Riesenmaschine

24.11.2007 | 00:48 | Anderswo | Essen und Essenzielles

Hoppy


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Der Grund, warum man Japaner nicht ernst nehmen braucht, ist der, dass sie sich selbst nicht ernst nehmen können. Und das fängt schon bei den Grundnahrungsmitteln an, wo der Belgier aus perverser Liebe zum Experiment sein Bier zum Spielzeug entkontextualisiert, veralbert der Japaner das Konzept ins Groteske, indem er dem Gebräu Wasabi beisetzt, so als würde der Rest der Welt das von ihm verlangen. Grün scheinen sie aber generell zu mögen, es gibt ja schon länger die Gurkenpepsi, wir berichteten darüber, aber man kann es nicht oft genug sagen, das schon üble Koffeingesöff "veredelt" mit der wässrigen Schlangenfrucht, vermutlich um den Kindern den Salat zu ersparen. Ein weiteres beliebtes Getränk ist Hoppy, Bier, das gar kein Bier ist, sondern nur so aussieht und so schmeckt. Nun könnte man glauben, das sei was für Abstinenzler oder trockene Alkoholiker, aber nein, Hoppy wird mit Shochu gemischt, einem Gerste-Schimmelpilz-Schnaps. Zumindest scheinen sie beim Rauchen vernünftig zu sein, in den Lokalen ist es erlaubt, auf den Strassen verboten, ausser natürlich in den Smoking Areas.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Kinderwunsch

Tex Rubinowitz | Dauerhafter Link | Kommentare (3)


19.11.2007 | 12:24 | Alles wird schlechter | Essen und Essenzielles | Vermutungen über die Welt

Aus dem Archiv der Riesenmaschine (1995): Randmarginalien

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Brot für die Brut


18.11.2007 | 16:33 | Supertiere | Essen und Essenzielles | Papierrascheln

Fisch- und Pressefutter


Eine aussergewöhlich banale Erklärung für vieles.
Wissenschaftliche Studien, die nicht das Ende von Übergewicht, schlechtem Aussehen morgens und Krebs in den nächsten fünf Jahren ankündigen, finden nur ein Medienecho, wenn die Tiere und ihr Sexualverhalten niedlich sind und man das Ganze doch noch irgendwie auf den Menschen anwenden kann.
Nehmen wir zum Beispiel das folgende: Buntbarsche sind Maulbrüter und Weibchen, die bereits unbefruchtete Eier in ihrem Mund tragen, reagieren auf die Muster der Afterflosse des Männchens, die ihren Eiern ähnlich sieht. Sie versuchen, die beim Transfer vermeintlich übersehenen aufzusammeln, was das Männchen zur Samenabgabe nutzt. Die Befruchtung erfolgt so im Mundraum. Forscher an den Universitäten von Basel und Konstanz fanden nun unlängst heraus, dass sich diese Muster mehrfach in der Evolution der Buntbarsche entwickelt haben und konnten auch ein zugehöriges Gen ausmachen. Nun wird die Studie von den Hochschulen nicht eben wie Fernsehbier angepriesen. Die Aufmerksamkeits-Fach- und Einzelhändler vom New Scientist laubsägten zwar die glitschige Schlagzeile "Oral sex gene helps male fish fake it" aus herumliegendem Jahrmarktattrappen, aber viel Medienecho hat die Studie trotz Erfüllung der eingangs genannten Kriterien nicht erhalten.

Geschickter ist es nämlich, wenn man der Orginalarbeit nicht irgendeinen sperrigen Namen gibt, sondern gleich zur Sache kommt. "An Exceptionally Simple Theory of Everything", zack, mit solchen Titeln muss man auch keine entstellenden Verkürzungen der Medien fürchten, und mit everything hat man Tiere und Menschen gleich mit abgedeckt. Wer für 16,95 Euro Quantenphysik studiert, in dem er Roger Penrose' Road to Reality koquergeblättert hat, kann sogar beim Abstract mit dem Kopf nicken, als hätte er es verstanden. Ein guter Teil der Physiker reagierte zwar mit der üblichen Litanei, dass es zu jedem Problem eine einfache, weil falsche Lösung gibt, aber wenigstens haben sie es gelesen. Die Medien haben Nachricht und den als Surfer-Dude posierenden Autor gleich geschluckt, so kann man es halt auch machen.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Sexlos gerädert

Roland Krause | Dauerhafter Link


07.11.2007 | 22:18 | Sachen kaufen | Essen und Essenzielles

Embrouille-Gueule


Der will doch bloss auffallen (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Der Trend zur vorfabrizierten Grotesknahrung hält unvermindert an und ist im Herbst 2007 von der Schokoladen- und Mineralwasserbranche zum Molkereiproduktesektor durchgebrochen. Der Vorreiter der Entwicklung kommt diesmal überraschenderweise nicht aus dem notorisch zu gustatorischen Schelmenstücken aufgelegten Österreich, sondern aus dem eher seriös beleumundeten Münsterland. Die dort ansässige Biomolkerei Söbbeke hat in der Produktentwicklungsabteilung anscheinend eine der Seekühe eingestellt, die hauptberuflich als Gagschreiber für die Zeichentrickserie Family Guy tätig sind.

Über die neuen Fruchtjoghurts (pdf) der Geschmacksrichtungen Pflaume-Lavendel, Aloe Vera-Rose und Ananas-Curry schweigt die Gastrokritik der Riesenmaschine, da wir als Verkostungsstichprobe ein Glas der Sorte Fruchtjoghurt mild Mango-Tomate gezogen haben. Es enthält sechs Prozent Mangopüree und zwei Prozent Tomatenmark und schmeckt, nun, wie soll man's beschreiben, irgendwie tomatig, zugleich aber auch mangoig, mit einem milden Joghurtgeschmack als Herznote. Also hervorragend. Zumindest Leuten, die auch Rollmops mit Nutella mögen.

Klaus Cäsar Zehrer | Dauerhafter Link | Kommentare (6)


02.11.2007 | 13:14 | Anderswo | Alles wird besser | Essen und Essenzielles

Halloween, ach, ich weiss auch nicht


(Foto: oskay) (Lizenz)
Über Halloween, das ja eigentlich schon vorgestern war, und sein nach wie vor beharrliches Einsickern in unseren Kulturkreis ist man in der Riesenmaschine-Redaktion geteilter Meinung. Die einen sagen so, die anderen sagen so.

Das war allerdings auch, bevor die einen von diesem tollen Pacman, geschnitzt aus einem Flaschenkürbis, erfuhren. Und von dieser famosen Videoanleitung für einen 1-Up-Pilz-Pumpkin mit LED-Innenbeleuchtung. Und von den Halloween-Kürbissen mit Motiven aus Megaman, Day of the Tentacle, Space Invaders, Sonic the Hedgehog und dem ganzen Rest (via Kotaku). Es könnte also sein, dass die einen ihre Meinung inzwischen geändert haben. Von den Süssigkeiten bekommen sie trotzdem nichts ab.


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