Riesenmaschine

29.07.2005 | 17:41 | Nachtleuchtendes | Vermutungen über die Welt

Sit don't walk


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Man muss nicht gleich Matrix-Paranoiker sein, um zu bemerken, dass Geräte allmählich die Herrschaft über die Menschen gewinnen. Das fängt mit einer Ampel an, die uns sagt, wann wir gehen dürfen und wann nicht. Es geht weiter mit blinkenden Devices, die uns mit bizarr hässlichen Pieptönen darauf konditioniert haben, hektisch die Taschen zu durchsuchen. Und es endet wieder mit einer Ampel, die uns vorschreibt, wann wir gehen müssen – und wann sitzen. Getarnt ist diese vorläufige Speerspitze der Maschinenherrschaft als simpler Designerstuhl "Don't walk chair" der New Yorker Gruppe Urban Charm. Mit der von klein auf auf der Straße erlernten Aufforderung "Don't walk" in aggressiven Leuchtbuchstaben soll der Passant qua maschineller Willkür zum Sitzenden entmündigt werden. Das ist Gerätefaschismus, Sitzdiktatur! Zum großen Glück für die Menschheit zeigt hier die Phrase "call for pricing" auf der Website an, dass vor dem Durchbruch der Maschinenherrschaft ("alle Menschen sitzen still, wenn der Ampelstuhl es will") offenbar noch massive logistische Probleme zu bewältigen sind.


29.07.2005 | 14:34 | Nachtleuchtendes | Sachen kaufen

Sternenhimmel uh oh


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Der Weltraum – unendliche Weiten, bzw. manchmal auch nur in 3,10 Meter Entfernung. Das kugelförmige Gerät mit dem mitteleinfallsreichen Namen "Homestar" von Sega Toys bringt nicht nur schnöde die Welt ins Wohnzimmer, sondern projiziert das Universum an die Decke. Nicht das ganze Universum, aber immerhin 10.000 Sterne in der korrekten Verortung. Weitere Sternkarten können nachgeladen werden. Für knapp 20.000 Yen, also ca. 150 Euro, kommt das Gerät im August in Japan auf den Markt. Noch sympathischer wird einem das Gerät übrigens dadurch, dass es jeden R2D2-Lookalike-Contest gewinnen dürfte.


28.07.2005 | 19:54 | Alles wird schlechter | Sachen kaufen | Listen

USBolognese


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Wir sagten nichts, als sie mit fellbezogenen USB-Sticks ankamen. Wir schwiegen, als sie mit Sushi-USB-Sticks an den Start gingen. Wir zuckten allenfalls mit den Augenlidern, als sie mit abgeschnittenen Finger-USB-Sticks drohten. Aber nun ist das Ende allen Ertragens erreicht. Ein Teller Bolognese als USB-Speichermedium (alle Dramen von Solid Alliance). Das hat zwei leichtwiegende Konsequenzen:
I) Nie wieder wird die Riesenmaschine über crazy USB-Sticks berichten (außer in Ausnahmefällen).
II) Der USB-Stick reiht sich nun endgültig in folgende Liste der Humoraxiome ein:

...
Nr.07: Es gibt keine lustigen T-Shirts.
Nr.08: Es gibt keine lustigen Autoaufkleber*.
Nr.09: Es gibt keine lustigen USB-Sticks.
...


*Untersuchung noch nicht definitiv abgeschlossen, 1987 soll auf einer Landstrasse in der Nähe von Celle ein wirklich lustiger Autoaufkleber gesehen worden sein, der einzige Zeuge verstarb jedoch kurze Zeit später.


28.07.2005 | 13:00 | Alles wird besser | Sachen kaufen

Eckenscherenuniversen


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose, bis dahin alles klar. Für Scheren gilt das offenbar nicht, jedenfalls nicht beim finnischen Qualitätsdekoscherenweltmarktführer Fiskars ("Tools for Inspiration"). Besonders die Bastelabteilung birgt eine Vielzahl unterschiedlichster Scheren, die wildeste Muster zu schneiden in der Lage sind: von "Seemöwe" über "Majestätisch" bis "Pulsschlag" sind alle Schnittkantendekors vorhanden, die man sich vermittels einer soliden Portion frischer Psychopilze so ausdenken kann. Kenner unterscheiden selbstverständlich Schnittkantendekoscheren und Schnitteckendekoscheren. Topfavorit ist das abgebildete Exemplar mit dem schönen Namen "Sehensucht" – eine wunderbare Mischung aus Emotion, mehrdeutiger Kryptik und doppelt Babelfish. Direkt darüber die Killerapplikation von Fiskars, die bereits zu massiven Erdrütschen auf dem Qualitätsschnitteckendekoscherenweltmarkt geführt haben dürfte: der 3-in-1-Eckenmotivstanzer, vorrätig mit den Chartstürmern unter den Stanzdekormotiven – Blumen, Blätter, Erbe (hä?), Herzen, Himmel, Schneeflocken, Spitze und Tierchen. Eine obige Äußerung gilt es aber dann doch noch zu korrigieren, oder vielmehr zu modifizieren: Eine Rosengreifschere ist eine Rosengreifschere ist eine Rosengreifschere.


27.07.2005 | 17:23 | Alles wird besser | Sachen kaufen

Telephonhörer


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Das Produkt ist nicht ganz neu, aber zum einen gehen gute Ideen immer und zum anderen kann man Produkten nicht vorwerfen, einige Monate vor der Riesenmaschine entwickelt worden zu sein. Es handelt sich um einen Telefonhörer, den man an Handys anschließen kann. Dahinter steht die Überlegung, dass es kein Gesetz gibt, nach dem Freisprech-Tools aussehen müssen wie hässliche Walkman-Kopfhörer für Vincent van Gogh. Sondern eben auch wie die Telefonhörer, mit denen man aufgewachsen ist, die man aus Filmen kennt oder die sogar so alt sind, dass man sie von Rechts wegen mit ph schreiben muss. Die sicherlich (wenigstens für zwei Wochen) smarteste Variante ist auf dem unteren Teil der Abbildung zu sehen – nämlich ein Bluetooth-Kabelende. Der Hörer führt ins Nichts und man kann trotzdem telefonieren, vor zehn Jahren wäre man mit so einem Gerät noch direkt eingewiesen worden. Zu kaufen sind die Hörer im Shop der Firma Hulger. Früher hiess dieses Unternehmen übrigens Pokia. Dann aber kam es zur Umbenennung wegen der Klageandrohung eines Handy-Konzerns, dessen Namen wir in diesem Zusammenhang geheimhalten wollen.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Bluetoothbrille


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"The Troll Hunter", André Øvredal (2010)

Plus: 8, 17, 21, 25, 80, 114, 138, 142
Minus: 161, 179
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