31.08.2005 | 19:25 | Berlin | Anderswo | Alles wird besser
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Wer hätte gedacht, dass sich ausgerechnet Museen im deutschsprachigen Raum zu Treibern der symmetrischen Gleichberechtigung entwickeln würden? Doch die beiden (zusammengeschnittenen) Fotos beweisen es: sowohl im Berliner Technikmuseum als auch im Züricher Schweizer Landesmuseum gibt es auf den Herrenklos Wickeltische. Bis auf die Einrichtung einer dritten, geschlechtsneutralen Toilette für Transsexuelle, Hermaphroditen, Transvestiten und Unentschlossene kann man kaum mehr für die Gleichberechtigung der Geschlechter im Sanitärwesen tun. Dass der Einbau auf irgendwelche Richtlinien der EU zurückgeht, ist unwahrscheinlich. Denn zum Einen hat "Wickeltischpflicht" ebenso wie "Pflichtwickeltisch" null Google-Treffer und zum Anderen ist die Schweiz gar nicht in der EU.
31.08.2005 | 12:50 | Alles wird besser | Zeichen und Wunder
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Auf dem rechten Auge blind, aber trotzdem informiert wählen wollen? Das ist nun kein Problem mehr. Denn die Blinden- und Sehbehinderten-Seelsorge der Evangelischen Kirche im Rheinland EKiRBuSS hat die famose Idee gehabt, die Parteiprogramme aller seriösen Parteien (und auch der FDP) vorzulesen und als mp3-Datei zum Download anzubieten. Der nächste, vermutlich nur kurzfristig aktive Trend ist geboren*: party political podcasting, kurz: polpodcasting, besser jedoch: polcasting. Noch streunt die Domain Polcasting.de frei in der abgegrasten url-Steppe herum, aber es kann sich nur um Stunden handeln. Tip: Parteiprogramme auf dem iPod eignen sich gut für diejenigen, die bisher nur mit Rosamunde-Pilcher-Hörbüchern oder Morphium einschlafen konnten.
* vergleiche auch vorgestern hier sowie den SPD-Podcast
30.08.2005 | 19:35 | Sachen kaufen | Vermutungen über die Welt
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Anders als die Linkspartei-Politikerin Juliane Nagel treten die meisten vernünftigen Menschen für das Weiterbestehen des Verbots harter Drogen ein. Die Spannung zwischen Illegalität und potenzieller Verunreinigung mit Überraschungssubstanzen ist einfach zu reizvoll. Um in der Zwischenzeit bis zu einer eventuellen Freigabe aller Drogen trotzdem weitgehend vom Rechtsstaat unbehelligt zu bleiben, sollte man zu den üblichen Tricks greifen: Haschisch in einem luftdichten Filmdöschen aufbewahren (früher gab es sog. "Filme", die in Fotoapparate eingelegt wurden; diese wurden in luftdichten Döschen ausgeliefert. Anm. d. Red.), Kokain-Päckchen mitten in einer vollen Nivea-Dose transportieren, damit Hunde es nicht riechen können. Diese Liste erweitert der US-amerikanische Uhrenhersteller Android jetzt um eine HighTech-Variante: die Armbanduhr Antidote. Laut Eigenwerbung passen in das oben sichtbare Geheimfach der Uhr "zwei Pillen oder ein zusammengerollter Geldschein". Das lässt an Deutlichkeit kaum zu wünschen übrig. Nicht ganz klar dagegen ist, warum die Uhr Gegengift heißt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt vermuten wir, dass es sich dabei um sogenannte Ironie handelt.
30.08.2005 | 17:05 | Nachtleuchtendes | Sachen kaufen
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Die lebenslange Suche nach Erleuchtung wird in einigen Designstudios offenbar recht weltlich gedeutet. So ist noch vor dem Vergolden und direkt nach der Funktionsdopplung die Ausstattung mit Leuchtgut ein beliebter Kunstgriff für die schnell herbeidesignte Produktneuerung. Diesmal hat es die bisher gänzlich leuchtunverdächtige Badewanne erwischt. GNR8 Light heißt die Firma, die die selbstverständlich programmierbare LED-Badewanne LTT anbietet. Und das für nur $1.399 – schon nach kurzer Recherche war klar, dass es keine billigere Leuchtwanne gibt als diese; ein echtes Schnäppchen also. Wenn wir nun noch in dieser Umfrage des Fachblatts für Frauenrelevantes (Lisa) berücksichtigen, nach der sagenhafte 81% der geistig verwirrten Lisa-Leser Befragten gerne in Bad und Dusche Sex haben, muss die Wanne zum Verkaufsschlager werden. Was gibt es schon Erotischeres im Badezimmer als eine braunschimmernde Wanne (Fotografie)?
29.08.2005 | 23:47 | Alles wird schlechter | Vermutungen über die Welt
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Wenn einen von Zeit zu Zeit das Gefühl beschleicht, dass trotz großer Warenvielfalt und allgemeiner Buntheit der Welt alles immer gleicher und ähnlicher wird, dann liegt das vor allem an der Marktforschung. Jedes neue Produkt und die Werbung dafür werden ordentlich durchgetestet, bis es entweder erfolgversprechend ist oder sein Waterloo in Hassloch erlebt. Dieser Marketingtrend hat schon länger Eingang in die Kultur gefunden – die meisten Hollywood-Produktionen werden ganz selbstverständlich einem Testpublikum vorgeführt, dessen Urteil über Umschnitt oder Änderung des Endes entscheidet. Madonna, die Popikone von sich selbst, scheint ihr vielgelobtes Gespür für Trends und Strömungen verloren zu haben, denn für ihr neues Album greift auch sie zu den Methoden der Marktforschung. In Clubs zwischen Liverpool und Ibiza wurden im Juni die Tracks des neuen Albums (ohne ihre Stimme) gespielt. Die Reaktion des unwissenden Publikums entschied über die Trackauswahl auf dem Album "Confessions on a Dancefloor". Wir sind hin- und hergerissen. Auf der einen Seite könnte nach den beliebten Geheimkonzerten ein schöner neuer Trend Geheimsongs werden – eine charmante, ausbaufähige Antwort auf die andauernde Hit- und Chartattacke mit kleinen Liedern von großen Namen. Auf der anderen Seite ist es keine angenehme Vorstellung, irgendwann nur noch Filme, Songs, Bücher zu bekommen, die jemand anderes schon mal gegessen hat. Wer möchte schon, dass tausend betrunkene 18-jährige Engländer über die Lieder entscheiden, die man hört? Niemand (außer Madonna offenbar).
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IN DER RIESENMASCHINE
ORIENTIERUNG
SO GEHT'S:
- Japaner (das Unix unter den Menschen)
- Texte entfloskeln
- Hollandse Nieuwe Haring
- Hund rubbeln
SO NICHT:
- Gruss vom Nagelpilzteam (per Mail)
- ungetarnte Nervosität
- lauwarmes Walfischeis für Lordi
- mit dem Kopf durch die Hand
AUTOMATISCHE KULTURKRITIK
"Terra Formars", Takashi Miike (2016)
Plus: 7, 8, 11, 22, 26, 35, 42, 54, 64, 66, 73, 80, 89, 96, 97, 111, 123, 126 Minus: 28, 196, 218, 219 Gesamt: 14 Punkte
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