war in Deutschland jahrzehntelang nur für die Präfixprofis der Wordingbranche von Interesse. Vorne, da konnte man sich austoben: Nahm man einen Fluss? Eine Person? Eine Region? Oder noch was anderes? Hintenrum war hingegen das "-stadion" fast sicher gesetzt.

Ende der 90er Jahre gab es dann einen Paradigmenwechsel. Durch die massive Zunahme des Stadiennamensponsorings war der vordere Wortteil nun meist automatisch vergeben, man musste sich notgedrungen dem hinteren Ende widmen – was auch geschah, aber leider mit fast immer dem gleichen Ergebnis: Arena. Vorbild hierfür waren die 1996 eingeweihte Amsterdam ArenA, eines der ersten Stadien "neuen Typs", und in Deutschland die 1999 so benannte BayArena. Es folgte eine Arenenwelle: Schalke, Hamburg, Hannover, Bielefeld, Duisburg, München, Frankfurt/Main, Düsseldorf, Wolfsburg, Osnabrück, ja sogar Meppen, alle zogen mit.

Doch damit ist es eigentlich schon wieder vorbei, sieht man von provinziellen Nachzüglern aus Paderborn, Rostock und Wiesbaden einmal ab. Stattdessen gab es eine Rückbesinnung auf das alte -stadion und zwei Testballons des aus dem englischen Fussballs stammenden -park. Vor diesem Hintergrund ist die gestern bekannt gewordene Entscheidung, dass das Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion ab sofort Mercedes-Benz-Arena heisst, ein Armutszeugnis für die beteiligten Marketingabteilungen. Soll das Innovation verkörpern? Mut etwa? Man hätte der Erste sein können, der eine Adaption der NFL-erprobten "Dome" oder "Field" wagt. Oder mit "Kampfbahn" oder "Sportfeld" einen Retrotrend einläuten können. So kommt die deutsche Automobilbranche natürlich nie aus der Krise.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Reloaded 2.0 Deluxe


28.03.2008 | 08:45 | Berlin | Anderswo | Essen und Essenzielles

Biercamouflage an der Safttheke


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
In der langen Geschichte der industriellen Massenproduktion von Getränken haben sich recht starre Konventionen hinsichtlich der Gebindeformen herausgebildet. So ist Milch grundsätzlich in hochkanten Tetrapacks abgefüllt, die flächig blau und weiss bedruckt sind, nur selten auch mal mit roten oder gar grünen Elementen, oder mit Landschaften mit so Kühen. Energydrinks werden hingegen in der schmalen, aus extra dünnem Metall gefertigten 0,25l-Dose dargereicht, die in ihrer Gestaltung die eigene Metallic-Haftigkeit nochmals unterstreicht und ansonsten mit kruden 90er-Dekoelementen verziert ist, während Rotwein in einer dunkelgrünen verkorkten Flasche in klassischer Flaschenidealform daherkommt (auch als Bordeauxflasche bekannt, man erkennt sie an ihren Schultern). Hier ist ausserdem ein schlichtweisses Etikett mit Serifen- oder Handschrift Pflicht, lediglich verziert durch ein Wappen oder die Abbildung eines Landsitzes.

Die Konsumenten sind natürlich entsprechend konditioniert, weswegen an dieser Stelle eindringlich vor Laziza gewarnt werden soll, einem auch in Berlin erhältlichen Getränk aus dem Libanon: Die grüne Heineken-Lookalike-Flasche mit dem abdrehbaren Kronkorken, das traditionsverheissende Wappen ("1931"), die goldenen Borten auf den beiden weissen Etiketten (ein grosses unten, ein kleineres am Hals), die reichverzierte Schrift – alles an dieser Flasche ruft "Bier!" und schnell hat der unaufmerksame Käufer im falschen Glauben um den Inhalt zugegriffen, den dezenten Apfelaufdruck und die 0,0%-Alc.-Anzeige übersehend. Doch Obacht: Hierbei handelt es sich eindeutig um ein Saftgetränk! Da hilft es auch nicht, dass der Schwindel selbst in der Zutatenliste durchgehalten wird, wo von "Hopfen" und "Malz" die Rede ist – es ist dennoch nur Saft. Saft! Ein etwas seltsam schmeckender Saft zwar, aber doch eindeutig Saft im wörtlichen Saftsinn.


26.03.2008 | 19:10 | Berlin | In eigener Sache

Riesenmaschine plant wieder eine Woche (muss ja)


Ausgesetztes Kuscheltier (Holm Friebe) (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)

Berlin Laundry Wreck (Kathrin Passig) (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Es hat eine gewisse Tradition, dass sich zum ersten Quartalswechsel des Jahres eine Flut von Terminen mit ZIA- und Riesenmaschinebeteiligung über die Welt, also Berlin, ergiesst: Das war 2006 so, das war 2007 so und damit es so bleibt, haben wir in den letzten drei Tagen schnell noch einen Haufen Veranstaltungen aus alten Kartonteilen und Cricketschlägerspänen zusammengeleimt.

So gibt es mal wieder Powerpoint Karaoke, wie gehabt im nbi, und zwar am Freitag, dem 28. März. Das komplett neu erstellte Präsentationsmenü bietet Highlights wie "Power-Region Fulda" oder "Mechanisierte Holzernte in Hanglagen", bewertet wie immer von einer hochkompetenten und knallharten Jury und moderiert von Holm Friebe. Am Tag darauf wird in der Galerie Zero (Köpenicker Strasse 4) die Ausstellung "Temporär und Urban" eröffnet. Moritz Metz zeigt seine Europep-Kollektion, Kathrin Passig ihre Berlin Laundry Wrecks und Holm Friebe seine ausgesetzten Kuscheltiere. Beginn der Vernissage ist 20 Uhr – die Ausstellung ist dann bis zum 3. April sehen, Exponate können vor Ort für den symbolischen Spottpreis von 50 Euro erworben werden.

Bauerntheater für das gehobene Publikum wird bei der Verbrecherversammlung am 1. April (Dienstag) geboten: Werner Labisch und Jörg Sundermeier werden als Kathrin Passig und Ira Strübel verkleidet aus dem Best-of-2001-bis-2003-Buch Strübel & Passig lesen, Passig und Strübel dagegen werden, als Publikum verkleidet, Fragen stellen. Ein Spass für alt und jung, los geht es um 20.30 Uhr im Monarch. Und wer dann immer noch nicht genug hat, gibt sich am Tag darauf, also am 2. April, das brandneue Spiel- und Kulturformat Domain Name Scrabble, das auf der Bloggerkonferenz re:publica uraufgeführt wird (20.30 Uhr, Kalkscheune, Johannisstrasse 2). Hier spielt das Publikum Scrabble – alleiniges Ziel sind jedoch charakterstarke Domainnamen. Was die gelegten Internetadressen bedeuten, was ihre Features sind und warum sie die Welt verbessern, müssen die Erfinder ad hoc in einem Venture-Capital-Pitch auf der Bühne beweisen. Die Scrabble-Punkte werden mit einer harten Jurywertung multipliziert und die besten Domains sofort von der Bühne weg registriert.

Für einen gemütlichen Wochenausklang sorgt schliesslich Jochen Reinecke, der am Samstag, dem 5.4., bei der mindestenshaltbar.net-Lesung im ori (Friedelstrasse 8) lesen wird.


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"Rhinoceros Eyes", Aaron Woodley (2003)

Plus: 8, 10, 25, 34, 44, 55
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